KG-Stunde – mal was anderes

Seit einiger Zeit übe ich in der wöchentlichen KG-Stunde meinen Körper besser wahrzunehmen. Orthobionomy nennt man das was meine liebe Behandlerin/ Zuhörerin/ Anteilnehmerin, Körperschmerzbefreierin mit mir seit sechs Jahren macht. Die Krankenkasse zahlt ja nur Krankengymnastik, aber ich habe das ganze Paket drin (Körper-Triggerpunkte ‚entschärfen‘; Schmerzkrampfhaltungen auflösen, Körperhaltungen verändern lernen, Neuigkeiten in meinem Leben ‚loswerden‘ und Wahrgenommenwerden….). Auch da rede ich viel, aber wir nehmen uns seit einiger Zeit einige Minuten vor, mehr im Körper zu sein, ihn zu fühlen (d.h. üben). Nicht länger als 10 Minuten, das ist viel für mich, denn Körperfühlen ist für mich totlangweilig.

Angefangen hat es, als mir eine aus unserem Philosophier-Kurs (sie war im Berufsleben sowohl Lehrerin, als auch Gestaltherapeutin) irgendwie das Thema Körper anssprachen und dass die Beschäftigung mit ihm bei mir eher werkzeugmäßig ist und halt für die Benutzung im Leben Pflegezeit benötigt wird. Und ich sagte ihr, dass mir der Zugang wohl nicht so gut gelingt, ich Körperthemen meist langweilig finde. Sie meinte, in ihrem Beruf hat sie festgestellt, dass es anderen sehr geholfen hat, in ihrer Arbeit als Gestalttherapeutin, wenn sie eine Hand beim Klienten (z.Bsp. auf dem Rücken) aufgelegt hatte, dass dieser es dann hilfreich fand und mehr ins Spüren kam.

So bringen meine liebe KG-Frau und ich das eine Weile schon in die Behandlung mit ein. Sie fragt wo ich heute die Hand spüren möchte und ich sage wo und dann spüre ich tatsächlich Verschiedenes im Körper – bislang unspektakuläres (obwohl die KG-Frau es spannend findet, wenn ich ihr sage, was ich grad spüre) aber heute war es anders.

Ich bat sie ihre Hand auf meiner Stirn zu plazieren und erst spürte ich eine Beruhigung im Kopf – so als würde mein Kopf leer und dann fühlte ich eine große Unruhe im Körper. Auf die Frage: wie sich das anfühlt – suchte ich eine Antwort und schließlich kamen ganz viele Eindrücke auf einmal: irgendwie explosiv…. ein Stein im Bauch…. die sich verstärkende Unruhe, die ich versuchte in die Füße hinzuleiten, um sie dann auszuleiten – was mir nicht gelang, weil sich mein ganzer Körper anfühlte als wären da waagrechte Sperren, die nichts durchließen. Zum ersten Mal fand ich es nicht langweilig was da passierte und ich hatte die Erkenntnis gewonnen, dass mein vieles Denken, mein großer Redebedarf eine Art Ventil ist – wo die Anspannung die im Körper ist über dieses Ventil Kopf, Gedanken, Reden…. ausgeleitet wird.

Das mag für andere Menschen nichts besonderes sein, aber für mich irgendwie ein Meilenstein, denn das Wissen, dass in meinem Körper ja immer noch die jahrelangen Misshandlungen aus der Kindheit stecken, sagt mir schon, dass da noch jede Menge Spannung gespeichert ist.

 

 

 

Die Geburt der Empfindung

Ein sehr interessantes Kapitel über die Entstehung unserer Emotionen und Empfindungen von Eckhart Tolles Buch „Die neue Erde“. besonders der letzte Absatz ist wesentlich für uns, weil er uns zeigt wie der Körper auf Gedanken reagiert und uns auch körperlich krank machen kann:

Die Geburt der Empfindung

Neben der Denktätigkeit, aber nicht völlig getrennt von ihr, gibt es noch eine andere Dimension des EGO – die Empfindung. Damit soll natürlich nicht gesagt werden, dass alles Denken und Fühlen dem EGO zu zu rechnen ist. Es verwandelt sich nur in EGO, wenn Du Dich zu sehr damit identifizierst und so davon beherrscht wirst, dass es zum ICH wird. Der physische Organismus – Dein Körper – besitzt eine eigene Intelligenz, ebenso wie der Organismus aller anderen Lebensformen. Diese Intelligenz reagiert auf das, was Dein Verstand sagt, sie reagiert auf Deine Gedanken. Empfindung ist also die Reaktion des Körpers auf das was Du denkst. Die Körperintelligenz ist selbstverständlich ein untrennbarer Bestandteil der universellen Intelligenz und eine ihrer unzähligen Manifestationen. Sie gibt den unzähligen Atomen, aus denen Dein physischer Körper besteht, vorübergehend Zusammenhalt. Sie ist das Ordnungsprinzip hinter dem Zusammenwirken aller Organe des Körpers, der Umwandlung von Sauerstoff und Nahrung in Energie, dem Herzschlag und dem Blutkreislauf, dem Imunsystem, das den Körper vor Eindringlingen beschützt und der Umsetzung von Sinneseindrücken in Nervenimpulse, die zum Gehirn weitergeleitet werden, dort entschlüsselt und wieder zu einem kohärenten inneren Bild der äußeren Wirklichkeit zusammengesetzt werden. All diese und noch tausende andere Funktionen gleichzeitig werden von der Körperintelligenz perfekt wahrgenommen.

