3. Arbeitssitzung mit „The work“

Gestern war die 3. Sitzung. Wir treffen uns einmal im Monat. Aber gestern hat mir mein Unterbewusstsein ein Schnippchen geschlagen und mich das vorher ausgefüllte Arbeitsblatt zu Hause vergessen lassen, bzw. falsche Blätter in die Tasche gelegt. Aber von sowas lass ich mich nicht irritieren, ich nahm es als Gegebenheit hin und erzählte den anderen, dass ein Teil von mir heute die Vorarbeit boykottiert hat und so würde ich die Gelegenheit nutzen, mal ausschließlich bei einer Workarbeit von jemand anderen zu zu hören und zu lernen, sofern jemand das akzeptieren kann und erlaubt dabei zu sein. Weiterlesen

Persönliche Fake News

Das war jetzt wirklich gespenstisch: Ich las gerade einen Newsletter von einer vergangenen Therapeutin (bei der ich eine Weile war und die auch „an mir gescheitert“ war bzw. an meinen Verteidiger-Innens). Den Newsletter bekomme ich seit ca. 5 Jahren, auf dem ich mich damals scheinbar auf dem Verteiler eingetragen hatte, als ich noch zu ihr in Therapie ging. Sie schrieb nicht oft einen solchen. Einmal forderte sie sogar darin Menschen auf, ihr doch von schlechten Erfahrungen in der Therapie zu schreiben (das tat ich sogar, nämlich solche auch mit ihr – ich glaube man konnte sie anonym schreiben). Warum sie das wissen wollte? Ja, es wäre ihr zu Ohren gekommen, dass manche Therapien sogar alles schlimmer machten, nicht halfen etc. (in Melinas Blog nachzulesen) und sie deshalb diese Umfrage mache.

Nun hat sie vor einem Monat etwa einen Newsletter verfasst mit dem Titel: „Sind wir nicht alle ein bisschen Gaga?“ (Diesen blöden Spruch möge man ihr ja noch verzeihen, er ist ja in aller Munde) Aber sie erklärt darin was eine Persönlichkeitsstörung ist und in diesem Kontext…. ja für Betroffene ziemlich eine vor den Latz. Denn die ‚Gagas‘ von jedem sind einfach nicht gleichzusetzen mit jenen, die schwer traumatisiert sind und dadurch eine schwere PTBS, DIS und Co als Diagnose erhalten haben. Also es war gut, dass ich dieser Therapeutin ‚entkommen‘ bin.

Nun kam heute ein neuer Newsletter in meinem Konto an. Er hieß diesmal (Realität in Zeiten von Fake News) Also, ich fragte mich schon viele Monate nach der Umfrage, was sie denn aus dieser für Lehren gezogen hat – immerhin ist das nun 2 Jahre her. Aber man hat in diesem neuen Newsletter-Beitrag doch eine Art Wachstum feststellen können, denn alle bisherigen Beiträge von ihr langweilten mich, denn mein eigenes Wachstum seit ich keine Therapie mehr mache, ging da schon intensiver voran. Ich bemerkte nämlich, dass in einem Ausschnitt dieses Newsletter, fast Ansätze mit der Arbeit mit „The work“ Ähnlichkeiten hatte. Lest selbst was sie da geschrieben hat – ich zitiere:

„Bestätigungs-Vorurteil? Was soll das sein?

Ein „Conformation Bias“ meint die Neigung von Menschen, Informationen so auszuwählen, zu suchen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen bestätigen (s. auch hier). Im Klartext bedeutet das, dass wir aus allen Informationen, die es so gibt, genau diejenigen herausfiltern, die bestätigen, was wir schon wissen. Oder zu wissen glauben.  Das bezieht sich besonders auf emotional aufgeladene Themen.

Wir konnten das bei der so genannten „Flüchtlingskrise“ beobachten. Manche hatten oder haben große Angst vor den Veränderungen, die die Aufnahme von vielen Geflüchteten im Jahr 2015 oder danach bedeutet. Und dann nehmen sie genau diejenigen Nachrichten auf, die Negatives über Geflüchtete berichten und fühlen sich in ihren Annahmen bestätigt. Positive oder entgegengesetzte Nachrichten nehmen sie gar nicht wahr oder werten sie ab („Lügenpresse“).

Fake News über sich selbst

Leider funktioniert dieser „Knick in der Optik“ meist auch uns selbst gegenüber ausgezeichnet. Wenn wir zum Beispiel der Überzeugung sind, dass wir klug sind, finden wir die Bestätigung dafür genauso, wie wenn wir das Gegenteil glauben. Und das ist gar nicht esoterisch. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Ich bin davon überzeugt, klug zu sein und bekomme eine gute Bewertung. Bingo! Der Beweis, ich bin klug. Ich bekomme eine schlechte Bewertung? Ach was, das war ein schlechter Tag. Oder ich habe gestern eben zu lange gefeiert. Umgekehrt geht es zum Beispiel so: Ich fürchte, dumm zu sein. Und bekomme eine hervorragende Bewertung. Was mache ich daraus, wenn ich wirklich der festen Überzeugung bin, nichts zu taugen? Klar, das war eine super leichte Arbeit, Oder die Lehrerin hatte Mitleid mit mir. Ganz anders natürlich, wenn ich eine schlechte Bewertung bekomme, dann ist das natürlich der Beweis dafür, wie mies ich bin.

Wie kann man sich gegen „Fake News“ wehren?

