Ich hab die Schnauze voll

Nun, habe ich die 3. gescheiterte Therapien hinter mir – innerhalb von 4 Jahren. Ich bin offensichtlich therapieresistent. Bösartige Menschen würden sagen, dass ich nicht heile werden will. Andere meinen gar, ich wäre eben unheilbar.

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Solfeggio Frequenz 639 Hz

Bei dieser Frequenz geht es mir ganz anders wie bei den anderen. Nach 528 Hz war erst mal das Bedürfnis da eine Pause zu machen – mit den Frequenzen generell. Dann fing ich mit der 639 an – stockend – vergaß sie zu hören oder hatte keine Lust. Als ich sie dann endlich hörte – einigermaßen regelmäßig – bekam ich diese Erkältung – und jetzt wo sie vorbei ist merke ich beim Hören, dass Schmerz in meinem rechten unteren Kiefer auflammt, weggeht – wiederkommt. Seltsam. (Und als ich die Töne aus machte, war auch der Unterkiefer wieder schmerzfrei.)

Über diese Frequenz steht geschrieben:

„Die Vorteile der 639 Hz-Frequenz umfassen. Ermöglicht die Schaffung harmonischer zwischenmenschlicher Beziehungen. Dieser Ton kann für die Behandlung von Beziehungsproblemen verwendet werden – in der Familie, zwischen Partnern, Freunden.  Wenn es um zelluläre Prozesse geht, kann eine Frequenz von 639 Hz verwendet werden, um die Kommunikation der Zelle mit ihrer Umgebung zu fördern. Verbessert Kommunikation, Verständnis, Toleranz und Liebe.“

Eine andere Beschreibung dafür:

„Herzchakra: Solfeggio Frequenz 639 Hz

Das vierte Chakra ist das Herzchakra, das sich auf der Höhe des Herzens befindet den Mittelpunkt des Chakrensystems darstellt. Energetisch beeinflusst das Herzchakra den Brustkorb, das Herz und die Lunge. Es steht für die selbstlose und bedingungslose Liebe, Herzenswärme, Hingabe, Empathie und für das Erkennen der Schönheit hinter den Dingen. Ein geöffnetes und aktiviertes Herzchakra zeigt sich in diesen Wesenszügen. Typische Symptome für eine Blockade im Herzchakra hingegen sind Ängste vor Trauer, Verletzung und Verletzlichkeit, Angst vor zu viel Nähe oder davor, Liebe zu empfangen. Es können Kontaktschwierigkeiten und Gefühlskälte entstehen, die dann zu Einsamkeit und Verbitterung führen kann. Auf körperlicher Ebene zeigen sich Beschwerden wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Haut- und Lungenerkrankungen. Zum Öffnen und Aktivieren des Herzchakras dient die Solfeggio Frequenz 639 Hz.“

Ich mach mal lieber langsam mit dieser Frequenz weiter, auch wenn ich keine Kontaktschwierigkeiten habe…. aber so ganz offen ist mein Herzchakra nicht gerade.

Kopf und Herz

„Wenn mein Kopf es sich ausdenken kann, wenn mein Herz daran glauben kann – dann kann ich es auch erreichen.“

– Muhammad Ali

Nun, ich bin zwar kein Boxer…. obwohl mein Leben – im übertragenen Sinne – durchaus mit einem Boxkampf zu vergleichen wäre. Es war ein einziger Kampf und ich musste mich ganz schön durchboxen.

Ich war erst mit 17 Jahren in der Lage meinen Kopf zu benutzen – ich meine damit, dass ich entdeckt habe, dass ich jemand bin, ein Selbst habe, eigene bewusste Gedanken und Fragen in mir hatte. Vorher lebte ich wie ein Tierchen, immer nur entweder Spielball von Anderen, oder reaktives Menschlein, das rebellisch, angepasst oder ‚zufallsgewürfelt‘ durch die Jahre stolperte. Mit 17 – das war 3 Jahre nach dem Tod meiner Mutter – als ich anfing ein Mensch zu werden und feststellte, dass ich Denken konnte, dass ich eine eigene Meinung haben konnte, eigene Gedanken und langsam erwachte ich ins Fühlen.