Du hältst Deinen Körper nicht in Gang, das tut seine Intelligenz, sie trägt zudem die Verantwortung  für die Reaktionen auf seine Umwelt. Das gilt für alle Lebensformen, es ist die gleiche Intelligenz, die der Pflanze seine physische Form gibt und als Blüte aus der Pflanze hervor geht. Als Blütenkelch, der sich am Morgen öffnet um die Strahlen der Sonne zu empfangen und am Abend wieder schließt. Es ist die gleiche Energie, die sich als Gaja manifestiert, als der komplexe, lebendige Mechanismus, den wir Erde nennen. Dieser Intelligenz entspringen auch die instinktiven Reaktionen des Körpers auf eine Bedrohung oder Herausforderung. Bei Tieren löst sie Regungen aus, die menschlichen Emotionen gleichen: Wut, Angst, Lust – dieser Emotionen können als ursprüngliche Empfindungsformen verstanden werden. In gewissen Situationen legen Menschen ähnliche Reaktionen an den Tag, wie Tiere, angesichts einer Gefahr, wenn das Leben bedroht ist, schlägt das Herz schneller, spannen sich die Muskeln an und beschleunigt sich die Atmung – alles zur Vorbereitung auf einen Kampf oder auf Flucht – Urangst. In die Enge getrieben erfährt der Körper einen Energieschub, der ihm eine Kraft verleiht, die er zuvor nicht hatte – Urwut. Diese Reaktion gleicht einer Empfindung, ist aber im Wortsinne keine Emotion. Der grundlegende Unterschied einer Triebreaktion und einer Emotion ist folgende: Eine instinktive Reaktion ist die unmittelbare Reaktion des Körpers auf äußere Umstände, eine Emotion hingegen ist eine durch Denken ausgelöste Körper-Reaktion. Indirekt kann eine Empfindung auch eine Reaktion auf eine aktuelle Situation oder ein aktuelles Ereignis sein, aber diese Emotion hat bereits den Filter einer mentalen Interpretation durchlaufen, ist bereits durchdacht worden, d.h. sie wurde schon mit einer Vorstellung von ‚gut oder schlecht‘ – von ‚Mögen oder Verabscheuung‘ – ‚Mein und Dein‘ – abgeglichen. Es wird Dich zum Beispiel kalt lassen, wenn Du hörst, dass jemand das Auto gestohlen wurde. Aber wenn es sich um Dein Auto handelt, bist Du höchstwahrscheinlich sauer. Es ist erstaunlich was ein Konzept wie ‚Mein‘ auslösen kann.

Obwohl der Körper sehr intelligent ist, vermag er nicht zwischen einer Situation und einem Gedanken zu unterscheiden. Er reagiert auf Gedachtes genauso wie auf die Wirklichkeit. Er weiß nicht ob es sich nur um einen Gedanken handelt. Für den Körper bedeutet ein angstvoller Gedanke, ich bin in Gefahr und entsprechend reagiert er. Selbst wenn es Nacht ist und Du behaglich in Deinem Bett liegst, das Herz schlägt schneller, die Muskeln spannen sich an, die Atmung beschleunigt sich, Energie wird aktiviert, aber da die Gefahr nur eine Fiktion ist, hat sie kein Ventil. Dann wird sie zum Teil dem Verstand zugeführt und löst dort noch beunruhigendere Gedanken aus. Die übrige Energie wirkt sich vergiftend auf das harmonische Zusammenwirken der Körperfunktionen aus.

Besonders dieser letzte Absatz ist wesentlich für uns und früher traumatisierten Menschen und wir können Schlüsse daraus ziehen – wie bestimmte Gedanken zu unseren ständigen Angstgefühlen, Paniken, Bluthochdruck, Unwohlgefühlen….. u.v.m. führen, obwohl sie völlig unbegründet sind.

Für mich ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, das ich schon im Vorfeld nutzen kann, indem ich meine Gedanken beobachten lerne und sie dem realen Jetzt anpassen kann und so verhindern, dass ich meinen Ängsten und Retraumatisierungen ständig Nahrung gebe. Langfristig gesehen hat so – eine mangelnde Gedankenkontrolle – natürlich auch durch solches Zulassen von derartigen unbegründeten negativen Gedanken aus der Vergangenheit – einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit.

 

Affirmationen

Die erwähnten Affirmationen im letzten Beitrag sind wirklich Gold wert. So direktes Arbeiten mit dem Thema: Veränderung alter Gedankenmuster oder Glaubenssätze, ist bei E. Tolle nicht zu finden. Aber auch der Beitrag vor ein paar Tagen über „Sind Gefühle wahr?“ von Dami Charf behandelt dieses Thema, denn was steuert unsere Gefühle? Ja Gedanken!

