Bewusstsein ist der erste Schritt zur Heilung und Veränderung

Das ist jetzt der vorläufig letzte Text der 3 CDs von L. Hay, der mir noch wichtig erschien. Es sind auch noch jede Menge Übungen dabei, die ich erst ‚ausprobieren‘ muss und schauen wie und ob sie hilfreich sind. Ja, Übungen, das sind die kleinen (manchmal unlieben) Zwischenschritte, die uns letztlich zur Veränderung alter Muster tragen.

„Wenn wir einige tief verankerte Muster haben, müssen wir uns ihrer bewusst werden, um diesen Zustand heilen zu können. Vielleicht fangen wir damit an den Umstand beim Namen zu nennen, uns über ihn zu beklagen oder ihn in anderen Menschen zu erkennen. Er gelangt irgendwie an die Oberfläche unserer Aufmerksamkeit, wir fangen an eine Verbindung zu ihm herzustellen. Wir ziehen oft einen Lehrer, eine Freund, einen Kurs, ein Seminar oder ein Buch an, die alle Methoden zur Lösung eines Problems aufzeigen.

Bei mir begann es mit einer zufälligen Bemerkung eines Freundes, dem von einem Treffen erzählt worden war. Mein Freund ging nicht hin, aber irgend etwas in mir reagierte und ich ging hin. Dieses kleine Treffen war der erste Schritt auf meinem Weg zur Entfaltung. Ich erkannte die Bedeutsamkeit des Treffens erst einige Zeit später. Unsere Reaktion auf diese erste Etappe ist oft zu denken, diese Methode sei dumm oder sinnlos. Vielleicht erscheint sie uns zu einfach oder für unsere Denkweise nicht akzeptabel, wir wollen es nicht. Unser Widerstand zeigt sich stark. Wir ärgern uns vielleicht schon bei dem Gedanken daran, es zu tun.. Eine solche Reaktion des Widerstands ist sehr gut, wenn wir begreifen, dass sie der 1. Schritt zu unserem Heilungsprozess ist. 

Ich erzähle den Leuten immer, dass jede Reaktion, die sie empfinden da ist um Ihnen zu zeigen, dass sie sich bereits im Heilungsprozess befinden, obwohl die völlig Heilung noch nicht erreicht ist. Die Wahrheit ist, dass der Prozess in dem Augenblick beginnt, in dem wir über Veränderung  nachdenken. Ungeduld ist nur eine andere Form des Widerstandes. Es ist Widerstand gegen Lernen und Veränderung. Wir fordern, dass genau in diesem Moment etwas abgeschlossen sein muss, dann nehmen wir uns nicht die Zeit, diejenige Lektion zu lernen, die zu dem von uns geschaffenen Problem gehört. Wenn Sie in ein anderes Zimmer gehen wollen, müssen Sie aufstehen und sich Schritt für Schritt in die richtige Richtung bewegen. Einfach nur rumsitzen und fordern im anderen Zimmer sein zu wollen – wird nicht funktionieren. Hier ist es dasselbe.

Wir alle wollen das Problem hinter uns haben, aber wir wollen nicht die kleinen Schritte gehen, die die Lösung ergeben. Jetzt müssen wir unsere Verantwortung erkennen, eine Situation oder ein Problem geschaffen zu haben. Ich sprechen weder davon eine Schuld zu haben, noch davon ein schlechter Mensch zu sein, weil Sie sind wo Sie jetzt sind. Ich spreche davon die Macht in sich zu erkennen, die all unsere Gedanken in Erfahrung umgeformt haben. In der Vergangenheit haben wir diese Macht benutzt etwas zu erschaffen, was wir nicht erfahren wollten. Wir haben nicht bewusst gehandelt. Jetzt erwerben wir das Bewusstsein und lernen diese Macht gezielt und positiv zu unserem Gunsten einzusetzen, nachdem wir nun unsere Verantwortung erkannt haben.

