Mut zur Entscheidung

„Mut zur Entscheidung heißt Mut zum Leben“ hab ich grad gelesen….

Ja, auch wenn wir uns nicht zu entscheiden wagen, entscheiden wir damit, denn dann werden wir ‚entschieden‘. Wenn wir nicht den Mut zur ’selbstwirksamen‘ Entscheidung haben, entscheiden andere über unser Leben, oder die Verhältnisse.

Mir fällt auf, dass das Blogschreiben und lesen von anderen Blogs, ja auch wie eine Bestätigungssuche ist, dass man auf dem richtigen Weg, oder das ängstliche Suchen „ob“ man auf dem richtigen Weg ist. Ja und es tut gut – sich bestätigt zu erleben auf seinem Weg, den man gewählt hat. Aber gibt es wirklich falsche Entscheidungen? Ich zweifle daran, denn wir machen so oder so auf jeden Fall Erfahrungen und lernen. Und ist das nicht das Wichtigste?

Gut, es gibt Entscheidungen, die im Rückblick zeigen, dass man mit einer anderen Entscheidung schneller dahin hätte gelangen können, wo man hinwollte oder hin kam. Aber Zeit ist relativ – und wer weiß schon ob der Umweg, den wir gemacht haben, nicht besser war, uns nicht noch mehr Erfahrungen einbrachte, die wir jetzt viel besser nutzen können auf unserem weiteren Weg – ja uns sogar dazu bewegen könnten, eine ganz andere weitere Entscheidung zu treffen, als die, die wir vielleicht gewählt hätten, wenn wir einen kürzeren Weg gegangen wären und diese ‚Lehren‘ verpasst hätten.

Mir kommt grad der Gedanke, dass wir vielleicht nur hier auf der Erde sind, um uns zu beschäftigen – (zu lernen) und bei dieser Beschäftigung nebenbei lernen, dass eigentlich alles relativ ist und wir eigentlich nichts müssen und /oder wir richtige Entscheidungen treffen sollten – denn das Einzige was wir wirklich lernen ist vielleicht – Erfahrungen zu machen. Und es im Grunde evtl. keine Rolle spielt – welche. Dass es, egal was wir tun, entscheiden, oder lassen – alles nur einem Zweck dient: „Sich in seiner Vielfältigkeit zu erfahren“ und dass es den Wert oder den Unwert, den wir Menschen, Dingen, Wegen, Entscheidungen, Seinsweisen, Lebensarten….. zuweisen, gar nicht wirklich gibt. Es nur um das Sein geht, um das uns erleben, als Teil eines Höheren, als winziger Teil eines Bruchstücks dieser Welt, des Kosmos.

Jetzt denken sicher einige Leser dieses Textes: Jetzt ist sie völlig irre geworden! Nein, vielleicht habe ich gerade ein winziges Fusselchen der Wahrheit erhascht.

Und wenn es tatsächlich so wäre?

 

6 Gedanken zu “Mut zur Entscheidung

  1. Ich finde den Gedanken sehr interessant und gar nicht verrückt, liebe Melinas/Pollys.
    Unser Yoga-Lehrer sagt oft, egal welche Entscheidung, sie ist gut. Und, diese Einstellung hilft uns, wenn wir eine Entscheidung fürchten. Es nimmt Druck aus dem Leben.
    Das einzige, wo ich ein Problem habe, ist die grundsätzliche Frage, möchte ich einen Weg gehen, wo ich andere Menschen und die Natur achte und sorgsam bzw. sanft im Umgang bin, oder ist es egal und bin selbstbezogen und die Mittel, wie ich meinen Weg gehe sind egal und Leid anderer ebenso? Wenn’s nur um die Erfahrung geht, die gemacht werden soll, wäre es doch egal?
    Allerdings fragen wir uns schon oft, warum es Leute gibt, die Lebensentwürfe haben, wo sie bewusst anderen Leid zufügen? Welche Aufgabe haben sie auf dieser Welt? Und wie grausam ist dies. Für Täter und Opfer? Wir haben noch keine Antwort gefunden. Dein Zugang wäre evtl. eine?
    Herzliche Grüße
    „Benita“