Das mag spät sein – oder vielleicht ist das auch normal, wenn man in so schlimmen Verhältnissen wie ich – aufwuchs. Vielleicht hat man einfach keine Zeit gehabt, keine Chance, sich mich sich selbst zu beschäftigen, zu reflektieren, sich Gedanken zu machen. Man brauchte jede Sekunde entweder dafür ums Überleben zu kämpfen oder um sich von diesem Kampf zu erholen.

Vermutlich kann mir das niemand beantworten, denn wer denkt schon über sowas nach. Allerdings macht es mich neugierig wie das zusammen passt, mit dem in aller Munde geführten Zustand des „JETZT“, das so erstrebenswert sein soll. Ist das ‚Jetzt‘ nicht auch so ein Zustand wie ich ihn als Kind gelebt habe – also keine reflektierten Gedanken zu dem Vergangenen und keine Ängste vor dem was in ein paar Stunden auf uns zu kommt?

Mag sein, dass das glücklicher macht, aber wächst man da auch? Entwickelt man sich so weiter? Ab und zu den Zustand des im Jetzt sein zu genießen, kommt mir durchaus sinnvoll vor – aber immer?

Mit meinem Kopf oder Verstand denke ich, mit dem Herz fühle ich was die Gedanken in mir auslösen. Aber die Auswahl meiner Gedanken, die ich für wahr halte und mein Herz fühlt – sind es die mein Leben gestalten.

Der einfache oder der schwierige Weg?

Ein Schüler kam zum Meister.

„Ach Herr,“ stöhnte er, „um Euren Lehren zu folgen, ist so viel Veränderung nötig. Das ist mir eigentlich alles viel zu anstrengend. Ich glaube, ich werde das Studium hier beenden.“

Da schaute der Alte mit einem traurigen Blick auf seinen Schüler. „Kennst du die Geschichte von der Raupe?“ fragte er. Der Schüler verneinte.

„Es war einmal eine Raupe, die das Gefühl hatte, dass die Metamorphose zum Schmetterling zu anstrengend sei. Also beschloss sie, Raupe zu bleiben. Und während sie mühsam und langsam durchs Leben kroch, schaute sie immer mal wieder hinauf zu all den Schmetterlingen, die im Sommerwind von Blume zu Blume tanzten…” erzählte der Meister die Geschichte.

„Und nun überleg wohl, ob der scheinbar einfachere Weg auch tatsächlich der einfachere ist.“

Glaubenssätze

Meines Erachtens ist es so sehr wichtig unsere Glaubenssätze zu überprüfen. Die meisten entstanden ja in einem frühen Alter, also als Kind und wurden durch die Umwelt und unsere Erzieher geprägt. Solche Glaubenssätze, wenn man aus wirklich üblen Familienverhältnissen kommt, können einem das Leben ruinieren oder retten. Ja, wirklich – auch retten. In beiden Fällen ist es sehr wichtig, dass wir sie genau überprüfen.

Jeder weiß was schlimme Glaubenssätze sind (du bist schlecht – bist nicht gut genug – kannst nicht dies und das – du bist ein Versager – du bist hässlich …. und so fort). Wenn man diese früh angelegten Sätze ungeprüft stehen lässt, können sie zu Prophezeiungen werden, die zu Wirklichkeit werden. Auch nonverbale Sichtweisen, die unsere Eltern über uns dachten und uns danach behandelten können sich zu Glaubenssätzen in uns festsetzen, die wir lebenslang mit uns tragen und uns einschränken. 

Jahrzehntelang wusste ich gar nicht, dass ich solche verheerenden Sätze in mir trug, wusste nichts von den katastrophalen Wirkungen in meinem System. Und auch wenn mein Kopf es noch erinnerte, was damals für Sätze gesprochen, geschrieen, gemeint und nonverbal übermittelt worden waren, so war ich mir nicht bewusst welch weitreichende Folgen, die Verinnerlichung in mir bewirkten und dass sie mein Leben seit Jahrzehnten mitgestalteten und zwar sehr zerstörerisch und nicht gerade lebensfördernd.

Als ich es dann endlich begriff, wusste ich nicht wie ich sie loswerden konnte und meine Opfermentalität – ja auch Opfersein ist so ein Glaubenssatz (ich bin ein Opfer gewesen, bin es immer noch und lebenslänglich), schuf in mir lange das Gefühl, dass ich dazu verdammt war, ihn für immer zu behalten.