Jedenfalls habe ich mir jetzt diese Affirmationen bezüglich meiner aktuellen Themen, die ich noch nicht gelöst habe – ausgedruckt und hängen am Spiegel, am Bett und an diversen Türen.

Nachteil: man muss daran denken sie abzuhängen wenn Besuch kommt 😉

Selbstwert öffnet viele Türen

Fortsetzung von den CDs von L. Hay:

„Selbstkritik verfehlt völlig das Ziel, es wird nur das Zögern und die Faulheit verstärken. Die geistige Energie muss dafür verwendet werden, sich von Altem zu lösen und ein neues Gedankenmuster zu schaffen. Sagen Sie:

Ich bin willens mich von dem Bedürfnis „Ich bin wertlos“ zu lösen. Ich bin es wert das Allerbeste im Leben zu haben und ich bin von Liebe erfüllt und ich erlaube mir das jetzt zu akzeptieren!

Wenn ich ein paar Tage lang diese Erklärungen laufend wiederhole, wird mein äußeres Zeichen des Zögerns von alleine nachlassen und anfangen zu verblassen. Wenn ich innerlich ein Selbstwertmuster erschaffe, werde ich nicht länger mein Wohlergehen verzögern. Sehen Sie wie das auf manche ihrer negativen Gedankenmuster oder äußeren Zeichen passt? Hören Sie auf Zeit und Energie zu verschwenden, sich wegen etwas zu kritisieren, was wir nicht ändern können, solange wir bestimmte innere Überzeugungen (Glaubensmuster) haben und ändern sie stattdessen ihre Überzeugungen. Wir haben es nur mit Gedanken zu tun und Gedanken können verändert werden, gleichgültig wie wir an sie heran gehen werden oder über welches Thema wir sonst sprechen. Wenn wir einen Zustand verändern wollen, müssen wir es auch sagen:

Ich bin willens mich von dem Muster zu lösen, das diesen Zustand geschaffen hat.

Sie können das jedes Mal sagen, wenn Sie an ihre Krankheit oder ihr Problem denken. In dem Augenblick wo sie es sagen verlassen sie die Gruppe der Opfer, Sie sind nicht länger hilflos, Sie erkennen ihre eigene Macht. Sie sagen:

Ich fange an zu verstehen, dass ich das geschaffen habe. Ich nehme jetzt meine eigene Macht zurück, ich werde mich von diesem alten Gedanken lösen und ihn hinter mir lassen!“

Ich höre förmlich fast die Empörung, den Shitstorm über diese Affirmationen.  Diesen Zustand soll ich selbst geschaffen haben ….. weg mit diesem himmelschreienden Unfug… Ich weiß das, weil ich damit selber über Jahre gekämpft habe.

Ebenso habe ich mit Affirmationen gekämpft – vor allem mit jenen, die ein zukünftiges positives Sein enthielten. Eine Affirmation die eine Lüge enthielt? (So bin ich nicht, so kann ich nie werden) Nicht mit mir, ich könnte mir keine Lüge einreden. (Heute würde ich entgegnen: Aha, Du willst lieber mit einer Lüge leben? Denn heute weiß ich mehr über die Welt der Glaubenssätze und Gedankenmuster, wie sie unsere Welt zur Qual machen, obwohl sie nicht wahr sind)

Zum Glück habe ich mich schon viele Jahre lang mit dem Thema „Gedanken erschaffen unsere eigene Welt!“ beschäftigt (oder mit dem Thema: dass wir mit bestimmten Gedanken Dinge in unser Leben ziehen, mit denen wir durch solche gedanklichen Muster in Resonanz gehen). Ich fand das wahnsinnig spannend, konnte es aber vor vielen Jahren (wahrscheinlich schon vor 15/20 Jahren) als es mir zum 1. Mal begegnete – noch nicht so wirklich glauben und vor allem nicht umsetzen. Ich hatte zu viele Widerstände dazu in mir. Ich haderte mit verschiedenen Konzepten in mir (wie kann es sein, dass ich mein Leid erschaffen habe als Kind – missbraucht zu werden – in so eine Welt, zu solchen gewalttätigen Eltern geboren werden…. ) die mein Leiden so nicht erklärten, wurde es doch von anderen verursacht. (Es brauchte erst den Totalabsturz auf allen Ebenen, ehe ich begriff.)

Das hat sich erst langsam gelöst, als ich nach dem Sinn in meinem Leben suchte und mir ein anderes Weltbild erarbeitete. Das in etwa so zusammen gefasst ist, dass unsere Seele nicht nur in dieser Welt existiert, sondern schon viele Leben gelebt hat und viele Erfahrungen gemacht hat und Leben grundsätzlich sinnvoll ist, egal ob wir es verstehen oder erst im Nachhinein oder gar nicht. 