Wenn ich einem Klienten eine Lösung vorschlage, eine neue Art sich mit einer neuen Sache zu befassen, oder jemanden zu verzeihen, sehe ich oft, wie der Kiefer angespannt ist und die Arme über der Brust verschränkt werden. Vielleicht werden sogar die Fäuste geballt – der Widerstand kommt zum Vorschein und ich weiß, dass wir genau den Punkt getroffen haben, der bearbeitet werden muss. Wir alle haben unsere Lektionen zu lernen. Die Themen, die uns so schwierig erscheinen, sind nur die Lektionen, die wir uns ausgesucht haben. Wenn uns etwas leicht fällt ist es keine Lektion, sondern wir wissen es bereits. Wenn Sie an das denken was Ihnen am schwersten fällt, wie stark Ihr Widerstand dagegen ist, dann haben Sie Ihre momentan schwierigste Lektion im Auge. Der nächste Schritt wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie sich fügen und den Widerstand aufgeben und sich zugestehen zu lernen, was Sie zu lernen haben. Lassen Sie sich von Ihrem Widerstand nicht davon abhalten zu lernen was Sie zu lernen haben. Lassen Sie sich nicht von Ihrem Widerstand davon abhalten sich zu verändern.

Wir können oft auch auf 2 Ebenen arbeiten: 1. den Widerstand betrachten und 2. trotzdem die geistigen Veränderungen vornehmen. Beobachten Sie sich selbst, passen Sie auf, wie Sie Widerstand leisten, machen Sie aber dennoch weiter.“

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Ich finde, das ist sehr klar ausgedrückt und entspricht absolut meinen Erfahrungen und Beobachtungen bei mir selber (und auch bei anderen). Es ist so schön ausgedrückt und wird mir weiterhin helfen bei Veränderungen den Widerstand anzunehmen, wenn er mich hindert oder mich zurückschrecken lässt.

Beim Hören und bei der Niederschrift grade eben – fiel mir auf, dass dieses Thema gerade bei mir sehr aktuell ist. Ich kam vor 2 Stunden gerade von einer Geburtstagfeier zurück und während der tiefgehenden Gespräche mit 2 Frauen, bemerkte ich in mir das Drängen, ihnen bei ihren gerade angesprochenen Problemen zu helfen. Aber mein Denken ist für diese Frauen sehr ungewohnt gewesen. (Eine von Ihnen macht seit ihrem 17ten Lebensjahr Therapie – ist jetzt über 50). Ich wollte ihr vermitteln, dass unsere Glaubensätze, also was wir denken auch unsere Gefühle machen, dass oft unsere Denkweise dazu führt, dass wir uns schlecht fühlen.  Für mich ist das ganz natürlich geworden und ich beobachte ständig Menschen, wie sie sich mit ihren Glaubenssätzen und Gedanken begrenzen (das kann ich nicht, das geht nicht, das brauch ich nicht….). Das tut mir fast körperlich weh, und ich würde so gerne das Neuerkannte in den letzten Monaten weitergeben und ich merke – es ist vergebene Liebesmüh.

Mir ist aber heute wieder sehr deutlich deswegen vor Augen gekommen, dass ich diesen Drang anderen helfen, weitergeben zu wollen, was gut ist – genauer anschauen muss. Ich habe einen in mir, der sehr ungeduldig ist und was sagt L. Hay dazu? Ungeduld ist auch eine Form des Widerstands. Ja, so geschieht das mit solchen Texten, man hört sie, liest sie und schon ist man mittendrin im 1. Schritt der Veränderung, und Umsetzung der neuen Erkenntnisse.

Weitergabe von Wissen

Es ist erstaunlich wie viele bekannte Menschen uns begegnen (Virtuell, in Vorträgen, kostenlosen Online-Seminaren, Büchern…. Dalai Lama, Eckart Tolle, Brendon Burchard, Donald Walsch, Katie Byron, Louise Hay, Gregg Braden….u.v.a.) die uns eigentlich immer auf dasselbe hinweisen: Nämlich im Jetzt leben, in der Gegenwart und dass dies der einzige Ort ist wo wir etwas für eine bessere Zukunft tun können, und etwas tun können, um uns von unserer schmerzvollen Vergangenheit zu lösen.

Auch höre, lese ich auf ebenso vielfältige Weise, dass es in unserem Leben nicht um das Materielle geht, dass wir alle eins sind und die Welt ein Spiegel unserer Lebens- und Denkweise ist ….. und dennoch – es scheint so, als glaube das fast niemand. Die meisten glauben (und leben danach), entweder daran, dass sie ewig leben werden, dass nur sie allein wichtig sind, dass sich nie etwas ändern wird, dass sie durch das große Auto, viel Geld auf dem Konto, durch die Mithilfe bei der Ausbeutung unseres Planeten und der Menschen reicher werden, dass sie andere andere übers Ohr hauen können, Verantwortung ausblenden können, oder für immer Schmerz erleiden müssen….. und erkennen nicht, dass alles seine Konsequenzen hat und wir denen niemals entkommen, dass wir immer für alles einen Preis dafür bezahlen werden (oder eben auch wenn wir für andere etwas tun, wir auch den Preis dafür erhalten).