Oh, ich war gut im Opfersein – ehrlich – ich machte das Beste draus – wehrte ab so gut ich konnte (im Außen) aber innerlich blieb ich es. Diese Sätze in mir, schienen wie eingebrannt, nicht ausrottbar, ja man bekam sie nicht mal zu fassen. Immer wieder versuchte ich zwei meiner prägendsten Glaubenssätze loszuwerden. Der eine lautete; „Wenn ich leben will – muss ich sterben“. Es gibt keinen perfekteren Glaubenssatz als diesen, er lässt einen nicht leben und nicht sterben. Eigentlich hieß er korrekterweise (gefühlt): „Wenn ich richtig gut leben will, muss ich sterben“. Das bringt einen nicht nur dazu mit gezogener Handbremse zu leben – oder wenn man es doch einmal wagt sich mit Freude ins Leben zu stürzen und die üblichen Grenzen jenseits des gewohnten Lebens, in Richtung gutem Leben zu überschreiten, dann ist da innen sofort etwas, das einem dazu bringt sofort wieder etwas zu konstruieren, was das erreichte Gute wieder eliminiert. Oder schlimmer noch, diese unsichtbare Grenzüberschreitung ertränkt wird in dem destruktiven Gefühl, dass man ja gar nicht berechtigt ist zu leben (Folge: Suizidversuch, der nie gelingen kann, weil die Gegenkraft – die Lebenskraft ja auch noch da ist). Das bedeutet im Klartext ein Leben in der Grauzone, das eigene Potential kann nie gelebt werden, ein Leben in ständiger Ambivalenz und Zerrissenheit.

Ich hatte ja noch den anderen Glaubenssatz, wie ich ihn im letzten Beitrag erwähnt hatte, der mir ein Leben ermöglichte „für andere hilfreich zu sein, (dass ich dazu geboren war, das Leid der Welt zu tilgen) und der mir erlaubte trotzdem überhaupt zu  leben, das mir den Sinn in meinem Dasein zu finden erlaubte. Aber im Grunde eine Pattsituation, denn Leben konnte ich so zwar, aber mein wahres Potential entfalten gelingt einem damit auch nicht.

In den letzten drei gescheiterten Therapieversuchen habe ich regelmäßig gleich anfangs diese beiden Glaubenssätze erwähnt und danach gefragt – wie man die wohl auflösen könnte. Von keiner Thera bekam ich dazu eine Antwort oder einen Hinweis, wie das gehen könnte.

Nun, habe ich gleich mehrere Methoden entdeckt, wie ich diese Glaubenssätze in mir behandeln, etwas gegen sie tun kann. Ich bin ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert. Vielleicht wurde eine Lösung und Bearbeitung aber auch erst möglich, seit ich von meiner Selbstwirksamkeit überzeugt bin, dass ich selbst mitwirken kann mein Leben zu gestalten, und nicht mehr nur im Außen jemand suche, der mir hilft sie aufzulösen.

Opfersein 2 – Anatomie

Wie kam es also dazu, dass ich aus der Opferrolle aussteigen konnte?

Ehrlich gesagt hat es dazu einen ewig langen Weg gebraucht und ich musste viele leidvolle Stufen durchleben, bevor ich erwachte.

Seltsamerweise fühlte ich mich als Kind – als ich all diese quälenden Dinge erlebte – überhaupt nicht als Opfer. Wahrscheinlich hatte ich kein Bewusstsein darüber, was ein Opfer war. Ein Tier das gequält wird spürt zwar den Schmerz, aber es hat kein Bewusstsein und kann nicht denken „mein Besitzer o.ä. quält mich und das ist unrecht“. So ergeht es Kindern wohl auch. Sie nehmen es hin als Gegebenheit und entwickeln ihre Schmerzvermeidungsverhalten, sie weichen aus, entwickeln unbewusst Strategien um Leid zu entgehen.