Auch in der Zeit der DIS-Diagnose und nach dem Unfall (wo ich den Sinn in meinem Leben nicht mehr sehen konnte bzw. ihn wieder verloren hatte) waren plötzlich all meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse – wie weggewischt. Ich lebte nur noch in der Schreckenswelt der Vergangenheit, nichts von dem Gelernten war noch zugänglich – es fühlte sich (wenn ich zurückfühle) an wie ein Leben in einem Kästchen mit starren, undurchdringlichen Wänden.

 

Sind Gefühle wahr?

Heute habe ich den Artikel von Dami Charf noch mal gelesen über die Wahrheit von Gefühlen. Die, die mich kennen wissen, dass ich diese Therapeutin und ihr Wissen sehr schätze und sie schon im alten Blog über DIS und Heilung oft zitierte und ihre Seite oft verlinkt habe. (Leider ist sie zu weit weg von mir, dass ich nicht in meinen sehr schwierigen Zeiten vor 5/6 Jahren zu ihr konnte)

Jetzt zur Weihnachtszeit – viele Blogleser haben da ja besonders viel Zeit – und da dachte ich – es wäre doch gut die Gelegenheit zu nutzen und von E. Tolle eine kleine Pause zu machen (obwohl er auch durchaus darüber schreibt) und die Gefühle unter die Lupe zu nehmen und mit Irrtümern aufzuräumen.

Hier ist der vollständige Link zu Damis ganzen Text:

Warum Gefühle nicht wahr sind

Besonders hervor heben möchte ich jenen Ausschnitt aus diesem Teil:

Gefühle als Schatten der Vergangenheit

Gefühle empfinden wir häufig als direkte Reaktion auf etwas, das gerade passiert. Wir neigen dazu, Gefühle sehr stark als Reaktion auf Reize aus der Umwelt wahrzunehmen. Wir empfinden Gefühle als authentisch und wahrhaftig. Man darf sie nicht anzweifeln und nicht in Frage stellen.

Hier begeben wir uns auf ein schwieriges Feld. Gefühle sind natürlich „echt“, in dem Sinne, dass wir sie eben jetzt real fühlen, ABER:
Gefühle entstehen aber zum großen Teil durch Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben (siehe auch Emotionale Flashbacks). Sie werden ausgelöst durch einen Abgleich, welches das Gehirn von der momentanen Situation mit bereits erlebten Situationen macht. Sehr schnell werden im Gehirn Vergleiche gemacht, die unter Umständen vollkommen an der Situation vorbei gehen.

Sobald ein gewisses Erregungsniveau im Körper überschritten ist, neigt das Gehirn außerdem  zu negativen Interpretationen der Umweltreize. Gesichter werden als unfreundlich interpretiert, Dinge werden persönlich genommen.

Die Pause zwischen Reiz und Reaktion

Hier müsste nun eine Pause zwischen Reiz und Reaktion – eines der wichtigsten Therapieziele –  erfolgen, um mehr Informationen aufzunehmen und die Situation auf Grund der neuen „Daten“ neu zu interpretieren.
Leider können die Schatten der Vergangenheit so stark sein, dass sie alle neuen Erfahrungen verhindern und ein Kreislauf der Re-inszenierung in Gang hält, der für die Betroffenen und für ihr Umfeld sehr anstrengend und zerstörerisch wirken kann.

Die Kunst des „Innehaltens“

  • die Pause zwischen Reiz und Reaktion

Eine Pause zwischen Reiz und Reaktion ist letztlich nur möglich, wenn wir lernen, Gefühle und Emotionen zu beobachten, am Rand zu bleiben und sie im Körper spürbar zu halten. Dadurch werden sie nicht überwältigend und es können neue Informationen und Erfahrungen gemacht werden.

Gefühle sind wie Gedanken, sie kommen und gehen. Je mehr wir uns mit ihnen identifizieren, desto schneller und steiler wird die emotionale Achterbahn – und das aussteigen wird fast unmöglich. Dies ist besonders wichtig, da bei starken Emotionen das Beobachter-Ich aussetzt und dies oft zu Handlungen führt, die weder für uns selbst noch für unser Umfeld gut sind.

Zu guter Letzt, sollten wir uns bewusst machen, dass Gefühle einem hohen Maß an kulturellem Einfluss unterliegen. Sie verändern ihre Bedeutung und Farbe durch die Kultur, in der wir leben (und die wir als Therapeuten mitprägen). Nehmen wir z.B. das Gefühl des Stolzes. Sprechen eine deutsche Frau und ein arabischer Mann über Stolz, so können wir ziemlich sicher sein, dass sie zwar beide das gleiche Wort benutzen, aber vollkommen andere Dinge dabei fühlen.
Es gibt „hippe“ Gefühle, die von einer Kultur bevorzugt werden und dadurch mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung bekommen und dadurch von Menschen auch für ihr persönliches Leben als wichtig wahrgenommen werden, so wie momentan authentisch, individuell, autonom, glücklich, etc.

Fazit

Gefühle sind nicht absolut, unveränderlich und wahr. Sie unterliegen unserer Interpretation, Umwelt- und gesellschaftlichen Einflüssen und sind wandelbar.

