Vom Unglücklichsein

Fortsetzung aus „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle

„Das Unglücklichsein

Nicht alles Unglücksein kommt vom Schmerzkörper. Ein Teil davon ist neu und kommt daher, wenn Du nicht mehr mit dem gegenwärtigen Augenblick übereinstimmst, wenn Du das JETZT auf die eine oder andere Art verleugnest. Wenn Du erkennst, dass der gegenwärtige Augenblick schon immer da und unvermeidlich ist, kannst Du entschieden Ja dazu sagen, und wirst so nicht nur augenblickliches Unglück vermeiden, sondern ohne den bisherigen Widerstand im Leben neue Kraft finden.

Das durch den Schmerzkörper bedingte Unglücklichsein (durch das ständige gedanklich in der Vergangenheit weilen) steht in keinem Verhältnis zum Auslöser, mit anderen Worten, es ist eine Überreaktion. Daran ist es zu erkennen, allerdings selten von der betreffenden Person, vom Leidenden selbst. Jemand mit einem starken Schmerzkörper findet leicht Gründe um sich zu ärgern, wütend, verletzt, traurig, oder voller Angst zu sein.

Relativ unbedeutende Dinge, über die jemand anderer mit einem Schulterzucken und einem Lächeln hinweg geht oder die er erst gar nicht wahrnehmen würde, werden zur Ursache tiefsten Unglücklichseins. Sie sind natürlich nicht der wahre Grund, sondern fungieren nur als Auslöser. Sie lassen alte, angestaute Emotionen wieder lebendig werden. Die Empfindung steigt in den Kopf auf, führt dem EGO-Denkstrukturen Energie zu und bläht sie auf. Schmerzkörper und EGO sind enge Verwandte, sie brauchen einander. Darum wird das auslösende Ereignis, die auslösende Situation, durch die Brille eines stark emotionalen EGOs gesehen und interpretiert und dementsprechend reagiert man darauf, d.h. ihre Bedeutung wird völlig verkannt. Du betrachtest den gegenwärtigen Augenblick durch die Brille der emotionalen Vergangenheit in Deinem Innern – mit anderen Worten, das was Du siehst und erfährst, ist nicht das betreffende Ereignis und die betreffende Situation, sondern etwas in Dir. Gelegentlich ist es vielleicht wirklich die eigentliche Situation oder das Ereignis, aber mit Deiner Reaktion verstärkst Du es. Eine solche Reaktion, eine solche Verstärkung ist genau das was der Schmerzkörper will und braucht und wovon er zehrt.

Einen Menschen mit einem starken Schmerzkörper, der von ihm Besitz ergriffen hat, ist es oft unmöglich ihn von seiner Fehlinterpretation, von seiner durch und durch emotionalen Geschichte zu lösen. Je negativer, die mit der Geschichte verbundenen Gefühle sind, umso drückender und undurchschaubarer wird sie und so wird sie gar nicht als Geschichte erkannt, sondern für wirklich gehalten. Wenn Du vollkommen in Deinen Gedanken und den sie begleitenden Emotionen gefangen bist, kannst Du nicht aus ihnen heraus treten, weil Du gar nicht weißt, dass es ein Außen gibt. Du sitzt in Deinem eigenen Film oder Traum, in Deiner eigenen Hölle fest – für Dich sind sie Realität und eine andere Realität gibt es nicht. Und aus Deiner Sicht ist es die einzig mögliche Reaktion.

Postkarten-02

Beim letzten Absatz konnte ich nur die ganze Zeit denken: Ja, so war es – genau so. So war es als ich noch ständig in der Leidensspirale war. Wenn man mich da rausholen wollte aus meinem ‚Automatismus‘ der Verzweiflung und Verteidigung, war ich für andere Argumente nicht zugänglich – egal ob ich am Telefon war, oder im direkten Kontakt – ich war voll überzeugt, dass nur ich recht hatte, nur ich mein Leid verstehen konnte und verzweifelte daran, wenn jemand versuchte mir die reale Situation vor Augen zu halten, weil ich mich in meinem Schmerz nicht anerkannt fühlte. Panik und Schrecken waren so überzeugend, dass die Realität nicht mehr wahrgenommen werden konnte (bestenfalls hinterher) und sehr oft (eigentlich immer), war die auslösende Situation in der Tat überhaupt nicht bedrohlich – aber ich fühlte es lebensbedrohlich.