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    • Danke Benita für diesen Kommentar und den Austausch zu diesem Thema. Ja, da sprichst Du was an, worüber ich mir auch manchmal schon Gedanken gemacht habe. Meine Überlegung ist, dass vielleicht das Ganze so zu klären ist, dass es davon abhängt wozu wir hier sind, was unser Auftrag (den wir uns selber gegeben – vorgenommen haben) ist, was das Ziel von uns war ehe wir hier her gekommen. Also, wie soll ich es erklären – am besten an einem Beispiel: Nehmen wir mal an jemand hat im vorigem Leben oder irgendwann jemanden sehr verletzt – und vielleicht gar nicht gemerkt (durch Unwissenheit, Unreife etc.) und wir kommen ‚drüben‘ an nach unserem Tode. Und erst da merken wir (wegen dem erweitertem Bewusstsein), was wir für Wirkungen (Schmerz z.B.) wir durch unser Verhalten oder unsere Ignoranz…. wir bei anderen ausgelöst haben und es tut uns leid. Da wir drüben garantiert reine Seelen sind und die Wahrheit leichter erkennen als diesseits, werden wir das Bedürfnis haben, dies irgendwie auszubügeln und werden vielleicht eine Gelegenheit (nach angemessener Ausruhzeit ;-)) suchen, das irgendwie auszugleichen, weil wir jenseits begriffen haben, was uns noch an Wissen oder Lehren fehlt um solche Fehler nicht mehr zu begehen und wie kann man am besten nachvollziehen wie wir jemanden verletzt haben? (nicht Karma – ich mag diesen Begriff nicht – er klingt immer nach Bestrafung, ich würde einfach lieber sagen Ursache und Wirkung und verantwortlich sein, für alles was wir tun.) dann wenn wir selbst in dessen oder ähnlicher Situation stecken.
      Benita ich zweifle daran, dass es Menschen gibt, die bewusst anderen Schmerz zufügen.Für viele mag das unvorstellbar sein, aber ich glaube nicht, dass jemand (außer vielleicht wenn im organischen Gehirn etwas nicht stimmt) ohne innere Not oder im Zustand voller Bewusstheit jemand zum Täter wird. Es werden oft Menschen in so schlimme Situationen geboren und geworfen, die sie so verhärten lassen, dass das innere Licht fast ganz verloschen ist und entweder totale Gefühlslosigkeit (wenn sie niemals Liebe erhielten, oder durch verrohende Umstände wie Krieg, oder Henker sein…. und ihren Schmerz gar nicht mehr wahrnehmen können und ihn ausblenden und so nur noch unbewusst ausagieren – und den Schmerz des anderen als Ersatz nehmen um ihren eigenen Schmerz nicht spüren zu müssen, der aus Mangel an Liebe resultiert) Ich kann es nicht besser ausdrücken – aber richtig böse wird wohl niemand ohne Grund. Keine Liebe jemals erhalten zu haben ist wohl eine der schlimmsten Erfahrungen in dieser Welt und es gibt so viele Ungeliebte.

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  2. Ich kann das nachvollziehen, was du schreibst. Ich hatte stets das Gefühl, dass mein Vater bzw. andere Täter in sich noch mehr zerbrechen, während sie mir Gewalt antaten. Nur die Flucht in einen sadistischen Geisteszustand „rettete“ unseren Vater vor kompletter Selbstzerstörung durch die ausgeübte Gewalt. …… Ich kann nun deinen Zugang verstehen, teile ihn nur zum Teil…… Es ist leider schwierig für uns, uns diesem Thema am Blog zu nähern, wie auch anderen spirituellen Themen. Wenn ich darüber mit meinem Yoga-Lehrer-Freund spreche, merke ich, dass ich manche Erkenntnisse nicht rein intellektuell erfassen kann, aber emotional eine Wahrheit mitschwingt, die uns evtl. erst Monate später bewusst wird. Während einer Meditation oder Yoga Einheit, oder anderer stiller Augenblicke. Wir können Spiritualität so schwer in Worte fassen und vermitteln, vielleicht kommt sie auf unserem Blog auch daher immer nur als Randbemerkung vor, obwohl es ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags ist. Ein Leben ohne Meditation – Gespräch mit göttlichen Energien, und andere Formt der Einkehr und Stille ist uns unvorstellbar geworden. …. Entschuldige wir haben zuvor deinen Beitrag https://therapiealternative.wordpress.com/2019/07/08/spiritualitaet-jenseits-von-religionen/ gelesen und vermischen jetzt im Kommentar manches.

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