Gefühle verlieren ihre Stärke, wenn wir sie als Körperempfindung spüren lernen.
Je mehr wir das lernen, desto besser wird die Pause zwischen Reiz und Reaktion möglich. Nur dann ist es möglich, die Situation neu zu betrachten und mehr Informationen aufzunehmen, die ein neues Ergebnis liefern können.

Was dann letztlich zu neuen Erfahrungen und dadurch neuen Handlungsmöglichkeiten führt.

Außerdem kann das Beobachten von Empfindungen als Grundlage von Gefühlen genutzt werden, um dadurch andere Interpretationen auszuprobieren und damit altbekannte Gefühle und Muster neu zu bewerten.

Menschen, die nie emotionale Spiegelungen bekommen haben, sind häufig „gefühlsblind“. Sie können Gefühle einfach nicht benennen und dadurch ist es äußerst schwierig, mit diesen Menschen in Beziehung zu treten. Es ist eine äußerst wichtige soziale Fähigkeit Gefühle zu spüren und benennen zu können. Sie hilft uns bedeutsame Beziehungen zu pflegen und psychisch gesund zu bleiben.

 

 

Schmerzkörper-Auflösung 2 – Eigene Gedanken dazu

Ich bin ehrlich begeistert und ich bin auch froh, dass ich dieses Medium hier benutzen kann und ein wenig mehr Genauigkeit und Pausen dadurch in diesen wunderbaren Text von Eckhart Tolle reinkriege – sonst würde ich wohl vor Begeisterung einfach nur durch galoppieren und die Hälfte dieser Weisheit auf dem Ritt wieder verlieren oder nicht vollständig in mir aufnehmen können.

Ich habe dieses Buch schon mal (angefangen?) zu lesen vor mindestens 12 Jahren, wahrscheinlich mehr und habe null Erinnerung daran. Habe ich es überhaupt angefangen zu lesen? Habe ich es gleich wieder weggelegt? Habe ich es nicht verstanden? Hat es mich nicht interessiert? Keine Ahnung!

Aber es macht mir langsam begreiflich wie es Menschen mit DIShintergrund ergeht, wenn sie auf einer gewissen Schiene laufen, auf der ich volle 5 Jahre selbst gelaufen bin. Und gleichzeitig merke ich wie stolz ich auf mich bin und ich glaube auch sein kann, dass ich ohne dieses ‚erleichternde‘ Wissen von diesem Inhalt des Buches – so viel von diesen Weisheiten bereits unbewusst anwenden, verwenden konnte, um nicht länger den Weg des Leidens zu gehen. Ich glaube, ich habe eine kluge innere Führung! 

Etwas anderes frage ich mich auch. Wieso gibt es in Therapie keine Education mit solchen Inhalten, die einem so wunderbar nahe bringen, wie das mit den alten Schmerzen funktioniert und vor allem wie man sie wieder los wird? Nach meiner Diagnose DIS bekam ich eine kurze Education/Einführung über Trauma und Gehirnauswirkungen (weil ich danach fragte) – sehr theoretisch – aber schön und gut, sehr viel geholfen hat es mir in der Praxis jedenfalls nicht.

Hätte mir die erste Therapeutin jenes Buch von Eckart Tolle: Jetzt in die Hand gedrückt als Hausaufgabe – ich hätte mir viel Leid erspart und bestimmt 5 Jahre Zeit eingespart. Also die Frage warum es in der Therapie nicht sowas gibt, ist leicht beantwortet: Die Therapeuten haben selbst keine Ahnung davon.

Die praktischen Anwendungsmöglichkeiten zur Auflösung alter Schmerzen – die in diesen Texten zu finden sind, könnte man schon einem 10Jährigen vermitteln. Es ist wirklich traurig.

Begeistert bin ich auch, weil ich die Idee hatte, den Text auf den Hör-CDs aufzuschreiben und Menschen teilhaben zu lassen, die an Weiterentwicklung und Leid- und Schmerzauflösung interessiert sind (und ehrlich – wer ist das nicht? Leiden wir nicht alle irgendwie?), denn durch das genaue hinhören und abschreiben und dann noch hier her schreiben, landet der Text sehr gründlich in meinem Hirn (ich gehöre zur Kategorie der „Einverleiber“ von Wissen und manchmal will ich mehr und schneller wissen, als mein Hirn verkraften und behalten kann) dafür bin ich wirklich dankbar.

Und nebenbei die Art der Textverarbeitung hier bringt auch mit sich, dass ich Pausen einlegen muss, die sehr zur Verarbeitung, genauer Betrachtung, Reflexion und Suche in mir selbst – dienen.

Ich bin so dankbar dafür, dass mich die richtigen Bücher, Inhalte, Menschen… immer genau an dem Punkt abholen, wo ich sie brauche um weiter zukommen auf meinem Weg und wo ich genau in diesem Augenblick offen bin für die Botschaften. Fast kommt es mir vor als säße da irgendein Vermittler aus einer anderen Dimension, der unermüdlich Wege sucht – mir zu helfen – weiterzugehen in meiner Entwicklung. Danke!