Wir leben nun nicht ewig hier auf diesem Planeten, wir sind keine Einzelwesen und können weiter so agieren, als gäbe es nur uns. Alles hängt zusammen. Keiner und Nichts ist unabhängig.

Trotz aller ständigen Aussagen von Menschen, die sich weiter als die Masse entwickelt haben, mehr Zusammenhänge erkennen können und uns ihre Erkenntnisse weitergeben…, die meisten nehmen keine Notiz davon, wollen sie nicht hören, übernehmen keine Verantwortung – es scheint ihnen egal zu sein und halten an ihrem zerstörerischen Weltbild fest. So traurig!!!

Diese kostenlosen Online-Seminare z.B. vermitteln soviel wertvolles, bleibendes Wissen … Aber die Menschen kaufen lieber teure Ersatz-Dinge; Autos, Immobilien, Schmuck, Gold, Diamanten, SUVs… die vergänglich sind, die im Grunde nichts bedeuten. Es ist für die meisten Menschen so oft nur das wertvoll, was materiell ist und viel kostet. Sie probieren die vielen Lösungsmöglichkeiten nicht aus – obwohl sie nichts kosten – vielleicht ein klein bisschen Zeit und Achtsamkeit.

 

Die Unterscheidung

Weil so viel los war bei uns – bin ich ein bisschen im Verzug mit der Fortsetzung von Louise Hays Abschriften….. deshalb heute auch ein hilfreicher Beitrag – mal wieder von Dami Charf;

https://therapeuten.traumaheilung.de/emotionale_flashbacks/

Dami Charf macht grad wieder einen Onlinekurs bei dem man eine Weile kostenlos teilnehmen kann. Nehm ich wieder gleich mit 😊

….eine Retraumatisierung ist eine starke Reaktivierung des traumatischen Erlebens durch ein neues Ereignis.
Ein emotionales Flashback wird oft gar nicht wahrgenommen, man reagiert einfach aus den alten Mustern heraus oder hört im Kopf die alten Bewertungen in einer Situation, die an und für sich gar nichts beängstigendes hat, sogar oftmals positiv sein kann.
Herzliche Grüße, Dami“

Dieser Unterschied zwischen einem retraumatischen flashback und einem emotionalen Flashback – finde ich sehr wichtig, denn letzterer nährt sich aus alten Mustern (Glaubensätzen, Gedanken) und diese sind ja (schildert L. Hay ja gerade) aufzulösen.

Für mich sind die emotionalen Flashbacks genau die Automatismen aus alter Zeit.

Dami Charf sagt über Ihrer Arbeit:

„…Menschen wieder in Verbindung mit sich selbst und der Welt zu bringen und ihre Selbstregulation und Bindungsfähigkeit zu verbessern ist das Ziel meiner Arbeit.“

So mache ich es wohl richtig (zwar nicht mit Therapeuten übe ich das, aber) ich arbeite auch an meiner Selbstregulation, indem ich die alten Muster, Glaubensätze, Automatismen unter die Lupe nehme und sie durch Lenkung der Gedanken, Achtsamkeit, mehr Wissen (z.B. L.Hays CD) mein Verständnis dafür vergrößere.

Und die Bindungsfähigkeit übe ich auch täglich im Umgang mit meinen Aufgaben in meinem Ehrenämter-Tätigkeiten, wo ich vielen Menschen begegne. Und ich verrate es Euch: Wenn man für andere was tun kann, so ist das seelenstärkend und macht Freude.

Überall liegen die Geschenke des Kosmos herum

Der Vortrag von Gregg Braden von gestern hat mich richtig geflasht! Ich bin so dankbar für die Vielfalt, die mir fast täglich geboten wird und man sie nur auswählen muss und sie annehmen, dass wir jetzt eine Wahl haben für unsere Heilung, Weiterentwicklung – wo wir noch vor einem Jahr noch keinerlei Hoffnung hatten.

Ich fühle mich so reich, so aufgehoben, so sicher darin, dass alles einen Sinn hat und alles gut wird und ja schon ist.  Weiterlesen

Beziehungen 2

Fortsetzung Beziehungen von L. Hay:

„Betrachten Sie irgend jemand in Ihrem Leben, der Sie aufregt. Beschreiben Sie 3 Dinge, die Ihnen an diesem Mensche nicht gefallen, etwas das er Ihrer Meinung nach verändern sollte. Jetzt schauen Sie tief in sich hinein und stellen sich selbst die Frage: Wo bin ich genauso und wann tue ich dieselben Dinge? 

