Stetig aufmerksam

Heute, als ich morgens ins Bad ging und meine Affirmationen am Spiegel las, spürte ich sehr deutlich die Gegenbewegung in meinem Denken, von der E. Tolle sprach. Da machte sich der Gedanke breit: „Was ist mit der Hermetik? Es gibt zu allem den Ausgleichspol… also wenn es mir jetzt schon so lange gut geht – wo bleibt das mich schlecht fühlen?“

Das ist echt tricky – mich mit meinen eigenen Beiträgen schlagen zu wollen (Hermetik). Aber ich durchschaue es, denn es kommt auf den Blickwinkel an, auf die Art wie wir es betrachten, wie wir es interpretieren und in den Gesamtzusammenhang stellen. Denn statt angstvoll zu sagen: Stimmt, es geht mir schon zu lang so gut, die andere Seite kommt automatisch zu mir wenn ich zu lange den einen Pol fördere.

Aber wer sagt denn, dass es in diesem Fall so betrachtet und gewertet werden muss? Nur mein Hirn gaukelt mir diese Sichtweise (ängstliche) vor. Ich könnte es ebenso gut anders betrachten und zwar sagen: Zwei Drittel (oder mindestens die Hälfte) meines Lebens war freudlos, mit Schrecklichkeiten gespickt, erlebte ich mich in Verhältnissen, die mir viel Schmerz zufügten, so lange war ich gefangen im Leid….. jetzt ist es Zeit, die andere Seite zu leben. Ich werde jetzt positiv leben, nicht mehr den Schmerz suchen, sondern die Schönheit des Lebens und meiner Seele entdecken, nach all der Zeit des „Nichterkennens“ – bewusst werden. Ich werde jetzt nach den mir so vielen Jahren der lähmenden Sichtweise, dass ich hilfloses Opfer bin, gestatten selbstwirksam mein Leben in die Hände nehmen. Ich werde mich befreien von der Unbewusstheit und dazulernen und mehr Bewusstsein entwickeln. Ich werde jetzt ein in innerer Freiheit lebender Mensch! Ich werde in Zukunft aufmerksam sein und meinem Verstand, meinem EGO, nicht mehr alles glauben, werde mich seiner Macht entziehen und den alten ausgelutschten, alten, destruktiven Gedanken Einhalt gebieten und den anderen Pol dagegen setzen.

Ich danke E. Tolle, dass er mich gewarnt hat vor dem „Zurückkommen“ der Bestrebungen des Verstandes, alte Zustände wiederherzustellen. Ich nehme diese Warnung ernst und bleibe wachsam. Denn das EGO kämpft um sein armseliges Leben, wenn er Neues hört, er ist so einseitig und versteht nur dass es ihm an den Kragen geht, wenn er nicht mehr die Macht hat. In Zukunft benutze ich den Verstand als Werkzeug und lasse ihm nicht mehr die kindliche Macht (sie stammt aus der Kindheit) und übernehme selbst die Verantwortung und die Macht über die Gestaltung meines Lebens.

 

Selbstwert öffnet viele Türen

Fortsetzung von den CDs von L. Hay:

„Selbstkritik verfehlt völlig das Ziel, es wird nur das Zögern und die Faulheit verstärken. Die geistige Energie muss dafür verwendet werden, sich von Altem zu lösen und ein neues Gedankenmuster zu schaffen. Sagen Sie:

Ich bin willens mich von dem Bedürfnis „Ich bin wertlos“ zu lösen. Ich bin es wert das Allerbeste im Leben zu haben und ich bin von Liebe erfüllt und ich erlaube mir das jetzt zu akzeptieren!

Wenn ich ein paar Tage lang diese Erklärungen laufend wiederhole, wird mein äußeres Zeichen des Zögerns von alleine nachlassen und anfangen zu verblassen. Wenn ich innerlich ein Selbstwertmuster erschaffe, werde ich nicht länger mein Wohlergehen verzögern. Sehen Sie wie das auf manche ihrer negativen Gedankenmuster oder äußeren Zeichen passt? Hören Sie auf Zeit und Energie zu verschwenden, sich wegen etwas zu kritisieren, was wir nicht ändern können, solange wir bestimmte innere Überzeugungen (Glaubensmuster) haben und ändern sie stattdessen ihre Überzeugungen. Wir haben es nur mit Gedanken zu tun und Gedanken können verändert werden, gleichgültig wie wir an sie heran gehen werden oder über welches Thema wir sonst sprechen. Wenn wir einen Zustand verändern wollen, müssen wir es auch sagen:

Ich bin willens mich von dem Muster zu lösen, das diesen Zustand geschaffen hat.

Sie können das jedes Mal sagen, wenn Sie an ihre Krankheit oder ihr Problem denken. In dem Augenblick wo sie es sagen verlassen sie die Gruppe der Opfer, Sie sind nicht länger hilflos, Sie erkennen ihre eigene Macht. Sie sagen:

Ich fange an zu verstehen, dass ich das geschaffen habe. Ich nehme jetzt meine eigene Macht zurück, ich werde mich von diesem alten Gedanken lösen und ihn hinter mir lassen!“

Ich höre förmlich fast die Empörung, den Shitstorm über diese Affirmationen.  Diesen Zustand soll ich selbst geschaffen haben ….. weg mit diesem himmelschreienden Unfug… Ich weiß das, weil ich damit selber über Jahre gekämpft habe.

Ebenso habe ich mit Affirmationen gekämpft – vor allem mit jenen, die ein zukünftiges positives Sein enthielten. Eine Affirmation die eine Lüge enthielt? (So bin ich nicht, so kann ich nie werden) Nicht mit mir, ich könnte mir keine Lüge einreden. (Heute würde ich entgegnen: Aha, Du willst lieber mit einer Lüge leben? Denn heute weiß ich mehr über die Welt der Glaubenssätze und Gedankenmuster, wie sie unsere Welt zur Qual machen, obwohl sie nicht wahr sind)

Zum Glück habe ich mich schon viele Jahre lang mit dem Thema „Gedanken erschaffen unsere eigene Welt!“ beschäftigt (oder mit dem Thema: dass wir mit bestimmten Gedanken Dinge in unser Leben ziehen, mit denen wir durch solche gedanklichen Muster in Resonanz gehen). Ich fand das wahnsinnig spannend, konnte es aber vor vielen Jahren (wahrscheinlich schon vor 15/20 Jahren) als es mir zum 1. Mal begegnete – noch nicht so wirklich glauben und vor allem nicht umsetzen. Ich hatte zu viele Widerstände dazu in mir. Ich haderte mit verschiedenen Konzepten in mir (wie kann es sein, dass ich mein Leid erschaffen habe als Kind – missbraucht zu werden – in so eine Welt, zu solchen gewalttätigen Eltern geboren werden…. ) die mein Leiden so nicht erklärten, wurde es doch von anderen verursacht. (Es brauchte erst den Totalabsturz auf allen Ebenen, ehe ich begriff.)