Diese Zusammenhänge zu erkennen, erleichtert sehr und ich bin überzeugt, dass wir durch dieses Wissen es jetzt schaffen können – keine Automatismen, die Schrecken der Vergangenheit, mehr zulassen werden, sobald wir uns an dieses Wissen erinnern und es erkennen – sollten wir wieder in solche Situation geraten.

Es ist irgendwie lustig, aber ich warte schon richtig darauf (mit Freude), dass ich endlich mal Gelegenheit bekomme – in der Gegenwart mal solche Situationen zu erleben – um mich zu erproben in der Praxis. In mir ist eine große Sicherheit, dass mir das mit dem neuen Wissen auch gelingen wird.

Dramatik und Frieden

Aus Eckart Tolles „Eine neue Erde“(Untertitel: Bewusstseinssprung statt Selbstzerstörung)

Tolle versucht in dieser CD bzw. seinem Buch Lösungen zu präsentieren, wie wir Menschen aufhören können weiterhin uns gegenseitig, uns selbst und unsere Erde zu zerstören. Er zeigt das Warum auf – warum dies alles auf unserer Welt geschieht, was die Ursachen sind und weiß auch Wege daraus.

Heute geht es um Dramatik und Frieden

„Es gibt niemand, der sich nicht Frieden wünscht, aber irgend etwas in Dir ist auch auf Dramatik aus – auf Konflikt. Im Augenblick kannst Du es vielleicht nicht fühlen. Wahrscheinlich bedarf es einer bestimmten Situation oder auch nur eines Gedankens, um eine Gegenreaktion in Dir auszulösen. Jemand beschuldigt Dich der einen oder anderen Sache, würdigt Dich nicht angemessen, dringt in Dein Revier ein, zweifelt an Deiner Handlungsweise oder streitet mit Dir um Geld…. Kannst Du die gewaltige Energiewelle spüren, die dann läuft, die Angst, die sich möglicherweise hinter der Maske von Wut oder Feindseligkeit verbirgt? Kannst Du hören wie Deine Stimme  hart und schrill wird, manchmal auch lauter und tiefer? Bist Du Dir bewusst, dass Dein Verstand auf Hochtouren läuft, um Deine Position zu verteidigen, sich rechtfertigt, bereit macht anzugreifen oder zu beschuldigen? Mit anderen Worten, kannst Du in diesem Augenblick aus Deiner Unbewusstheit erwachen? Kannst Du spüren, dass etwas in Dir auf Krieg aus ist – etwas, das sich bedroht fühlt und das um jeden Preis überleben will? das die Dramatik liebt, weil es in diesem Theaterstück seine Identität als Sieger behaupten will? Merkst Du, dass etwas in Dir lieber Recht behalten will, als in Frieden zu sein?“

In meiner Zeit als ich mich noch als DIS-Diagnostizierter betrachtete, waren es die anderen, die mich triggerten (natürlich unrechtmäßig so fühlte ich es, obwohl mich im Grunde jede neutrale Person durch irgendwas triggern konnte, was sie gar nicht beabsichtigte) Und wenn wir solche Trigger dann erlebten und nicht unsere Gegenüber verantwortlich machten, so glaubten wir als Viele, dass unsere Täter aus der Vergangenheit uns das angetan hatten. Ich sagte sogar zu meiner besten Freundin immer, wenn aufgrund von Triggern oder scheinbaren Provokationen, immer wenn wir stritten: ich wäre nicht schuld, ich hätte mich nur verteidigt.  Es war eine schöne bequeme Ausrede, dass wenn die Verteidiger in mir auf dem Plan getreten waren (und da erkenne ich mich total wieder wie Tolle das ausdrückt – meine Stimme wurde dann ganz hart, tief und laut und ein verbaler Verteidigungsrausch in Worten fing an – . Das war übrigens das erste, was ich in Griff bekam, indem ich aufpasste wie meine Stimme war, wenn meine Verteidiger erschienen, so konnte ich sie langsam bemerken bzw. konnte ich die Rückmeldungen über meine Stimme überhaupt erst wahrnehmen. Mir wurde bewusst an welchen Stellen sie regelmäßig von mir Besitz ergriffen und mir mein Verstand oder mein EGO mir vorgaukelte, die ‚Angreifer‘ wären Schuld. Es passiert mir immer noch, aber es ist schon viel besser geworden und die Texte von Tolle bringen noch mehr Licht in dieses Thema. Auch das Rechthabenwollen kennen wir sehr gut und auch dieses Gefühl – es gehe dabei um Leben und Tod.