Das Schlimme ist ja, dass Fakten unsere festen Überzeugungen oft gar nicht ändern – weil wir sie eben abwerten oder sogar verdrehen. Wenn wir sie überhaupt wahrnehmen. Übrigens wissen wir oft gar nicht, dass wir mit einem bestimmten Filter auf die Wirklichkeit schauen. Wir denken einfach, dass es sich um „die Realität“ handelt („ich bin doch wirklich nicht so besonders klug“, „Flüchtlinge sind doch wirklich xy“)

Was können wir also tun, wenn wir ein realistischeres Bild von der Welt und von uns haben möchten?

Das Einzige, was den „confirmation bias“  ändert, ist eine bewusste Entscheidung, sich gegen die „angestammte“ Interpretation zu stellen. Aber das ist anstrengend und erfordert ein ständiges Hinterfragen unserer Ansichten. Leider ist das wirklich nicht einfach. Zumal die meisten von uns so gestrickt sind, dass wir sehr schnell bereit sind, eine Bestätigung einer vermeintlichen Wahrheit zu akzeptieren. Selbst wenn eine Information, die nicht zu unserem bisherigen Filter passt, viel angenehmer wäre.

Vielleicht lassen Sie sich kurz auf die folgende kleine Übung ein, um Ihren persönlichen „Fake News“ auf die Schliche zu kommen und sie vielleicht sogar zu verändern.

Eine kleine Übung gegen Ihre persönlichen „Fake News“

Wenn wir unseren Präfrontalen Cortex (= Erwachsenen-Ich oder auch „entwicklungsgeschichtlich sehr hoch entwickelter Hirnbereich“, genaueres bei Wikipedia) ganz bewusst einschalten und dazu nehmen, können wir solche Programmierungen aufspüren und auch verändern.

Stellen Sie einen Timer auf 5 Minuten. Dann schreiben Sie ohne Pause los und beschreiben sich, bis die Zeit um ist:

Ich bin ….. 

Wenn Sie möchten, machen Sie das gleich noch einmal und beschreiben dieses Mal für 5 Minuten, wie die Welt in Ihrer Wahrnehmung ist:

Die Welt ist …. 

Und dann nehmen Sie sich das Blatt und hinterfragen Ihre Aussagen ganz bewusst, z.B. mit folgenden Fragen:
– Stimmt das? Stimmt das wirklich? Woher weiß ich das?
– Was ist das Gegenteil dieser Annahme? Kann ich beweisen, dass dieses Gegenteil falsch ist?
– Wie würde xy (vertrauter Mensch) zu diesem Satz sagen? Woher weiß ich, ob diese Ansicht stimmt, nicht stimmt?“

Sich Fragen zu stellen ist der wichtigste Teil bei der Arbeit mit Glaubenssätzen – bei ‚The work‘. Und auch die Umkehr der Fragen kommt darin vor – ob sie dort wohl abgekuckt hat? Jedenfalls beschreibt sie da eindeutig wie man mit Glaubensätzen umgehen sollte. Und Katie Byron hat diese Methode bereits 1942 entwickelt.

 

 

The work 2

In 2 Tagen treffen wir uns wieder in der Arbeitsgruppe zu „The Work‘. Jeder der teilnimmt bringt bereits einen ausgefüllten Arbeitsbogen mit – wahlweise einem Problem oder Glaubenssatz, den wir auflösen wollen.

Hier nochmal die Schilderung dieser Methode zusammengefasst:

Die IBSR-Methode (Inquiry based stress reduction i.e. The Work of Byron Katie) ist eine kraftvolle, intensive und klare Methode der Selbstbefragung. Sie besteht aus vier Fragen und in der Regel aus drei Umkehrungen des stressvollen Gedankens:

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du, und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Unsere Gedanken, bewusste und unbewussten Überzeugungen, unsere Glaubenssätze, Wertvorstellungen und Urteile leiten und bestimmen unsere Wahrnehmung. Sie sind Mitauslöser für unsere Gefühle und bestimmen unser Erleben und unser Handeln. Alles, was uns verängstigt, verärgert oder enttäuscht, sind ungeprüfte Gedanken oder wie Byron Katie sagt: „Es sind Seile (in unserem Kopf) von denen wir denken, es seien Schlangen“.

Diese Seile (die Verstrickungen), unsere stressvollen Gedanken lassen sich mit Hilfe von The Work auf eine einfache und wirkungsvolle Weise identifizieren, hinterfragen und auflösen.

The Work bietet dir einen sicheren und behutsamen Weg, nach Innen zu gehen, um dich deines inneren Wissens zu bedienen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Antworten, das was Du brauchst, um eine Veränderung voranzutreiben, bereits in dir existieren. Dein inneres Wissen zeigt Dir das, was für dich wirklich ist, denn du erkennst deine Wirklichkeit gegenüber dem, was nur in deinen Vorstellungen existiert. Es ist ein eingehender und tiefgreifender Weg des Selbst-Erkennens.

Sobald du dich auf den Prozess der Überprüfung und des Hinterfragens einlässt und aufhörst, mit der Wirklichkeit im Streit zu liegen, wird das negative Gedankenkarussell deiner Vorstellungen zunehmend still.

Über eine neu gewonnene Perspektive auf die Realität gewinnst du mehr Klarheit und Ruhe, reagierst gelassener und authentisch und hast die Möglichkeit, in belastenden und stressvollen Situationen für dich neue, ungeahnte Handlungsspielräume zu erkennen. Der direkte Zugang zu Deinem Innersten lässt dich eintauchen in das Erleben von Kraft, Frieden und Freiheit.