Das hat sich erst langsam gelöst, als ich nach dem Sinn in meinem Leben suchte und mir ein anderes Weltbild erarbeitete. Das in etwa so zusammen gefasst ist, dass unsere Seele nicht nur in dieser Welt existiert, sondern schon viele Leben gelebt hat und viele Erfahrungen gemacht hat und Leben grundsätzlich sinnvoll ist, egal ob wir es verstehen oder erst im Nachhinein oder gar nicht. 

Auch in der Zeit der DIS-Diagnose und nach dem Unfall (wo ich den Sinn in meinem Leben nicht mehr sehen konnte bzw. ihn wieder verloren hatte) waren plötzlich all meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse – wie weggewischt. Ich lebte nur noch in der Schreckenswelt der Vergangenheit, nichts von dem Gelernten war noch zugänglich – es fühlte sich (wenn ich zurückfühle) an wie ein Leben in einem Kästchen mit starren, undurchdringlichen Wänden.

 

Mut

Heute möchte ich gern über Mut sprechen. Mutigsein ist eine Eigenschaft, die einen retten kann – nein – mit Sicherheit oft rettet!

Mut ist nicht Abwesenheit von Angst, sondern Mut ist da trotz Angst, wenn man ihn benutzt.  Mut bedeutet aus der Komfortzone zu treten, Mut heißt den bequemen Pfad verlassen. Mut ist „sich etwas zu trauen – sich wert genug zu fühlen, um etwas zu riskieren“. Mut ist untrennbar mit Neugier und Offenheit verwandt, Mut ist eine kreative, selbstwirksame Lösung. Für Mut braucht man nicht unbedingt Selbstbewusstsein und das Gefühl von Stärke – oh nein. Mut macht stärker, wenn man ihn ausübt, und man vergrößert jedesmal sein Selbstwertgefühl.

Mut kann uns herausführen aus Stagnation und Leiden. Mut kann unser Leben mit einem Schlag verändern – Mut benötigt nur eine mutige Entscheidung, hinter die wir uns tatkräftig stellen.

Mut ist nichts für Feiglinge und Menschen, die keinesfalls alte Bahnen verlassen wollen. Mut ist die Überwindung von Angst. Mut macht uns zu Helden in der eigenen Welt und manchmal auch für andere. Und Mut braucht es auch, wenn wir Neues wagen wollen um ‚verbrauchtes Altes‘ hinter uns zu lassen.

Es gibt einen Unterschied von Mut und Leichtsinnigkeit, der eine ist überlegt, die andere idiotisch. Mut braucht Wachheit, Bewusstsein, Überlegung im Vorfeld, Vorbereitung und evtl. vorher  im Geiste durchspielen. Mut ist aber auch nicht ohne Risiko, aber mit Planung und Vorbereitung kann man das Risiko minimieren.

Mut ist aber auch ‚einen Weg zu gehen der unsicherer ist – obwohl es einen sichereren Weg gäbe. Es gibt auch den Mut der Verzweiflung – ein wichtiger Mut.

Mut braucht aber auch den drängenden Wunsch sich zu verbessern, sich weiterzuentwickeln – ein besserer Mensch zu werden. Danach zu streben was wichtiger ist als die Angst.

Mut braucht auch ein wenig Vertrauen, dass das Leben Sinn macht, dass es etwas Höheres als uns kleine Wesen gibt. Mut ist Lernen durch Versuch und Irrtum.

Im Alltag kann man auch sehr viel Mut beweisen, man nennt das Zivilcourage und sein Menschsein weiter auszudehnen, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern das ‚aktiv sich in der Welt beteiligen‘. Mutig sein heißt Fortschritte machen.

Mut hat mich (wenn ich zurückblicke bis in die Kindheit) zeitlebens gerettet!

Und ist das nicht schön?

Ist es nicht klar erkennbar, dass wir auf irgendeine Weise „konstruktiv“ geführt werden (von was auch immer ;-)) – wenn dann plötzlich auf die letzten Beiträge und dem heutigen von mir samt den Kommentaren dazu und  Chamëleons (man beachte auch die Kommentare dazu) dann einer von Ralf (Zeitzuleben) eintrudelt, der so schön da hineinpasst:

Hilfe annehmen?

Darf ich mir helfen lassen?

Darf ich andere bitten, mich vor mir selbst zu beschützen, an den Stellen, wo ich meine Schwächen habe? Oder selbstschädigende Muster?

Darf ich andere bitten, manchmal sanft die Führung zu übernehmen, wenn ich gerade durch den Wind oder handlungsunfähig bin?

Meine Antwort:

Auf jeden Fall.

Solange ich bei der ganzen Sache nicht vergesse, dass ich allein die Verantwortung für mein Leben, mein Glück und meine Zukunft habe.

Solange ich diese Verantwortung auch in Zeiten der Schwäche nicht abgebe.

Und solange das „Helfenlassen“ nicht überhandnimmt, so dass ich irgendwann zu hilflos werde.

Sieht das nicht nach ‚weiser Führung‘ aus? Sofern wir offen dafür sind?

Wer will das nicht?

Hier nochmal der Hinweis zu dem Heil-Summit:

Die neue Ausgabe der Heal Summit startet, komplett überarbeitet, mit neuen Speakern und überraschendem Inhalt!

Aber du kannst dir ja schon bald dein eigenes Bild davon schaffen.

Gemeinsam starten wir am Mittwoch, 27. November eine magische Reise in die Welt der Selbstheilung.