Alle Menschen kämpfen damit und Tolle beleuchtet das später auch noch mehr, woher das kommt, dass wir so reagieren. Das ist nicht nur das Thema von Vielen mit DIS und Co-diagnosen. Es ist nicht etwas so besonderes.

Sind Gefühle wahr?

Heute habe ich den Artikel von Dami Charf noch mal gelesen über die Wahrheit von Gefühlen. Die, die mich kennen wissen, dass ich diese Therapeutin und ihr Wissen sehr schätze und sie schon im alten Blog über DIS und Heilung oft zitierte und ihre Seite oft verlinkt habe. (Leider ist sie zu weit weg von mir, dass ich nicht in meinen sehr schwierigen Zeiten vor 5/6 Jahren zu ihr konnte)

Jetzt zur Weihnachtszeit – viele Blogleser haben da ja besonders viel Zeit – und da dachte ich – es wäre doch gut die Gelegenheit zu nutzen und von E. Tolle eine kleine Pause zu machen (obwohl er auch durchaus darüber schreibt) und die Gefühle unter die Lupe zu nehmen und mit Irrtümern aufzuräumen.

Hier ist der vollständige Link zu Damis ganzen Text:

Warum Gefühle nicht wahr sind

Besonders hervor heben möchte ich jenen Ausschnitt aus diesem Teil:

Gefühle als Schatten der Vergangenheit

Gefühle empfinden wir häufig als direkte Reaktion auf etwas, das gerade passiert. Wir neigen dazu, Gefühle sehr stark als Reaktion auf Reize aus der Umwelt wahrzunehmen. Wir empfinden Gefühle als authentisch und wahrhaftig. Man darf sie nicht anzweifeln und nicht in Frage stellen.

Hier begeben wir uns auf ein schwieriges Feld. Gefühle sind natürlich „echt“, in dem Sinne, dass wir sie eben jetzt real fühlen, ABER:
Gefühle entstehen aber zum großen Teil durch Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben (siehe auch Emotionale Flashbacks). Sie werden ausgelöst durch einen Abgleich, welches das Gehirn von der momentanen Situation mit bereits erlebten Situationen macht. Sehr schnell werden im Gehirn Vergleiche gemacht, die unter Umständen vollkommen an der Situation vorbei gehen.

Sobald ein gewisses Erregungsniveau im Körper überschritten ist, neigt das Gehirn außerdem  zu negativen Interpretationen der Umweltreize. Gesichter werden als unfreundlich interpretiert, Dinge werden persönlich genommen.

Die Pause zwischen Reiz und Reaktion

Hier müsste nun eine Pause zwischen Reiz und Reaktion – eines der wichtigsten Therapieziele –  erfolgen, um mehr Informationen aufzunehmen und die Situation auf Grund der neuen „Daten“ neu zu interpretieren.
Leider können die Schatten der Vergangenheit so stark sein, dass sie alle neuen Erfahrungen verhindern und ein Kreislauf der Re-inszenierung in Gang hält, der für die Betroffenen und für ihr Umfeld sehr anstrengend und zerstörerisch wirken kann.

Die Kunst des „Innehaltens“

  • die Pause zwischen Reiz und Reaktion

Eine Pause zwischen Reiz und Reaktion ist letztlich nur möglich, wenn wir lernen, Gefühle und Emotionen zu beobachten, am Rand zu bleiben und sie im Körper spürbar zu halten. Dadurch werden sie nicht überwältigend und es können neue Informationen und Erfahrungen gemacht werden.

Gefühle sind wie Gedanken, sie kommen und gehen. Je mehr wir uns mit ihnen identifizieren, desto schneller und steiler wird die emotionale Achterbahn – und das aussteigen wird fast unmöglich. Dies ist besonders wichtig, da bei starken Emotionen das Beobachter-Ich aussetzt und dies oft zu Handlungen führt, die weder für uns selbst noch für unser Umfeld gut sind.