Schließen Sie die Augen und nehmen Sie sich Zeit dafür und stellen Sie sich die Frage: Bin ich gewillt mich zu verändern? Wenn Sie die entsprechenden Gewohnheiten und Überzeugungen aus Ihrem Denken entfernen, werden sich jene Menschen verändern oder sie werden aus Ihrer Umgebung verschwinden. Wenn Sie ein unzuverlässigen Freund haben, der sie im Stich lässt, gehen Sie in sich und fragen Sie sich selbst: In welchem Bereich Ihres Lebens  sind Sie selbst unzuverlässig? Und wann lassen Sie andere im Stich? Entspricht das Ihrer Überzeugung? Wenn Sie einen Liebhaber haben, der gefühllos zu sein scheint, dann schauen Sie ob es in Ihnen eine Überzeugung gibt, die daher kommt, dass Sie als Kind ihre Eltern beobachtet haben, vielleicht eine Mutter, die immer nörgelte und Sie nicht unterstützt hat. Betrachten Sie wieder Ihre Überzeugungen, die in Ihrer Kindheit begründet sind. Hat ein Elternteil dauernd genörgelt oder war nicht kooperativ? Sind Sie auch so? Wenn Sie ein Kind haben mit Gewohnheiten, die Sie stören, garantiere ich Ihnen, dass das Ihre Gewohnheiten sind. Kinder lernen nur durch nachahmen der Erwachsenen, die um sie sind. Bringen Sie das in Ihrem Leben in Ordnung und dann werden Sie feststellen, dass das Kind sich von alleine ändert. Das ist die einzige Art andere zu ändern, man muss zuerst sich selbst ändern. Ändern Sie Ihr Verhaltensmuster und Sie werden feststellen, dass auch die anderen anders sind. Es ist nutzlos jemanden die Schuld zu geben, ihre Kraft wird vergeudet wenn Sie jemanden beschuldigen, behalten Sie Ihre Kraft – ohne Kraft können wir keine Veränderungen erzielen. Ein hilfloses Opfer kann keinen Ausweg finden.“ 

***

Diese Übung muss ich wohl noch ein paarmal machen…. Da gibt es doch einige Leutchen, deren Verhalten mir doch auf die Nerven gehen. Ich nehme an, die narzistischen Politiker sind da wohl nicht gemeint ;-). Und in der Vergangenheitsschau müssen da auch einige Beziehungen auf den Prüfstand. Das scheint mir richtige Arbeit zu werden. 😉

Schon vor ungefähr 30 Jahren ist mir unten stehender Spruch in die Hände gefallen, den ich mir damals an meinem Arbeitsplatz, gegenüber meines Schreibtisches gehängt habe.

An einen schwierigen Menschen

Du bist mein Fegefeuer,

Du reinigst mich.

Dein Blick peinigt mich.

Dein Wesen regt mich auf.

Dein Blick erinnert mich an etwas, was ich bisher mit Erfolg verdrängen konnte.

Dein Tonfall reizt mich.

In Deinem Wesen entdecke ich etwas, was ich bisher nicht gefunden habe.

Deine Art und Weise zu leben steht im Widerspruch zu meiner Denk- und Lebensweise.

Du bist ein Feuer, das mir weh tut und mich wärmt in einem.

Ich weiß, du bist nicht zufällig in mein Leben getreten.

Unausweichlich warst du da!

Du hast an mir (d)eine Aufgabe zu erfüllen.

Ich habe an Dir (m)einen Auftrag durchzuführen.

(Es ist geheimnisvoll, auf Grund von Aufträgen einander begegnen zu müssen.)

Wir sind (nicht nur Menschen, wir sind) füreinander Gesandte.

Du wirst mich so lange herausfordern, bis ich eins bin mit Dir“

 

Martin Gutl (österreichischer Priester)

 

Beziehungen 1

F    L. Hay: spricht hier über Beziehungen – und beim nächsten Mal berichtet sie über ‚Harmonische Beziehungen‘ – da bin ich schon ganz neugierig.

„Glauben Sie nicht an Einengung!