Während 7 Tagen erhältst du komplett neue Beiträge von internationalen Top Experten wie
Anthony William, Dr. Joe Dispenza, Dr. Lissa Rankin, M. D., Alberto Villoldo und vielen mehr.

„Dein Körper arbeitet immer für dich und er möchte, dass du heilst.“

Dieses kraftvolle Zitat von Anthony William, der selbstverständlich auch dieses Jahr wieder dabei ist, begleitet mich schon seit vielen Jahren.

Es erinnert mich immer wieder daran, nicht zu vergessen, dass die mächtigste Kraft zur Heilung und Regenerierung ganz tief in jedem von uns sitzt.

Ich kann es kaum erwarten, Mittwoch von dir zu hören welche „Aha!“ – Momente und Lieblingsgeschichten du von der diesjährigen Konferenz mitnehmen wirst.

Als kleines Dankeschön zum Schluss möchte ich dir schon mal einen Vorgeschmack davon geben was uns in den nächsten beiden Wochen erwartet:

Klicke auf das Video, um zu sehen, was dich schon bald erwartet:

 

Heal Summit

Schon letztes Jahr davor habe ich den kostenlosen Flow-Summit mitgemacht und dabei viel gelernt. Dieses Jahr heißt er Heal-Summit und es geht um Selbstheilung.

Hier der Link dazu: https://upvir.al/ref/vt28936300

Die Tore der Heal Summit sind wieder geöffnet…

Und du wirst nicht glauben, was dieses Jahr auf dich wartet!


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Die zweite Ausgabe des grössten Onlinekongresses zum Thema Heilung steht und ab sofort kannst du deinen kostenfreien Platz reservieren.

Und dabei sein lohnt sich dieses Mal mehr denn je, denn mit Beiträgen von Experten wie
Dr. Joe Dispenza, Bruce Lipton, Anthony Williams, Gregg Braden, Deepak Chopra, Michael Beckwith, Anita Moorjani, Lynne McTaggart und vielen mehr, wartet ein einmaliges Highlight auf dich.

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Das Gipfeltreffen der Top-Experten, 27. November bis 3. Dezember

Über 30 der einflussreichsten Vordenker aus den Bereichen Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung, Heilung, Motivation und Erfolg zeigen dir während 7 Tagen, wie du deine Selbstheilungskräfte wecken kannst!

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Vom 27. November bis 3. Dezember erlebst du hier die Top Experten, die modernste Wissenschaft mit uralter Weisheit verbinden.

Während diesen 7 Tagen wirst du:

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Diese Experten sind mit dabei 

  • Joe Dispenza
  • Anthony Williams
  • Deepak Chopra
  • Gregg Braden
  • Bruce Lipton
  • Lynne McTaggart
  • Alberto Villoldo
  • Anita Moorjani
  • Kyle Cease
  • Dr Darren Weissman
  • Michael Beckwith
  • Bernie Siegel
  • Dawson Church
  • Dr. Veronique Desaulniers
  • Lissa Rankin
  • Peter Crone
  • Dr. Sue Morton
  • Koya Webb
  • Felicia Yu
  • Dannete May

Und noch einige mehr (hier findest du die komplette Liste der Referenten)

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Glaubenssätze

Meines Erachtens ist es so sehr wichtig unsere Glaubenssätze zu überprüfen. Die meisten entstanden ja in einem frühen Alter, also als Kind und wurden durch die Umwelt und unsere Erzieher geprägt. Solche Glaubenssätze, wenn man aus wirklich üblen Familienverhältnissen kommt, können einem das Leben ruinieren oder retten. Ja, wirklich – auch retten. In beiden Fällen ist es sehr wichtig, dass wir sie genau überprüfen.

Jeder weiß was schlimme Glaubenssätze sind (du bist schlecht – bist nicht gut genug – kannst nicht dies und das – du bist ein Versager – du bist hässlich …. und so fort). Wenn man diese früh angelegten Sätze ungeprüft stehen lässt, können sie zu Prophezeiungen werden, die zu Wirklichkeit werden. Auch nonverbale Sichtweisen, die unsere Eltern über uns dachten und uns danach behandelten können sich zu Glaubenssätzen in uns festsetzen, die wir lebenslang mit uns tragen und uns einschränken. 

Jahrzehntelang wusste ich gar nicht, dass ich solche verheerenden Sätze in mir trug, wusste nichts von den katastrophalen Wirkungen in meinem System. Und auch wenn mein Kopf es noch erinnerte, was damals für Sätze gesprochen, geschrieen, gemeint und nonverbal übermittelt worden waren, so war ich mir nicht bewusst welch weitreichende Folgen, die Verinnerlichung in mir bewirkten und dass sie mein Leben seit Jahrzehnten mitgestalteten und zwar sehr zerstörerisch und nicht gerade lebensfördernd.

Als ich es dann endlich begriff, wusste ich nicht wie ich sie loswerden konnte und meine Opfermentalität – ja auch Opfersein ist so ein Glaubenssatz (ich bin ein Opfer gewesen, bin es immer noch und lebenslänglich), schuf in mir lange das Gefühl, dass ich dazu verdammt war, ihn für immer zu behalten.

Oh, ich war gut im Opfersein – ehrlich – ich machte das Beste draus – wehrte ab so gut ich konnte (im Außen) aber innerlich blieb ich es. Diese Sätze in mir, schienen wie eingebrannt, nicht ausrottbar, ja man bekam sie nicht mal zu fassen. Immer wieder versuchte ich zwei meiner prägendsten Glaubenssätze loszuwerden. Der eine lautete; „Wenn ich leben will – muss ich sterben“. Es gibt keinen perfekteren Glaubenssatz als diesen, er lässt einen nicht leben und nicht sterben. Eigentlich hieß er korrekterweise (gefühlt): „Wenn ich richtig gut leben will, muss ich sterben“. Das bringt einen nicht nur dazu mit gezogener Handbremse zu leben – oder wenn man es doch einmal wagt sich mit Freude ins Leben zu stürzen und die üblichen Grenzen jenseits des gewohnten Lebens, in Richtung gutem Leben zu überschreiten, dann ist da innen sofort etwas, das einem dazu bringt sofort wieder etwas zu konstruieren, was das erreichte Gute wieder eliminiert. Oder schlimmer noch, diese unsichtbare Grenzüberschreitung ertränkt wird in dem destruktiven Gefühl, dass man ja gar nicht berechtigt ist zu leben (Folge: Suizidversuch, der nie gelingen kann, weil die Gegenkraft – die Lebenskraft ja auch noch da ist). Das bedeutet im Klartext ein Leben in der Grauzone, das eigene Potential kann nie gelebt werden, ein Leben in ständiger Ambivalenz und Zerrissenheit.

