Der neue Weg

Ursprünglich stand hier vor ca. einem dreiviertel Jahr ein anderer Einführungsbeitrag, er hieß „Ich habe die Schnauze voll„. Er wurde hier angepinnt kurz nach meinem 3. Versuch eine Therapie zu machen, der dann ebenso kläglich scheiterte, wie die vorangegangenen.

Aber inzwischen ist viel Wasser über den Neckar gelaufen und der Nebel (und in der Tat gibt es hier viel Nebel über dem Fluss, besonders um diese Jahreszeit) hat sich gelichtet. Es ist viel passiert – seit ich mich enttäuscht von der „Geholfenwerden-Ideologie“ abgewandt habe. Damals im März 2019 war ich noch voller Zorn über unser sog. Helfersystem.

Inzwischen habe ich viel dazu gelernt und mein Bewusstsein erweitert und bin dankbar für die Entscheidung, dass ich mich auf meine Selbstwirksamkeit besann und nicht mehr die Hilfe von Außen wollte und begriff, dass ich sie schon längst nicht mehr brauchte. Es war ein weiter Weg, bis zu dem Punkt des „No return“ und mein Schmerz und meine Verzweiflung brachten – nein trugen mich zu ihm. Ich dachte: Schlimmer kann es nicht mehr werden. Und auf einmal wurde es immer leichter – alles – unglaublich. Es brauchte nur meine Entscheidung, dass ich die alten Wege nicht mehr gehen wollte und ein wenig Disziplin und Achtsamkeit – nicht mehr in die alten Fallen zu tappen.

Eigentlich war es ganz leicht (im Rückblick) – ich machte einfach alles anders, das Gegenteil von dem was ich jahrelang getan hatte und ich ließ eine Weile lang keine destruktiven Stimmen und Tendenzen mehr zu – ich probierte alles mutig aus, was irgendwie nach Selbsthilfe aussah. Und ich sage Euch, es gibt unheimlich viele Wege um konstruktives Neues auszuprobieren, nur mutig zuzulassen und nichts für unmöglich halten. (Nicht alles schon immer besser wissen). Je mehr ich entdeckte, desto mehr war ich begeistert und wurde zuversichtlicher. Und allmählich fing ich an zu sehen, dass der Feind in mir – nur die alten Glaubenssätze und alten bekannten Gedanken und Überzeugungen waren.

Wer also chronologisch meinen Weg verfolgen will, der muss im März 19 anfangen.

 

5 Gedanken zu “Der neue Weg

  1. Selbstwirksamkeit – ich schätze, das ist des Pudels Kern. Therapeuten werden’s freilich anders sehen, aber letztlich verdienen sie mit ihrer Art der Abhängigmachung ihre Brötchen, nicht wahr? Und ich schätze, daß gute(!) Therapeuten, die bei der Selbstwirksamkeit coachen können/wollen, recht dünn gesät sind.

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    • Danke für Deine ebensolche Sicht ;-). Ich habe lange gebraucht meine Selbstwirksamkeitsfähigkeit zu entdecken. Aber ehrlich gesagt, glaube ich – nein weiß ich inzwischen auch, dass Du damit sicher recht hast, dass solche Therapeuten sehr dünn gesät sind (eigene Erfahrung) vielen fehlt das Zutrauen in die Fähigkeit ihrer Klienten selbstwirksam sein zu können. Sie meinen es gut – sicherlich die meisten… aber viele von ihnen denken hierarchisch und da sind sie halt weit oben und glauben an ihre (Mehr) Fähigkeit. Es ist ein gesellschaftliches Problem, dass die Menschen meist denken: der Staat, die gut bezahlten Fachleute, andere sind verantwortlich. Selbstwirksamsein bedeutet Verantwortung für sein Tun und auch das was wir nicht angehen zu übernehmen und da hapert es meist bei unseren Mitmenschen. Wir selbst sind der Staat – das Volk – jeder Einzelne, wir sind die Fachleute für uns selbst, für unsere Erfahrungen, wir sind verantwortlich für den Lauf dieser Welt – jeder Einzelne in seiner Welt.

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  2. Selbsthilfe ist recht wirksam. Man muss nur steig etwas probieren und nicht darüber verzweifeln.
    Was nutzt ein Therapeut, der nach einem Jahr Therapie immer noch nicht bestimmte Dinge über einen weiß, obwohl man sie doch vorgetragen hatte.

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