Das musste ich jetzt einfach noch einfügen, ehe es weitergeht mit der Schmerzkörper Auflösung – ganz praktisch!

 

Gedanken zum Schmerz im JETZT

Ich lerne grad von Eckhart Tolle was es bedeutet im Jetzt zu sein und so wenig wie möglich in der Vergangenheit oder in der Zukunft. (Immer nur kurze Ausflüge in die vergangenen und zukünftigen Zeiten) Und nach meinem letzten Beitrag „Wochenenden“ fürchte ich liegt da genau der Wurm drin. Ich fürchte nämlich, dass das im Jetzt Leben mir eher unheimlich ist – denn im Jetzt empfindet man alles was gerade ist, vorausgesetzt man lässt es zu…  Gefühle kommen und tägliche Aktivitäten z.Bsp.  lenken da ab. Aber von Ablenkung wird man nicht heiler.

So ist Eckhart Tolle für mich eine wirkliche Hilfe um das Thema Schmerz anzugehen und es zu durchleuchten – und letztlich um weniger Schmerz zu fühlen, sondern lernen so mit ihm umzugehen, dass er aufgearbeitet wird. Und erst muss ich ja immer im Kopf klar haben wo es hingeht.

Das Problem mit dem Fühlen im Jetzt ist, dass unser Ego-Verstand die Vergangenheit  und/oder die Zukunft braucht – er kann nicht ohne diese beiden Faktoren existieren und nimmt das zeitlose Jetzt als Bedrohung war. (So erzählt es Tolle in seinem Buch – das ich auf CD höre – und das ist mir sehr einleuchtend)

Auf der 2. CD gleich am Anfang sagt er, dass der größte Teil unserer Schmerzen und des Leids unnötig ist. 

Wörtlich ist da zu hören: „Solange Deine Gedanken unkontrolliert bleiben, kommt auch immer der alte Schmerz hoch – und da kommt auch automatisch Widerstand dagegen auf. Die Intensität des Schmerzes hängt also immer mit dem Grad des Widerstandes gegen den Schmerz im Moment ab. Und der wiederum hängt davon ab, wie stark du mit dem Verstand identifiziert bist. Oder anders ausgedrückt, je mehr Du mit Deinem Verstand identifiziert bist, desto mehr leidest Du.“

Das finde ich faszinierend und sehr einleuchtend. Das erklärt für mich auch die Frage in einem meiner früheren Beiträge, als ich zu ergründen versuchte, warum ich als Kind keinerlei Leid empfand. Da schrieb ich: Wie kann es sein, dass wir all die schlimmen Sachen als Kind überlebt haben, wo doch der Weg, die alten Probleme als Erwachsener zu lösen im Heute soviel einfacher ist, als für die Kinder damals? Ist man als Kind viel stärker als später der Erwachsene?  Nun kann ich mir die Antwort selbst geben: Ich war als Kind im Jetzt – und ich machte mir keine Gedanken über die Vergangenheit und auch war ich zu sehr mit der Gegenwart (dem Überleben) beschäftigt, dass kein Raum in mir übrig war an die Zukunft zu denken (und auch mein Verstand noch nicht genug entwickelt war, mir eine Zukunft vorzustellen oder über die Vergangenheit nachzudenken). 

Erst sehr viel später – nach meinem 16. Lebensjahr fing ich wirklich an zu leiden, als ich über meine Vergangenheit nachdachte – (mich verglich mit anderen, reflektierte dass meine Kindheit echt Sch…. war und vieles mir fehlte – keine Unterstützung bekam… etc. und meine Zukunft so auch geschmälert sah).

Was ich daraus lerne ist, dass das im Jetzt sein ein angestrebter Zustand werden kann – vorausgesetzt wir wollen nicht noch mehr neuen Schmerz dem alten Schmerz hinzu fügen – und dass wir dieser Schmerzspirale nur entkommen, wenn wir im Jetztzustand, den alten Schmerz – wenn er kommt – zulassen und ihn akzeptieren – nicht Widerstand leisten, (ihn aushalten, durchlaufen) denn Widerstand vermehrt den Schmerz.

Es ist wunderbar mit so einem tollen „Vorleser“ (Eckhart Tolle) jeden Tag ins Bett gehen zu dürfen – das sind Lerngeschichten für Erwachsene, die sich weiterentwickeln wollen.

 

Glücklichsein oder Rechthaben?

Kürzlich gefunden im Netz unter „Positiven Nachrichten“:

Lass Dir nicht alles von Deinem Gehirn gefallen

Unser Gehirn spielt uns manches  Mal einen Streich. Wir meinen, korrekt sein zu wollen, etwas ganz genau klären zu wollen. Mancher Kampf wird geführt, weil uns die Leichtigkeit fehlt, einfach zu sagen, was soll‘s. Prinzipien übernehmen die Führung und führen auf beiden Seiten zu negativen Emotionen. Fühlen wir uns verärgert, aufgeregt, beleidigt, enttäuscht, entsteht negativer Stress. Dieser führt zu immer weniger Logik. Wir werden immer emotionaler und bekommen den sogenannten Tunnelblick. Wir beißen uns in Themen fest und ziehen in überflüssige Schlachten. Denn Emotionen sind schwerer zu kontrollieren als Gedanken.