Ich hatte ja noch den anderen Glaubenssatz, wie ich ihn im letzten Beitrag erwähnt hatte, der mir ein Leben ermöglichte „für andere hilfreich zu sein, (dass ich dazu geboren war, das Leid der Welt zu tilgen) und der mir erlaubte trotzdem überhaupt zu  leben, das mir den Sinn in meinem Dasein zu finden erlaubte. Aber im Grunde eine Pattsituation, denn Leben konnte ich so zwar, aber mein wahres Potential entfalten gelingt einem damit auch nicht.

In den letzten drei gescheiterten Therapieversuchen habe ich regelmäßig gleich anfangs diese beiden Glaubenssätze erwähnt und danach gefragt – wie man die wohl auflösen könnte. Von keiner Thera bekam ich dazu eine Antwort oder einen Hinweis, wie das gehen könnte.

Nun, habe ich gleich mehrere Methoden entdeckt, wie ich diese Glaubenssätze in mir behandeln, etwas gegen sie tun kann. Ich bin ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Vielleicht wurde eine Lösung und Bearbeitung aber auch erst möglich, seit ich von meiner Selbstwirksamkeit überzeugt bin, dass ich selbst mitwirken kann mein Leben zu gestalten, und nicht mehr nur im Außen jemand suche, der mir hilft sie aufzulösen.

In einer Zeit vor unserer Zeit

So ähnlich heißt der süße Zeichentrickfilm mit den Dinosaurieren, – ich hab den Titel ein wenig abgewandelt – bei mir müsste es heißen: In einer Zeit vor dieser Zeit, als ich noch in der DIS-Diagnose-Schleife festhing, war alles schlimmer, wirklich alles. Diese Zeit damals finde ich fast noch schlimmer als die Zeit als Kind. Damals rettete mich meine Unwissenheit, meine Fähigkeit alles zu verdrängen, mein Gefühl, dass ich eh nichts ändern kann.

Aber kann ich es mir tatsächlich verzeihen, dass ich als Erwachsene tatsächlich trotz mehr Möglichkeiten zu Wissen, uns zu besinnen, trotz dem ich mit meinen Beobachtungen  hätte besser herausfinden können, andere Schlüsse daraus ziehen – trotzdem ich doch weiß, dass ich als Erwachsener mehr Möglichkeiten habe, nicht mehr so hilflos bin, wie damals als Kind – trotz des Wissens darum, dass ich damit, dass ich das Leid stetig in mir wiederhole, es geradezu suche, so lange glaubte, dass der beste Weg ist das Leid fortzusetzen? Weiter zwanghaft Erfahrungen aus der Kindheit wieder zu beleben, und Geschehnisse versuchen an die Oberfläche zu holen, die wir niemals mehr mit Sicherheit bestätigen können. Reine Zeitverschwendung ist – Lebenszeitverschwendung über Jahre. Wenn ich bedenke wie viel Menschen mit der DIS-Diagnose viele, viele Therapien haben, manchmal mehr als 10 Jahre oder inzwischen gar nicht mehr ohne Therapie glauben leben zu können, weil sie nur den Fokus auf „geholfenwerden“ richten – sie haben es verlernt bei sich zu suchen und zu finden. Sie kommen gar nicht mehr auf die Idee, dass in ihnen doch die beste Hilfe wohnt und sie nur den Hebel umdrehen müssten.

Und das alles – obwohl wir doch nicht geistig behindert sind, unser Verstand doch eigentlich sogar ganz gut ist. Ich kenn soviele DISler, die kluge Sachen von sich geben, gute Beobachtungen machen, ganze wissenschaftliche Bücher zu diesem Thema lesen und wiedergeben können, aber trotz unentwegter Innenschau, sich nicht befreien können!

Ich weiß wovon ich rede – ich gehörte ja lange dazu! Was unterscheidet die DISler, die sich befreien konnten, in Selbstwirksamkeit ihr Leben in Freude aufgenommen haben? Sind die klüger? Sind die weniger zerstört worden oder vielleicht mehr, weil ihnen nichts anderes übrig blieb – weil ihnen niemand half und sie es endlich merkten, dass es der falsche Weg ist (nur auf ihre Heilung zu warten, die niemals kommt), der sie in den Tod führt?  Haben sie eine Pioniermentalität, oder besitzen sie mehr Mut oder Energie? Ich weiß es nicht!

Vielleicht werde ich es irgendwann wissen, aber eigentlich ist das für mich nicht mehr wichtig – vor einem Jahr oder länger wäre es wichtig gewesen, um mich eher befreien zu können. Dieser Blog handelt von Alternativen zur Therapie und er zeigt auch auf, welche Möglichkeiten in diesen reichhaltigen Angeboten des Lebens stecken (Methoden zur Selbsterforschung, Selbstwirksamkeit, Sich-anders-erfahren, Neues kennen zu lernen, Hilfreiches selbst auszuprobieren, zu sich selber stehen lernen, spirituelle Entwicklung – Weiterentwicklung zu erleben, Erweiterungen im Denken und Handeln u.v.m. da ist soviel Hilfreiches, was es in der heutigen Zeit gibt. Da ist es aber auch unerlässlich, das Vergangene und das jetzige Neue in einen Zusammenhang zu bringen.