Es scheint, als wäre alles im Leben Beziehung. Wir haben alle Beziehungen. Sie haben jetzt sozusagen eine Beziehung zu dieser CD, die Sie hören, zu mir und meinen Vorstellungen. Die Beziehung, die sie zu Gegenständen, Nahrungsmitteln, dem Wetter, Reisen und zu Menschen haben, spiegeln die Beziehung wider, die sie zu sich selbst haben. Die Beziehung, die Sie zu sich selbst haben, wird im hohen Maße von den Beziehungen beeinflusst, die Sie zu den Erwachsenen hatten, die Sie in Ihrer Kindheit umgaben. Die damaligen Verhaltensweisen uns gegenüber ist oft so wie wir heute zu uns sind – sowohl im Positiven wie auch im Negativen.

Vergegenwärtigen Sie sich einen Augenblick die Wörter, die Sie benutzen, wenn Sie sich selbst beschimpfen. Sind das dieselben Wörter wie die der Eltern, die sie benutzten, als sie Sie beschimpften? Welche Wörter benutzen Sie wenn Sie sich selbst loben? Ich bin sicher, dass es dieselben sind. Vielleicht wurden Sie nie gelobt, deshalb haben Sie vielleicht keine Vorstellung davon, wie man sich selbst lobt. Vielleicht denken Sie, dass es an Ihnen nichts lobenswertes gibt. Ich beschuldige unsere Eltern nicht – weil wir alle Opfer von Opfern sind – sie konnten Ihnen unmöglich etwas beibringen, was sie selbst nicht wussten und kannten.

Sandra Roy, die große Vertreterin der Wiedergeburtslehre, die sehr viel auf dem Gebiet der Beziehungen gearbeitet hat, behauptet, dass jede wichtige Beziehung, die wir hatten, ein Abbild der Beziehung ist, die wir zu einem Elternteil hatten. Sie behauptet auch, dass wir uns niemals eine wunschgemäße Beziehung aufbauen können, ehe wir nicht diese ersten geklärt haben. Beziehungen sind Spiegel unseres Selbst. Unsere Attraktivität gegenüber einem Menschen spiegelt immer – entweder eine Eigenschaft, die wir haben, oder unsere Auffassung, die wir zu Beziehungen haben. Das gilt ob es nun ein Chef ist, ein Mitarbeiter, ein Freund, ein Liebhaber, ein Ehepartner oder ein Kind. Das was Ihnen an diesem Menschen missfällt, ist entweder das, was Sie selbst tun, gerne tun würden oder was Sie glauben. Sie können auf diese Menschen nicht anziehend wirken oder um sich haben, wenn Ihre Art nicht irgend eine Ergänzung wäre.“

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Das macht mich sehr nachdenklich. Und nach einigem nachdenken und prüfen erkennen wir in der Tat, dass das sehr wahrscheinlich ist. Und erklärt auch, warum wir in Sachen Menschenwahl vordergründig eine Miss(t)wahl getroffen haben. Wenn ich da nur einige meiner Beziehungsauswahlen in der Vergangenheit ehrlich und genau betrachte, so kann ich da nur kräftig nicken.

Ich mache hier mal eine Gegenüberstellung von einigen Beziehungen, die mir hier nach diesem Text förmlich entgegen schreien.

Thema Therapie – da war eigentlich jede/r der Therapeuten ‚unzureichend‘ und brachte jedesmal mehr Leid. Mit Blick auf den Text hier von L. Hay, waren therapeutische Personen genau das, was meine Überzeugung und Sichtweise als Kind war und was ich erlebte. Als Kind half mir kein Außenstehender und irgendwann bildete sich in mir die Überzeugung, dass mir niemand helfen kann. Da aber natürlich Therapeuten leicht in der Elternschiene landen (Übertragung) passte das sehr gut zu meinen Überzeugungen – ergo konnte mir auch kein Therapeut helfen. Ich hatte mir ja schon als Kind einzig und allein nur selbst helfen und war gut in Überlebensstrategien zu entwickeln.

Thema Partnerwahl: Mit dem ersten war es ähnlich wie bei uns zu Hause, wir schlugen uns, er stammte auch aus einem gewalttätigen Elternhaus. Auch da totale Wiederholung alter Muster (tägliche Gewalt, Schläge, Entwertung, aber diesmal schlug ich zurück) in der Kindheit. Mit weiteren Partnern ganz ähnliche Muster – wenn auch keine körperliche Gewalt mehr vorkam (offensichtlich konnte ich das in dieser Beziehung lernen), es gab regelmäßig Kämpfe um Souveränität und Mangel an Vertrauen oder Angst vor dem Verlassenwerden spielten da eine Rolle. Mit jedem neuen Partner stand etwas anderes als Vergangenheitsthema an und konnte auch wieder verlassen werden. Wenn ich zurückblicke, kommt es mir vor, als hätte ich auf diese Art, alle Vergangenheitsmuster damit noch einmal abgearbeitet. Wahrscheinlich erfolgreich, denn entgegen anderer Beobachtungen,  z.B. im Frauenhaus, die immer wieder sich den gleichen Typ Mann/oder Frau antun und sich nichts ändert. Ich war also lernfähig.