Die erste Phase ist dabei wohl, mit allem Sinnen verstehen zu wollen wie der Quäler gestrickt ist, um zu vermeiden oder sich darauf vorzubereiten. Die zweite Phase beginnt, wenn wir genügend gelernt haben, den uns Schmerz zufügenden Tätern zu begreifen und einzuordnen. Bei mir war das so, dass dann nicht mehr alleinig das Erdulden von Schmerz und Erniedrigung – im Vordergrund stand, sondern allmählich auch ein strategisches Handeln zur Vermeidung von Schmerz möglich war, wenn auch auf einer sehr niedrigen Stufe, irgendwie instinktiv. Gleichzeitig identifizierte ich mich mit den gequälten Haustieren, die noch hilfloser waren als ich und rettete so mein Mitgefühl – nicht für mich – aber für diese Geschöpfe. Bis heute ist das so geblieben, es macht mich fuchsteufelswild wenn ich sehe, dass Tiere gequält oder falsch gehalten werden.

Die nächste Phase  war der Übertritt in Hassgefühle. Durch Beobachtungen außerhalb meiner Familie registrierte ich sehr wohl, dass nicht jedes Kind geschlagen wurde, nicht jedes Kind gequält wurde und ich fing an auf einer unbewussten Ebene Gründe zu erkunden, die erklärten: warum ich? Meine Gründe, die ich damals fand – waren vielfältig und gespalten. Ein Teil von mir glaubte die Aussage: Ich wäre schlecht und hätte den Teufel im Leib, der andere glaubte das nicht und suchte eine andere Erklärung. Wohl schon sehr früh rettete ich mir das Bild eines gerechten, guten Gottes (eine sehr katholische Erziehung seitens meiner Großmutter wirkte da wohl mit) indem ich den Glaubenssatz entwickelte: „Ich bin hier um das Leid der Welt zu tilgen“ – In einer Therapie in jungen Erwachsenenjahren entdeckten wir ihn und damals war ich sehr berührt davon, denn ich fühlte das Kind in mir sehr deutlich, das diesen Glaubenssatz entwickelt hatte – in höchster Not – weil es keine bessere Erklärung für sein Leid fand. Ich wurde von da ab ein freiwilliges Opfer – jesusgleich. So ließ sich mein Leid besser ertragen, es bekam Sinn.

Heute sehe ich das im Rückblick so, dass mich diese ‚Lösung‘ davor bewahrte ein gewalttätiger Mensch zu werden, denn ich duldete alle Misserfolge ohne groß dagegen zu rebellieren. Zugleich war diese Lösung auch ein Gegengewicht gegen die Aussagen meiner Erziehungsberechtigten, dass sie falsch lagen, dass ich den Teufel in mir hatte und dass sie unrecht hatten, ich widerlegte sie ja damit, dass ich ähnliches tat wie Jesus (ich litt für die Menschheit). Ich war gut, denn ich schaffte das Leid der Welt ab, überall wo ich war. Mein Leben hatte Sinn.

Erst mit 17 war ich fähig mich anders zu betrachten und damit auch das Leben. Während meine gleichaltrigen Freunde um mich herum sich für Jungs, Partys, Discos interessierten hörte ich Klassische Musik, ging in Kirchenkonzerte, und sprach mit älteren Personen über Gott und stellte viele Fragen über das Leben. In dieser Zeit traf mich mein Leid mit Wucht. Ich sah das Unrecht mit vollem Bewusstsein, sowohl in meinem Leben, als auch in der Welt. Das war die Zeit wo ich Gott verlor. Ich konnte nicht mehr an ihn glauben, ich verzweifelte an der Welt und den Menschen. Ich sah nur noch Elend und Unrecht, um mich herum, einschließlich meines. Mehr als 10 Jahre folgte nun die Phase in der ich nicht mehr leben konnte, nicht mehr leben wollte und es wechselten sich die Zeiten ab – von Selbstmordgedanken, Therapieversuchen/ Suizidversuchen und Aufenthalte in Krankenhäusern und Psychiatrien. Trotzdem gab es auch in dieser Zeit Episoden von ein wenig Ruhe und „normalen Lebens“ – dank meiner so wunderbar funktionierender Alltagspersonen, denen es gelang, die Leidenden und Verzweifelten in mir in Schach zu halten. Heute finde ich es ein Wunder und gleichzeitig ein Geschenk, dass wir so starke, so fähige Alltagsleute in uns haben, mit denen wir es schafften einen Beruf zu lernen, ihn jahrelang gut auszuüben – (von den Zusammenbrüchen zwischendurch abgesehen).