Früher hatten die Menschen nicht die vielen Möglichkeiten, die heute in der digitalen Welt angeboten werden z.Bsp. Blog schreiben, Online Seminare bei Dami Charf z.Bsp. oder Kurse zu machen, ja nicht mal Therapie (und wer hatte schon bei all den Sorgen und der vielen Arbeit damals noch Zeit und vielleicht mangels Bildung, Fachliteratur zu lesen) stand für die meisten zur Verfügung, wo man sein Wissen hätte erweitern können, oder einem die Idee kam, dass die automatischen Handlungen, die seit Generationen unbewusst weiter gegeben wurden, zu hinterfragen. Es ist leicht die damaligen Täter zu verurteilen ohne sich die Zeit zu nehmen, ihre Schicksale und geschichtlichen Hintergründe zu beleuchten. Wenn wir da nur schwarz und weiß sehen, tun wir nicht minder Unrecht und werden zu Tätern anderer Art. Ich höre schon die Stimmen in meinem Kopf von einigen Lesern aus der DIS-Welt „das ist Täter loyales Denken“ – Sich auch über größere Zusammenhänge (über den eigenen Tellerrand zu gucken) Gedanken zu machen, enthebt diese Täter nicht ihrer Verantwortung, lässt uns aber konstruktiver in die Welt schauen, denn durch Schuldzuweisungen hat sich die Welt noch nie verbessert. Da benötigt man einen Verstand, der frei ist von Vorurteilen, der auch mal mit Mitgefühl die Realitäten betrachtet, auch wenn sie uns nicht gefallen.

Wer als DISler in Verantwortung steht, z.B. Kinder hat, einen 8 Stunden-Tag bewältigen muss, die Familie zusammenhalten und womöglich noch Alleinerziehender ist und in diesem Leben nicht untergehen will – der hat gar keine Zeit Fachliteratur zu lesen oder sich nur um sein Leid zu kümmern. Man nimmt seine Alltagspersonen (die gar keine so schlechte Lösung sind, nämlich ein nützlicher Teil unseres Überlebenssystem), und schaut, dass man sein Bestes gibt. Das ist Realität und die teilen alle seelisch Verwundeten in dieser Welt mit Milliarden Unglücklicher, denen es innwendig genauso geht wie uns und versuchen ihr Bestes draus zu machen.

Ja, die Wege des Menschen sind vielfältig und viele davon sind kraft – und zeitvergeudend. Aber ich stehe dazu – mit leichten Bedauern immer noch – um die verlorene Lebenszeit. Aber Trauer ist auch in diesem Prozess etwas Gesundes, um ein für alle Mal – wirklich – den neuen Weg gehen zu können, müssen wir das Alte ehren, aber dann ihm den Rücken zudrehen – das ist Loslassen.

Ich sage nicht, dass es ein leichter Weg ist – im Gegenteil – besonders für uns DISler, aber mich machte es selbstbewusster und heiler, dass ich jetzt selbst verantwortungsvoll mein Leben gestalten kann und mich nicht mehr hilflos fühle. Es ist notwendig für mich diesen Prozess der Loslösung hier nieder zu schreiben, die Realität ist manchmal hart, aber nur wenn wir uns nichts mehr vormachen und alle Innen-Anteile es kapiert haben, dass es keinen Weg mehr zurück ins alte Elend gibt, das wir für das bessere Elend hielten – weil wir es soooo lange kannten – werden wir frei von den alten Horrorgeschichten in uns.

Beste Therapeutin?

Ich bin noch immer dabei, den gestrigen Abend mit den vielfältigen Eindrücken und Gesprächen zu verarbeiten.

Mir fiel im Nachhinein noch ein Satz ein und besonders auf. Nach der Vorstellungsrunde, bei der ich u.a. als einen der Gründe angegeben habe, wie ich aus meiner Situation des damaligen Leidenskreiseln herausgekommen bin, erwähnte ich, dass eigentlich der Hauptgrund war, dass ich eine grottenschlechte Therapeutin hatte. Eine aus der Gruppe meinte: Vielleicht war die gar nicht so schlecht sondern besonders gut. Darüber muss ich jetzt heftig nachdenken. Wenn ich es mir so recht überlege, könnte das sogar so sein. Denn diese Frau war wirklich völlig anders wie die meisten anderen Therapeuten, die ich früher in meinem Leben kennengelernt hatte und auch die beiden letzten, vor jener üblen, aus den gescheiterten Therapieversuchen. Sie war weder einfühlsam, noch mitfühlend, wirkte hilflos, stellte die doofesten Fragen, die man sich ausdenken konnte,  oder saß inaktiv einfach nur da. Also das krasse Gegenteil von mitfühlend, klug, zugewandt, und hilfreich wie man von Therapeuten generell erwartet hätte.

Also das wäre echt der Hammer gewesen – aber wenn tatsächlich geplant, sehr erfolgreich! Wer heilt hat recht, heißt es doch so schön. Fakt ist, durch die wahre oder falsche „Behandlung“ ist mir ein Licht aufgegangen und ich konnte erkennen, dass ich nur selbst mich aus dem Sumpf der ewigen Leidenskreisel befreien konnte, dass ich allemal mehr Fähigkeiten hatte, mich selbst viel besser kannte und auch ich selbst viel besser wusste, was mir gut tut und was nicht, als jeder Aussenstehende.  Das tat ich dann auch und fällte mit großer Erleichterung eine sehr lebensverändernde Entscheidung.

Eigentlich spielt es keine Rolle wodurch ich mich aus dem Teufelskreis herausschälen konnte, sondern nur, dass es mir möglich wurde meine Selbstwirksamkeitsfähigkeit zu erkennen und zu begreifen, dass niemand von Außen mir tatsächlich so wirksam helfen kann, wie ich mir selbst, indem ich mich auf meine Kräfte besinne und danach handle. Insofern war das Geld vom Fond doch gut angelegt – wenn dem so war (so oder so). Das was ich einfach begreifen musste war, dass ich im Außen niemals das finden würde, was mir wirklich hilft und ich mich auf meine Ressourcen – die ja trotz meiner schlimmen Kindheit übrig geblieben waren (und/oder auch deshalb erworben hatte). Und vielleicht hat genau dies diese „unfähige“ Therapeutin erkannt und mich auf mich selbst zurück geworfen. Dass sie gesehen hat wie sehr da eine kräftige Instanz (Verteidiger) vorhanden war, die mich durch all das Schlimme geleitet hat und mich trotz der widerlichen Umstände hat überleben lassen.

Ich erinnere mich gerade an einen Blogger, der von einer solch „provozierenden“ Therapeutin während der Anfänge seiner Therapie gesprochen hatte, der er am liebsten ‚die Zähne eingeschlagen‘ hätte, die er aber als sehr wichtig empfunden hat auf seinem Weg.