Zu guter Letzt, sollten wir uns bewusst machen, dass Gefühle einem hohen Maß an kulturellem Einfluss unterliegen. Sie verändern ihre Bedeutung und Farbe durch die Kultur, in der wir leben (und die wir als Therapeuten mitprägen). Nehmen wir z.B. das Gefühl des Stolzes. Sprechen eine deutsche Frau und ein arabischer Mann über Stolz, so können wir ziemlich sicher sein, dass sie zwar beide das gleiche Wort benutzen, aber vollkommen andere Dinge dabei fühlen.
Es gibt „hippe“ Gefühle, die von einer Kultur bevorzugt werden und dadurch mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung bekommen und dadurch von Menschen auch für ihr persönliches Leben als wichtig wahrgenommen werden, so wie momentan authentisch, individuell, autonom, glücklich, etc.

Fazit

Gefühle sind nicht absolut, unveränderlich und wahr. Sie unterliegen unserer Interpretation, Umwelt- und gesellschaftlichen Einflüssen und sind wandelbar.

Gefühle verlieren ihre Stärke, wenn wir sie als Körperempfindung spüren lernen.
Je mehr wir das lernen, desto besser wird die Pause zwischen Reiz und Reaktion möglich. Nur dann ist es möglich, die Situation neu zu betrachten und mehr Informationen aufzunehmen, die ein neues Ergebnis liefern können.

Was dann letztlich zu neuen Erfahrungen und dadurch neuen Handlungsmöglichkeiten führt.

Außerdem kann das Beobachten von Empfindungen als Grundlage von Gefühlen genutzt werden, um dadurch andere Interpretationen auszuprobieren und damit altbekannte Gefühle und Muster neu zu bewerten.

Menschen, die nie emotionale Spiegelungen bekommen haben, sind häufig „gefühlsblind“. Sie können Gefühle einfach nicht benennen und dadurch ist es äußerst schwierig, mit diesen Menschen in Beziehung zu treten. Es ist eine äußerst wichtige soziale Fähigkeit Gefühle zu spüren und benennen zu können. Sie hilft uns bedeutsame Beziehungen zu pflegen und psychisch gesund zu bleiben.

 

 

Das Auf und Ab des Lebens

Es gab mal eine Zeit in meinem Leben – als ich aus der letzten Psychosomatischen Klinik (die ich mit 28 Jahren verlassen habe) kam – wo ich eigentlich keine Therapie hatte, (man erkannte nach einigen Versuchen in den Therapiegruppen, dass solches nur alles schlimmer machte – schon damals 1979 war denen klar, dass das Anrühren der Vergangenheit mich lebensuntauglich machte) da fühlte ich mich sehr mächtig. Sozusagen der „Herr im eigenen Hause“ war. Ja, ich war so umgepolt worden (von einem lebensunfähigen Menschen, sich ständig suizidieren-wollenden Menschen, unfähig in dieser Welt zurecht zu kommen, von einer Katastrophe in die andere stürzenden jungen Frau) in einen Menschen, der voll Zuversicht aus der Kliniktüre schritt hinein, in mein völlig neues Leben.

Ich frage mich heute noch, wie die das geschafft haben (wohlgemerkt ohne Therapie). Sie sagten mir damals schon ich solle keine Therapie machen. Ich hatte es zwar nie verstanden warum nicht und es gab (leider) Zeiten immer wieder…. wo ich es ihnen nicht glaubte (und eigentlich immer wieder zum gleichen Ergebnis kam) und erneut die Erfahrung machte, dass sie recht hatten. Alles wurde immer schlimmer und mein Absturz war eigentlich auch immer der selbe „ich konnte und wollte nicht mehr leben“. Was ist an Therapie so tödlich für mich? ICH WAR VON ANFANG AN NICHT GEWOLLT! Das war so stark und alles endete immer an diesem Punkt, was ja eigentlich zum Leben helfen sollte, kehrte sich um.

Wenn ich könnte, ich würde durch die Straßen auf der ganzen Welt laufen, mit einem Megafon, und unentwegt hinein schreien: „Kriegt nur Kinder, wenn ihr ihr es auch wirklich wollt! Ihr habt keine Ahnung was ihr diesen ungewollten Wesen antut!