Im Coaching gibt es einen Spruch, den wir uns öfter vor Augen halten sollten, bevor wir streiten:

„Willst Du glücklich sein oder recht haben?“.

(Und heute in einem Kabarett-Sendungsausschnitt erzählte Lisa Fitz sogar von einem früheren Freund, der sie fragte: Willst du rechthaben oder geliebt werden!)

Dies umso mehr, wenn wir mit Menschen hadern, die uns nah sind. Gegenseitige Verletzungen nur wegen eines Prinzips, lohnen sich zwischen Menschen, die sich mögen, noch viel weniger als sowieso.

Man braucht schon ein dickes Fell bei all den ‚Rechthabern‘, denen man so begegnet, wo es gar nicht mehr um die Sache geht, sondern diese Leute nur noch darum kämpfen, dass sie mit ihrer Meinung – ihren (Schnell – Vor – ) Urteilen – rechthaben wollen. Jeder andere wird bekämpft, der anders denkt, anders spricht, andere Erfahrungen gemacht hat, anders ist.

Zweifel

Seit einem Telefonat mit einer Person, wir kennen uns schon länger – ist der Zweifel gesät…. ob es wirklich was bringt hier zu schreiben…. von seinen Erfahrungen zu berichten… etwas Gutes weiter zu geben… hilfreich sein für andere, die sich auf den Weg machen …. zur Selbstwirksamkeit, die ehrlich auf der Suche sind nach Lösungen, damit es ihnen besser geht, damit sie wachsen können, motiviert werden etwas Neues auszuprobieren…. Für Leute, die schon ewig bei Therapeuten Hilfe suchen und keine bekommen, für Menschen, die die x-te Therapie angefangen haben und immer alles schlimmer wurde…. So ist es mir ergangen und ich habe mich befreit – nach Jahren endlich befreit.

Jene Person meinte, dass es nicht sonderlich hilfreich ist, wenn Leute hier lesen, die sich gar nicht verändern wollen, die es vielleicht gar nicht wollen, weil sie es sich nicht vorstellen können, dass sie sich verändern können…. Oder gar, dass die lieber da bleiben wollen wo sie sich schon seit vielen Jahren aufhalten (aus welchen Gründen auch immer) und nicht wirklich was verändern wollen – sich vielleicht ganz gut fühlen in dieser Opferrolle (man bekommt ja Zuwendung – Krankheitsgewinn – Bestätigung…).

Vielleicht ist es wirklich ‚ein Perlen vor die Säue werfen‘ – vergebene Liebesmüh und ‚völlig für die Katz‘. Warum aber lesen die Leute trotzdem – ich kann ja die Aufrufe sehen?

Jene Person, mit der ich mich über den Sinn des Erfahrungen hier im Blog zu schreiben austauschte – meinte, man muss gezielter sich mit Menschen in Verbindung setzen. Per email geschieht das schon mit ein paar wenigen. Soll ich es dabei belassen?

Ist es ein Irrtum, dass meine Erfahrungen nützlich sein können für andere? Wenn man ausgerichtet ist auf Heilung von außen – auf geheilt werden durch Therapie – (war ich ja selbst einmal und glaubte mit jeder Faser daran) ist man da dann überhaupt in der Lage, sich für andere Wege zu öffnen? Ich glaubte damals ja auch – nur ein besonders guter Therapeut könnte helfen (stellvertretend für eine gute Mutter, die ich nie hatte aber mir als Kind bestimmt gewünscht hätte). Ich glaubte vor 10 Monaten noch nicht daran, dass ich Kräfte in mir hatte, die mich befähigen würden, mich selbst zu befreien von all dem Leid aus meiner Vergangenheit, dass ich alles in mir trug, – dass ich mir selbst vertrauen konnte. Das war meilenweit weg für mich – damals. Schließlich habe ich schon als Kind die Stärke entwickelt zu überleben und da waren meine Kräfte, meine Widerstandskraft, meine Möglichkeiten soviel geringer und trotzallem überlebten wir und gingen nicht zugrunde.

Erlernte Hilflosigkeit! Darüber gibt es viel Literatur. Dort kann man es nachlesen als Erwachsener – als Kind hatten wir diese Chance nicht. Wir können lernen aus dem Gelesenen, können Konsequenzen daraus ziehen und unser Wissen verwandeln in Handeln – in anders handeln – Verantwortung für das weiter von uns aufrecht gehaltene Gefängnis /aus der Kinderzeit – übernehmen.

Was also befreite mich? Was war es, dass mich befähigte, dass ich mich besann – auf mich – auf meine Kraft – auf meine Selbstwirksamkeit? Habe ich – so ganz nebenbei – Äußerungen von anderen Menschen, die sich befreien konnten – aufgesogen – sozusagen unbewusst – die später dann für meine Befreiung nützlich waren? Schließlich habe ich schon immer viel gelesen und mich interessiert, wie andere Menschen denken, wie sie Probleme angegangen sind.