Ja, es ist nicht leicht diesen Gedanken zu akzeptieren, dass die eigentliche Therapie eigentlich ‚keine‘ ist, bzw. wir selbst unsere Therapeuten sein müssen. Dass wir völlig auf dem falschen Dampfer waren und unsere Verantwortung nicht übernehmen wollten und diese nach außen verlagern wollten (und hofften, dass uns endlich – nach all dem Leid in unserer Kindheit – Gerechtigkeit und Ausgleich zustand und man uns gäbe).

Ich denke solche Taktiken müssten dann auch sehr vorsichtig angewandt werden,  denn nach vielen gescheiterten Therapieversuchen (früher in jungen Erwachsenenalter und jetzt noch 3 dazu) könnte der Klient durchaus wie gewohnt den Herausforderungen ausweichen – sich nicht gewachsen fühlen – und aufgeben und sich töten. Meine unglaublich starken Verteidigerinnens machten es der letzten Therapeutin – so glaube ich – sehr leicht, diese Methode anzuwenden, da es sehr offensichtlich war – wie kraftvoll ich kämpfen konnte (eine Superressource, die ich schon als Kind deutlich herausgebildet hatte und lebte).

Also, so eine unfähige Therapeutin zu ’spielen‘ ist auch eine Leistung, denn vom Klienten wird man ganz schön gehasst dafür, das muss einer erst mal aushalten. Ich denke, wenn Therapeuten den Weg des Tröstens, des gekauften Mitgefühls, des Alles-Verstehens mit dem Klienten gehen und die Schleifen pausenlos mitdrehen, sich vielleicht sogar darin verfangen – ist das sicherlich um einiges weniger anstrengend – nehme ich jedenfalls an. Solche bekommen die Verehrung, Freundlichkeit und Dankbarkeit vom Klienten und auch gespiegelt wie toll sie doch sind.

Und wenn es tatsächlich so war, dass diese Therapeutin mir auf diese Weise helfen wollte, dann war sie perfekt darin. Jedenfalls – egal ob so oder so – sie war perfekt für mich.

Präsenz zeigen

Brendon Burchard sagt:
 
„Die Art und Weise, wie wir mit unserer Vergangenheit und Zukunft umzugehen pflegen, kann erhebliche Auswirkungen darauf haben, wie wir mit unserer Gegenwart umgehen. Wenn wir von der Sorge darüber, wie die Dinge gelaufen sind oder wie sie laufen werden, verschlungen werden. Dann ist es unmöglich, sich vollständig mit dem Hier und Jetzt auseinanderzusetzen.
 
Im Augenblick ungehindert zu tanzen ist die härteste spirituelle Praxis der Welt.“

Ja, es ist wirklich schwer, sich nicht ständig Sorgen zu machen oder nicht an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken – es ist schwer im Jetzt zu bleiben. Aber es gibt doch einiges was ich ganz praktisch machen kann, um mehr im Augenblick zu leben. Da fällt mir z.B. ein, dass wir jedesmal, wenn wir bemerken dass wir uns wieder in der Vergangenheit aufhalten und über sie nachdenken oder sie sogar im Jetzt erleben, was uns Traumatisierten ja häufig passiert, dass wir sobald wir es bemerken, sofort unseren Fokus auf das Jetzige richten. Das ist ja auch in (guten)Therapien so, sobald wir in den alten Filmen landeten, machten Therapeuten über Sprache, Geräusche oder indem sie uns einen Igelball in die Hände gaben, den Versuch uns in die Gegenwart zurück zu holen. Aber warum warten, bis man wieder in der Therapiestunde ist und ein anderer das für uns tut? Es gibt so viele Lebensstunden zwischen den Therapiestunden, wo die Klienten sich fortwährend in der Vergangenheit mit ihren Schrecklichkeiten aufhalten. Warum nicht selber üben – steter Tropfen höhlt den Stein. Ja üben ist langweilig, und man muss diszipliniert sein, konsequent und das auch noch allein. Hm, das geht auch nur wenn wir es wirklich wollen.

Das Argument, was vielleicht jetzt viele anführen: Ich merke das gar nicht, wenn ich nicht im Jetzt bin, grad dissoziiere…. Auch das kann man lernen durch immer mehr Achtsamkeit, immer schneller, immer früher, immer besser. Und dann können wir wieder ins Jetzt zurück kehren.

Ich finde Sunrisas Blog vom Namen her so originell und treffend. Ja, Leute mit der Diagnose DIS-Tanz tanzen wirklich um den heißen Brei herum – vor und zurück und rundherum (natürlich gibt es Gründe: Angst, Schmerzvermeidung z.Bsp…) Wir kennen das selber zu genüge aus meinen letzten 3 Therapieversuchen.

Eine weitere Möglichkeit – so denke ich persönlich – wie man die Präsenz im Jetzt umsetzen kann ist vielleicht – zwar zurückzuschauen (eine Rückschau halten) und zu vergleichen mit der jetzigen Situation, den Fokus darauf zu richten, was sich seither verändert hat. Das erscheint mir wichtig, denn wir Menschen neigen dazu – Altes – einmal Bewährtes (in der Kindheit) automatisch zu wiederholen (ungeprüft ob das jetzt als Erwachsener noch immer funktioniert oder uns nur im Alten festhält – die berühmten eingefahrenen Gleise im Gehirn). Wenn wir nicht Rückschau halten – immer wieder – passiert es leicht, dass wir längst erfahrenes Positives gar nicht mehr bemerken oder gleich wieder vergessen.

Auch in die Zukunft können wir in einer gesunden Weise schauen – z.Bsp. wenn wir eine Imagination/Meditation machen, in der wir uns vorstellen, wie unser Leben aussehen könnte, wenn wir uns ganz und gar gesund und heile fühlen. Das bringt uns unseren Zielen näher, ja es ist durchaus förderlich unser Ziele – wo wir hin wollen – herauszufinden – statt uns immer im Kreise zu bewegen. Sich mental mit unseren Zielen zu beschäftigen kann sehr hilfreich sein. So nutzen z.B. seit langem gute Sportler diese Methode, die sozusagen im Kopf trainieren, dass sie besser werden.