Aber zurück zu dem, was ich eigentlich in diesem Beitrag mitteilen wollte. Diese letzte Psychosomatische Klinik, hat bei mir einen tödlichen Kreislauf durchbrochen – durch Nichttherapie! Ich bekam reichlich Sonderbeschäftigungen, während der Therapie-Gruppen-Stundenzeit für die anderen, ansonsten war ich immer eingebunden in den sonstigen Abläufen im Hause (Sport, gemeinsame Sitzungen bezüglich Hausinternas). Ich konnte mich frei bewegen, spazierengehen, raus in die Natur, mit anderen lachen und Ausflüge machen …. nur zu den Essenszeiten musste ich pünktlich das sein. Ein wichtiges Ritual war in diesem Haus (zur damaligen Zeit für Aussenstehende sehr befremdliches Verhalten) immer und überall sich zu umarmen – lange und ausdauernd – wie man es halt wollte. Das war ich nicht gewohnt! Da brauchte ich lange, bis ich das tun konnte. Aber ich war dort 7 Monate und ich lernte es schließlich doch – (übrigens sexuelle Beziehungen untereinander waren therapeutisch verboten – und man flog raus, wenn man sich nicht daran hielt) und zwar außerordentlich gut, ich war Meisterin darin geworden und liebte dieses „Bäuche-fühlen“ (wie ich es nannte). Mein Bauch wurde dann ganz weit und ich verschmolz auf eine nie vorher gekannte Weise mit dem Anderen. (Es fühlte sich an – als würde die Vorderseite meines Gegenübers sich auftun und mich miteinschließen und hinter mir wieder zu gehen – völlige Geborgenheit.) Manchmal standen wir sogar in 3-5er Gruppen ganz eng zusammen – gaaanz lange und fühlten uns. So zeigten wir uns unsere Sympathie und trösteten uns und andere. Vielleicht war das sogar das Heilsamste in dieser Klinik. Wer weiß!

Ich muss grad an Dami Charf denken, die eigentlich sagt, dass Therapie nur sinnvoll ist, wenn man den Körper mit einbezieht.

Und wieder zurück zu dem, was ich eigentlich mit diesem Beitrag ausdrücken möchte: Damals als ich diese wunderbare Klinik verließ, (die es leider nicht mehr gibt) voller Tatendrang und Freude auf ein neues Leben voller Überzeugung, dass es mir von nun an immer gut gehen würde – stürzte ich dann doch noch einmal ab – DENN EIN LEBEN NUR IMMER OBEN GIBT ES NICHT. Ich kehrte für ein paar Tage zurück in die Klinik – zu Besuch – wo ich erst lernen musste, dass ich etwas noch nicht richtig verstanden hatte. Nämlich, dass das Leben eben schwingt – auf und ab – und dass das ein natürlicher Zustand ist. Als ich das begriff, war wieder alles gut! Und ich hatte die letzte Lektion gelernt, die ich für mein weiteres Leben nach der Klinik, lernen konnte.

Auch jetzt in dieser „Selbstwirksamszeit“ nach der letzten gescheiterten Therapie – darf ich nicht wieder der Illusion trauen, dass ich nun immerzu selbstwirksam bleiben  kann. Es wird Zeiten geben, wo mein Lebenswägelchen wieder nach unten fährt – vielleicht weil es wieder etwas Neues zu lernen gibt, was ich noch nicht weiß, oder was ich vergessen habe. ❣

Lebensachterbahn.jpg

Die Sucht nach spektulären Gefühlen

Ich fange an mich zu langweilen (nein nicht wirklich, denn wir sind ja häufig im ‚Ablenkungsmodus‘)….. die früheren Dramen sind irgendwie weggefallen. Therapie machen…. da war immer was los, immer Aufregung, immer alles in Bewegung, laufend ist Neues aufgetaucht – (in altem Gewande) – es hielt uns in Atem, wir rasten von einer Katastrophe in die andere – da war einmal wieder ein Fizzelchen Hoffnung und dann im nächsten Moment wurde sie zerstört – ein ständiges Auf und Ab. Weiterlesen