Aber nun wird es interessant: Alle diese  Punkte hatten auch etwas Gutes (hier bestätigt sich auch mein gelerntes Muster: Ich muss alles selbst lösen, sowie auch mein sehr großes Bedürfnis zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Genau durch diese Wiederholungen und Konstellationen, die immer wieder alte Überzeugungen herstellten, lernte ich am meisten – das ist die gute Kehrseite.

So stellen sich die sog. Misswahlen eigentlich als Herausforderungen und Lektionen dar, von denen ich lernen konnte und mich stückweise heilen.

 

 

 

 

Therapiealternative

„Therapiealternative“ heißt ja dieser Blog und der Untertitel ‚Pollys Leben ohne Therapie‘ – also es geht ja meist um Weiterentwicklung, um inneres Wachstum und um das Suchen und Finden von hilfreichen Wegen, jenseits der konventionellen, mainstream-Therapien – eben Alternativen. Auch um Eigeninitiative, Selbstwirksamkeit, Mut, Ausprobieren…. Aber eigentlich heißt es ja auch: Weiterentwicklung ohne konventionelle Therapie.

Davon schreibe ich – das teile ich mit. Hier schreibe ich von meinen Erfahrungen, meinen Erfolgen, von dem Weg mich selbst zu finden, von der Freude zu entdecken, was ich selber tun kann, statt zu warten darauf, dass irgendwas, oder irgendwer mich erlöst von Leiden, Schmerzen und idiotischen Automatismen, die ich in mir habe und die ich gerne loswerden möchte. Ich schreibe von Erkenntnissen, die ich auf diesem Weg gefunden habe und teile sie – gern – sofern sie evtl. für andere nützlich sein könnten, nach dem Motto: Geben ist seliger als nehmen. Nein, man muss schon beides lernen zu können – das habe ich auch gelernt – mit dem Blogschreiben, mit dem Austausch, mit dem Zuhören von Vorträgen oder Lesen von Menschen, die mir voran geschritten sind, die schon weiter sind, deren Weisheiten ich nachvollziehen – bzw. überprüfen oder ausprobieren konnte, ob sie für mich auch förderlich sind.

Ich lerne von allem, von allem was mir begegnet. Ich lerne durch zuhören, zuschauen, von Fehlern und neuen Erfahrungen, vom Lesen, von Irrwegen, vom Leben, was es mir gerade bietet – schließe nichts aus (jedenfalls nicht ohne es zu prüfen). Ich lasse meine eigenen Vorurteile außen vor. Ich schaue zurück und vergleiche wie mein Leben früher war, was jetzt besser geworden ist und bin dankbar. Oh ja, ich bin sehr dankbar!

Und mir fällt auf, dass dieser Blog – dieses Blogthema – eigentlich mein Leben ist. Alles bezieht sich auf Wachstum, sich weiter entwickeln, Verbesserung und selbstwirksam sein. Es ist vielseitig, nie endend, förderlich, animierend, und wenn mir in einer meiner Ehrenamtstätigkeiten Menschen sagen (wie unlängst): “ Dieser Do/Fr…… ist mir der liebste, weil du da bist“ – dann ist mir das unendlich viel wert. Ich bringe Freude, Nutzen, Erheiterung, Wissen….. ein, das andere erfreut. Was braucht man mehr? denn ich bin in meiner Gesamtheit da, die mich ausmacht, und die erfreut mich und auch andere. So schön! Und ich gebe weiter was mir hilft, und wer nichts damit anfangen kann – okay – so jemand war ich auch mal und alles brauchte seine Zeit. Alles nutzen können, was einem begegnet, es so zu sehen, dass das was mir begegnet – für mich ist – weil ich damit in Resonanz ging und es angezogen habe, durch mein Denken und Handeln, dass es ein Geschenk ist – ist sehr wertvoll. Und ich bin sooo dankbar, dass ich Geschenke jetzt annehmen kann und es nicht mehr so fühle, als wären diese Geschenke nur für andere nicht für mich.

Und das Beste: Probleme sind für mich seit einer ganzen Weile schon keine Probleme mehr – sondern Herausforderungen um zu wachsen.