Meine letzte Phase, die mich aus dem Leid schälte, war mein 7monatiger Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik – wo man mich nach einigen Versuchen mich in Therapien einzubringen – kläglich gescheitert waren (sogar dort versuchte ich mich umzubringen). Dort sagte man mir es wäre besser keine Therapie mehr zu machen. (Man verriet mir damals nicht den Grund, aber heute denke ich, dass mich jede Therapie an den Eigentod führt). Aber ich war dort in dieser Klinik in alle anderen hilfreichen Gegebenheiten eingebunden. Ich bekam kleine anderweitige Aufgaben und nahm an Wanderungen, Frühsport, Autogenem Training, Morgenmedition, täglichen Versammlungen, Gestaltübungen, Malen…. etc. teil. In der Zeit wo die anderen in den Therapiegruppen waren hatte ich Freizeit und stromerte meist in der umliegenden schönen Gegend herum. Ich lebte ziemlich frei dort und erholte mich, zu den Essenszeiten musste ich immer da sein und  die gerade aufgezählten Angebote waren für mich verpflichtend. So verließ ich als neuer Mensch damals die Klinik und fühlte mich total stark und mächtig mein Leben zu gestalten. Einen kurzen Rückfall hatte ich noch in die Hilflosigkeit, als ich merkte, dass ich wohl doch nicht immer in dieser allmächtigen Position sein konnte. Ich dachte wieder an Selbstmord, ging aber kurz zu Besuch nochmal in die Klinik zurück, wo man mir begreiflich machte, dass das Leben ein Auf- und Ab ist und es normal war, auch mal ein Tief zu haben. Und allmählich akzeptierte ich von da an, dass das Leben schwingt.

Erst mit 28 Jahren gelang es mir diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Als dies geschah war das Leben für mich eine völlig neue Erfahrung – schon damals begegnete mir die erste Stufe von Selbstwirksamkeit. Ich konnte mich anders Betrachten und bemerkte, dass es außerhalb von meinem Elend noch anderes gab.

Kurz nach der Klinik war ich auch bereit für eine gesunde Partnerschaft und 3 Jahre später gebar ich meine Tochter. Sie war das Heilsamste für mich um zu lernen, zu erkennen, wie stark einen Liebe und Verantwortung für jemand macht. Alles konzentrierte sich auf ‚das gute Mutter sein wollen‘ und dass ich gelernte Erzieherin war und viel las, half mir sehr meiner Tochter das geben zu können, was ich von meiner Mutter nie bekam. So wie ich es heute aus der Distanz erlebe, war es sehr heilsam für mich diese ganzen Phasen der Kindheit zusammen mitzuerleben, ein Stück weit nachzuerleben, was mir gefehlt hat und was ich nun meiner Tochter schenken konnte.

Und ich habe gelernt, dass ich nun kein Opfer mehr bin und dass ich mich durch nichts und niemand mehr zum Opfer machen lasse. Dass ich eine Wahl habe!

 

 

 

Auf der Durchreise

Gestern war in meiner Lebensphilosophischen Gesprächsgruppe das Thema: „Minimalismus – Weniger ist mehr“. Wie immer sehr spannend! Und gleich zu Beginn habe ich (wie meistens wenn ich eine finde) eine Metaphergeschichte zu dem Thema und Einstieg erzählt. Die will ich Euch nicht vorenthalten:

Auf der Durchreise

Im vorigen Jahrhundert besuchte ein Tourist aus den Vereinigten Staaten
den berühmten polnischen Rabbi Hofetz Chaim.

Erstaunt sah er, dass der Rabbi nur in einem einfachen Zimmer voller Bücher wohnte. Das einzige Mobiliar waren ein Tisch und eine Bank.

“Rabbi, wo sind deine Möbel?” fragte der Tourist?

“Wo sind deine?”,  erwiderte Hofetz.

Meine? Aber ich bin doch nur zu Besuch hier. Ich bin nur auf der Durchreise”, sagte der Amerikaner.

“Genau wie ich”, sagte der Rabbi