Jedenfalls steht für mich fest, dass uns der Aufenthalt in der Vergangenheit – Leid beschert (jedenfalls ist das bei Menschen so, die Horror in der Kindheit erlebt haben). Doch Brendon Burchard gibt uns noch ein Hilfsmittel an: nämlich die Bewertung der Vergangenheit. Kein Mensch hat in der Vergangenheit wirklich nur schlechtes erlebt, es gab in jedem Leben irgendetwas (mehrere Dinge), die in Ordnung waren, Momente des Schönem, Augenblicke wo es uns gut ging, wir uns freuten….. Dorthin können wir auch unseren Fokus richten.

Und letztlich können wir noch einen Schritt in Neu-Bewertungen unseres Lebens tun. Alles hat seine 2 Seiten – nichts ist nur schlecht oder nichts ist nur gut. Wir können uns die Frage stellen, wozu dies oder jenes vielleicht gut war (nichts ausschließen) wozu diese oder jene Erfahrung uns vielleicht gedient hat für unser jetztiges Leben. Auch da muss geübt werden genau hinzuschauen und nicht pauschal alles zu verdammen.

Mit diesem Fokus konnte ich unlängst sogar erkennen (siehe Blogbeitrag Fragen stellen), dass meine Mutter durch ihren frühen Tod, eigentlich mein Leben wie es jetzt ist (weitgehend konstruktiv und ohne großes Leid) ermöglicht hat, obwohl sie einst so viel Schaden bei mir angerichtet hat.

 

 

 

Jetzt ist der Körper dran

Ha, das ist lustig, denn über den Körper zu schreiben – statt ihn zu erleben ist wohl ein wenig schräg. Aber so werden wir versuchen uns anzunähern. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich mit dem Fondgeld weiter anfangen soll. Eigentlich wollte ich Shiatsu, aber mein erster Versuch ging in die Hose, weil die nicht über dem Fond bezahlt werden wollte. Wollte keine Rechnungen schreiben. Okay, war nicht die Richtige – offensichtlich. Ich versuch das gelassen zu sehen – so trennt sich schicksalmäßig die Spreu vom Weizen. Nun weiß ich nicht: war das ein Hinweis nicht Shiatsu zu machen oder war die Therapeutin nicht die richtige? Und hier ist die Scheu vor dem Wort Therapie auch noch sehr stark. Will mich nicht mehr abhängig machen auf meinem Selbstwirksamskurs. Aber Körpertherapie ist ja doch was anderes, nicht so was Verkopftes und auf der reinen Sprachebene.

Aber ich denke es steht an, schon allein wegen der Abspaltungen der Misshandlungen während fast 8 Jahren täglicher Prügel, die ich als Kind nicht mehr spürte, aber noch immer im meinen Körper sitzen. Aber ich frag mich schon, ob das gut gehen könnte, da ran zu gehen, denn würde das vielleicht heißen diese früheren Schmerzen dann im Heute spüren zu müssen – weil ich sie damals nicht spürte?

Zur Zeit höre ich eine sehr umfangreiche CD von Bessel van der Kolk „Der Körper als Speicher unserer Erfahrungen“ – Untertitel: Traumaspuren im Gehirn, Geist und Körper.

(Zur Zeit grad SSV bei Auditorium herabgesetzt – lohnt sich wirklich)

Ja so nähern wir uns an – erst im Gehirn. Ein Satz ist mir in guter Erinnerung geblieben vom ersten Drittel, das ich bereits gehört habe: „Psychiatrische Diagnosen sind im Grund gar keine Diagnosen, denn es ist zweifelhaft ob sie mit dem Inneren übereinstimmen.“ Und noch ein Satz von ihm machte mich nachdenklich: „Sprache ist eigentlich nicht darauf angelegt die Wahrheit zu sagen. Vielmehr wäre wichtig was wir nicht sagen.“

Als Bessel auf der CD sagte, dass Trauma Hilflosigkeit bedeutet und Traumatisierte nicht zielgerichtet sind, dachte ich, dass ich vielleicht wirklich einiges von meinem Trauma aufgelöst habe, denn ich bin sowohl zielgerichtet und ich fühle mich nicht mehr hilflos, sondern selbstwirksam – ich glaube, dass ich mir weiterhin selbst helfen kann, indem ich alles nutze was mir begegnet. Ich glaube inzwischen, dass meine Seele mich führen wird, dorthin wo ich hin soll, auch bezüglich meiner Vergangenheitsaufarbeitung. Und zwar unforciert und nach meinem Tempo und nicht wieder nahe am Suizid vorbei.  Bei Bessel hörte ich auch, dass Traumatisierte unter einem Mangel an Präsenz (im Jetzt) leiden. Hmmm. Aber das Interessante kommt erst noch (ich habe erst ein Drittel der CD gehört – sie ist 331 Minuten lang Mp3- Format) er sagt nämlich, dass er Wege aufzeichnen kann wie man aus den „Traumaschleifen“ rauskommt.

Ihr werdet noch davon lesen – hier.

 

Fragen stellen

anderen Fragen stellen, aber vor allem sich selbst. So wichtig – vorausgesetzt – wir wollen uns weiter entwickeln.

Ich mache ja seit ca. 2 Jahren kostenlose Online-Seminare mit – eine wunderbare Art sich zu überprüfen, neuen Input zu kriegen, sich selbst zu fragen. Diese Seminare – die sonst ja echt viel Geld kosten (und sie werben mit diesen kostenlosen Seminaren auch für weitere Seminare, die dann schon ziemlich Geld kosten) – müssen ja auch von was leben und sich finanzieren – ebenso wie Therapeuten. Das Gute, wenn man dann ein weiteres Seminar bei diesen Leuten machen will, so kennt man sie schon und kauft die Katze nicht im Sack. Aber ich kann mir das nicht leisten und mir reichen diese kostenlosen Online-Seminare, die meist über einige Tage gehen und sehr interessante Themen bearbeiten – in punkto Wachstum – damit kann ich dann selber mir Fragen dazu stellen und mich ‚erweitern‘ und wenn ich die Tipps dort auch ausprobiere, kann ich vieles dazu lernen.

