KG-Stunde – mal was anderes

Seit einiger Zeit übe ich in der wöchentlichen KG-Stunde meinen Körper besser wahrzunehmen. Orthobionomy nennt man das was meine liebe Behandlerin/ Zuhörerin/ Anteilnehmerin, Körperschmerzbefreierin mit mir seit sechs Jahren macht. Die Krankenkasse zahlt ja nur Krankengymnastik, aber ich habe das ganze Paket drin (Körper-Triggerpunkte ‚entschärfen‘; Schmerzkrampfhaltungen auflösen, Körperhaltungen verändern lernen, Neuigkeiten in meinem Leben ‚loswerden‘ und Wahrgenommenwerden….). Auch da rede ich viel, aber wir nehmen uns seit einiger Zeit einige Minuten vor, mehr im Körper zu sein, ihn zu fühlen (d.h. üben). Nicht länger als 10 Minuten, das ist viel für mich, denn Körperfühlen ist für mich totlangweilig.

Angefangen hat es, als mir eine aus unserem Philosophier-Kurs (sie war im Berufsleben sowohl Lehrerin, als auch Gestaltherapeutin) irgendwie das Thema Körper anssprachen und dass die Beschäftigung mit ihm bei mir eher werkzeugmäßig ist und halt für die Benutzung im Leben Pflegezeit benötigt wird. Und ich sagte ihr, dass mir der Zugang wohl nicht so gut gelingt, ich Körperthemen meist langweilig finde. Sie meinte, in ihrem Beruf hat sie festgestellt, dass es anderen sehr geholfen hat, in ihrer Arbeit als Gestalttherapeutin, wenn sie eine Hand beim Klienten (z.Bsp. auf dem Rücken) aufgelegt hatte, dass dieser es dann hilfreich fand und mehr ins Spüren kam.

So bringen meine liebe KG-Frau und ich das eine Weile schon in die Behandlung mit ein. Sie fragt wo ich heute die Hand spüren möchte und ich sage wo und dann spüre ich tatsächlich Verschiedenes im Körper – bislang unspektakuläres (obwohl die KG-Frau es spannend findet, wenn ich ihr sage, was ich grad spüre) aber heute war es anders.

Ich bat sie ihre Hand auf meiner Stirn zu plazieren und erst spürte ich eine Beruhigung im Kopf – so als würde mein Kopf leer und dann fühlte ich eine große Unruhe im Körper. Auf die Frage: wie sich das anfühlt – suchte ich eine Antwort und schließlich kamen ganz viele Eindrücke auf einmal: irgendwie explosiv…. ein Stein im Bauch…. die sich verstärkende Unruhe, die ich versuchte in die Füße hinzuleiten, um sie dann auszuleiten – was mir nicht gelang, weil sich mein ganzer Körper anfühlte als wären da waagrechte Sperren, die nichts durchließen. Zum ersten Mal fand ich es nicht langweilig was da passierte und ich hatte die Erkenntnis gewonnen, dass mein vieles Denken, mein großer Redebedarf eine Art Ventil ist – wo die Anspannung die im Körper ist über dieses Ventil Kopf, Gedanken, Reden…. ausgeleitet wird.

Das mag für andere Menschen nichts besonderes sein, aber für mich irgendwie ein Meilenstein, denn das Wissen, dass in meinem Körper ja immer noch die jahrelangen Misshandlungen aus der Kindheit stecken, sagt mir schon, dass da noch jede Menge Spannung gespeichert ist.

 

 

 

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