Und es ist komisch aber …. trotz all der schlimmen Verhältnisse, unter denen ich aufwuchs, bin ich ein Mensch geworden, dem viel darin liegt, anderen Gutes weiter zu geben (es zu vermehren) und somit auch meine guten Erfahrungen, mein Nützliches, das ich erkannt habe und das hilfreiche Gelernte.

 

Kopf und Herz

„Wenn mein Kopf es sich ausdenken kann, wenn mein Herz daran glauben kann – dann kann ich es auch erreichen.“

– Muhammad Ali

Nun, ich bin zwar kein Boxer…. obwohl mein Leben – im übertragenen Sinne – durchaus mit einem Boxkampf zu vergleichen wäre. Es war ein einziger Kampf und ich musste mich ganz schön durchboxen.

Ich war erst mit 17 Jahren in der Lage meinen Kopf zu benutzen – ich meine damit, dass ich entdeckt habe, dass ich jemand bin, ein Selbst habe, eigene bewusste Gedanken und Fragen in mir hatte. Vorher lebte ich wie ein Tierchen, immer nur entweder Spielball von Anderen, oder reaktives Menschlein, das rebellisch, angepasst oder ‚zufallsgewürfelt‘ durch die Jahre stolperte. Mit 17 – das war 3 Jahre nach dem Tod meiner Mutter – als ich anfing ein Mensch zu werden und feststellte, dass ich Denken konnte, dass ich eine eigene Meinung haben konnte, eigene Gedanken und langsam erwachte ich ins Fühlen.

Das mag spät sein – oder vielleicht ist das auch normal, wenn man in so schlimmen Verhältnissen wie ich – aufwuchs. Vielleicht hat man einfach keine Zeit gehabt, keine Chance, sich mich sich selbst zu beschäftigen, zu reflektieren, sich Gedanken zu machen. Man brauchte jede Sekunde entweder dafür ums Überleben zu kämpfen oder um sich von diesem Kampf zu erholen.

Vermutlich kann mir das niemand beantworten, denn wer denkt schon über sowas nach. Allerdings macht es mich neugierig wie das zusammen passt, mit dem in aller Munde geführten Zustand des „JETZT“, das so erstrebenswert sein soll. Ist das ‚Jetzt‘ nicht auch so ein Zustand wie ich ihn als Kind gelebt habe – also keine reflektierten Gedanken zu dem Vergangenen und keine Ängste vor dem was in ein paar Stunden auf uns zu kommt?

Mag sein, dass das glücklicher macht, aber wächst man da auch? Entwickelt man sich so weiter? Ab und zu den Zustand des im Jetzt sein zu genießen, kommt mir durchaus sinnvoll vor – aber immer?

Mit meinem Kopf oder Verstand denke ich, mit dem Herz fühle ich was die Gedanken in mir auslösen. Aber die Auswahl meiner Gedanken, die ich für wahr halte und mein Herz fühlt – sind es die mein Leben gestalten.

Wachsen – ganz normal

Allmählich verstehe ich immer besser, warum ich diesen schlimmen Unfall hatte oder warum er mich ereilt hat – bzw. mich gestoppt hat – mich daran gehindert hat weiter von meinem (ursprünglichen) Weg abzukommen.

Ein Drittel meines Lebens habe ich mit mir und der Welt gehadert – ein weiteres Drittel habe ich nur für andere gelebt (Tochter großziehen, Brötchen verdienen, allen Anforderungen gerecht zu werden….) – und das letzte Drittel darf ich mich jetzt um mich und meine Weiterentwicklung, meinen Frieden, um meine Wünsche kümmern. So frei und unabhängig habe ich mich noch nie gefühlt. Mehr und mehr merke ich, dass ich mich von anderen Menschen nicht mehr irritieren lasse, wie ich mich strecke, mehr ausdehne, mir treu bleibe, keine Hemmungen mehr habe – meine Wahrheit zu sagen, zu vertreten zu leben – auch wenn sie einigen nicht gefällt. Das heißt nicht, dass ich rücksichtslos bin, ich habe eine klare Ethik in mir, spüre was richtig und falsch ist und bin aufmerksam ob ich das auch einhalte.

Vielleicht ist das dem Alter geschuldet oder den neuen Erkenntnissen, dass ich am besten weiß wer ich bin, wie ich ticke, was ich brauche und viele wertvolle Erfahrungen gemacht habe.

Mir fällt gerade die Aussage des Gestalttherapeuten Fritz Perls:

Ich bin ich.

Du bist du .

Ich bin nicht auf dieser Welt, um deine Erwartungen zu erfüllen.

Du bist nicht auf dieser Welt, um meine zu erfüllen.

Du bist du.

Ich bin ich.

Wenn wir uns in irgendeinem Moment oder irgendeinem Punkt treffen, wird es wunderbar sein.