Zur Zeit ist es der Brendon Burchard, kann man auch über Youtube einiges von ihm sehen – und dort ging es um inneres Wachstum. Fragen stellen – so sagt er – ist ein phantastisches Mittel, um sich selbst näher zu kommen oder auch einen Weg zu erkunden – warum es vielleicht grad stockt und nicht weitergeht, wenn wir bspweise an einem Punkt sind, wo das Alte nicht mehr geht und das Neue noch nicht da ist.

Wenn man sich öffnet und nicht gleich nach den ersten Sätzen denkt: Kenn ich schon alles (und gleich alles verwirft) – dann sind da immer einige Tipps dabei, die sehr hilfreich sind, selbst wenn ich schon vieles ausprobiert habe. [Ich muss grad wieder an die eine Metaphergeschichte denken, wo der Meister dem Schüler beibringt leer zu werden, weil in ein volles Glas nichts Neues mehr reinpasst. Ich liebe diese Geschichte.]

Meine Fähigkeit aus allem Nutzen zu ziehen, und auch weil ich sehr neugierig bin und keine Angst habe, etwas auszuprobieren an mir selber – hat mir sicher auch in meiner Kindheit und im Leben schon sehr weitergeholfen.

Ich glaube inzwischen, dass ich diese Fähigkeit (aus nichts etwas zu machen und alles zu nutzen was hilfreich sein könnte) deshalb entwickeln konnte, weil ich schon sehr früh – vielleicht als Baby schon gemerkt habe, dass sich niemand um meine Bedürfnisse kümmert (das geschieht wahrscheinlich sehr leicht, wenn niemand auf die schreiende Not eines Babys reagiert, wenn es sich allein fühlt, wenn es hungrig ist, also sehr vernachlässigt wurde). Was ich aus meiner Erzieherausbildung und der Literatur zu diesem Thema weiß ist: Es bildet sich ja schon ab der Geburt eine Art Welterleben heraus und wenn ein Kind da sich selbst überlassen wird und wie in meinem Fall auch noch spürt, dass es unerwünscht ist und gehasst wird, dann bildet sich ziemlich wahrscheinlich der Abdruck in seiner Seele, dass niemand da ist und es für sich selber sorgen muss. (Übrigens auf solche Gedanken kommt man nur, wenn man sich Fragen stellt und solche Anregungen wie die von Brendon Burchard ernst nimmt

Das ist nicht nur Theorie. Denn ich bin zu einer Zeit geboren, wo es verpöhnt war, ein schreiendes Baby sofort hoch zunehmen, es zu beruhigen, es zu trösten. Es war üblich es lange schreien zu lassen (man glaubte, dass man es sonst verwöhne), bis es von selbst aufhörte und völlig erschöpft einschlief – mit dem Gefühl der Resignation wahrscheinlich und dem Eindruck, dass da niemand ist. Vielleicht ist das auch eine der Ursachen für den plötzlichen Kindstod – aus Resignation sterben sie dann – tödliche Resignation.

(Ich habe nicht resigniert – offensichtlich – denn sonst wäre ich nicht mehr da.)

Alles woran ich mich erinnern kann ist gespickt mit solchen Begebenheiten, dass ich als Kind unentwegt beschäftigt war damit, mir Lösungen auszudenken, wie ich überleben konnte. Diese Suche war hauptsächlich unabhängig von Menschen, bei denen suchte ich, wenn möglich immer das Weite. Von ihnen kam so gut wie nichts, was mir half, mein Leben zu bewältigen  im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass ich als Kind gar nicht bemerkte, dass ich litt, denn ich war viel zu viel beschäftigt damit, zu überleben.

Und alles hat eine Kehrseite – meine Kreativität, meine Liebe zur Natur und zu den Tieren halfen mir täglich zu überleben. Mein Mitgefühl bewahrte ich mir dadurch, weil ich es auslagerte auf die Tiere bei uns, die ebenso gequält, geschlagen, vernachlässigt, behandelt wurden wie ich. Mit ihnen konnte ich mich identifizieren, mit ihnen hatte ich Mitgefühl und versuchte ihnen ihr Leben zu erleichtern. Sie schenkten mir ihre Aufmerksamkeit und ich glaubte als Kind, dass sie mich verstanden, ich erzählte ihnen alle meine Sorgen und hatte Spaß mit ihnen. Überhaupt war es auch die Natur, in die ich jede freie Minute flüchtete (und sogar ein dreiviertel Jahr die Schule schwänzte (und keiner merkte es – im tiefsten Bayrischen Wald wo wir für ein Jahr hingezogen waren) für mich die Rettung. Die Natur war heile und zeigte mir, dass es neben all dem Schlimmen, auch eine noch intakte, gute Welt gab – sie war wirklicher für mich als die Welt in die ich hineingeboren worden war, die nur Schmerz und Angst oder Nichtbeachtung brachte.

So ein Aufwachsen kann einem Fähigkeiten beibringen, die zu sehr Brauchbaren führt und Selbstwirksamkeitsgefühle und Kreativität wachsen lässt. Beides besitze ich immer noch und hilft mir vieles gut und immer besser zu bewältigen. Meine Neugier und mein Mut tun und taten das Übrige, um in dieser Welt nicht unterzugehen und immer die beste Lösung zu finden.

Und auch hier dieser Beitrag kam nur deshalb zustande, weil ich mir z.Bsp.: die Frage gestellt habe: Was waren die Dinge, die mich als Kind und auch später überleben ließen, mich zu dem gemacht haben, die ich heute bin. Solche Fragen lassen uns im Rückblick ganz deutlich erkennen, welche Ressourcen in uns verborgen sind. Es wird uns dadurch bewusst was wir für Stärken haben und wie wir sie einsetzen können in der Zukunft.

Überall rund um uns bieten sich so viele Möglichkeiten oder wie Deepak Chopra es ausdrückte:

„Das Universum  folgt keinem festen Plan. Sobald du eine Entscheidung triffst, arbeitet es damit. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur eine Vielfalt von Möglichkeiten, die sich mit jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Tat verändern“…..

Und solche Entscheidungen kann sogar schon ein Baby (unbewusst) fällen – z.Bsp. die, dass es für sich selbst sorgen muss – weil kein anderer da ist, der dies tut.