Alte Gedanken – neue Gedanken

Hatte mich unlängst schon ganz früh am Morgen auf Sonrisas Blogbeitrag 098 „verirrt“ und das war eine gute Verirrung, denn trotz aller Tragik hatte es etwas Belustigendendes. Denn da las ich Worte wie „Helfer leben vom Trauma“. Das ist wirklich ein seltsamer Gedanke, und relativ neu für mich – aber so wahr. Eine ganze Berufsgruppe verdient ihren Lebensunterhalt mit „vom Leben Geschädigten“. Nein, ich meine das nicht böse – dies soll nicht die ‚Bloßstellung eines Berufstandes‘  werden… und ich will mich auch nicht lustig machen über all das… aber ich hatte es noch nie von dieser Seite bewusst betrachtet. Und diese Helfer investieren ja auch wirklich viel in Ausbildungen voller Dogmen, voller Regeln und bestimmter Sichtweisen, die dann 1:1 durchgezogen werden (aus Angst etwas falsch zu machen?). Sie investieren Zeit für Kurse, Ausbildungen, Energie, Geld und Glauben an die Wirksamkeit dieser Methoden (und vielleicht auch an die Prestige-Möglichkeiten dieses Berufes).

Wirklich hilfreich – (wenn man von der Seite des ‚Hilfebenötigenden‘ –  dem an Hilfe mangelnden Klienten) – guckt – scheinen diese „gut und teuer Ausgebildeten“ nicht wirklich oder in den wenigsten Fällen zu sein. Woran liegt es? Liegt es daran, dass die meisten im Psy-Wesen einfach keine Ahnung haben von solchen Erfahrungen, die DIS und Co. erlebten – haben? Aber wäre es wirklich hilfreich, wenn Therapeuten, die DIS und Co. sind, andere Klienten mit dieser Diagnose behandeln? Ich stell mir grad so eine Thera vor, die sich immer noch als Opfer der Vergangenheit fühlt, wie sie auf eine ebensolche Klientin losgelassen wird. Sorry – das ginge für mich auch nicht. Also was wäre die Lösung? Vielleicht sollte ich Sonrisa das fragen, sie macht sich darüber auf ihren Blog schon länger Gedanken darüber als ich (und ich habe es auch noch nicht geschafft all ihre wundervollen Beiträge zu lesen 🙂 ).

Etwas fällt mir dazu ein: Die Theras könnten von uns lernen und dann einfach Begleiter sein (ohne diese Begleitung können sie ja nichts von uns lernen) – Ja aber, dann müssten die Theras doch die Klienten bezahlen oder nicht? Sozusagen als Fortbildung – und nicht umgekehrt.

Und etwas Seltsames begegnet mir immer wieder auf Blogs – ich lese einen alten Beitrag auf einen anderem Blog und finde ihn super (und neu für mich) und dann merke ich, dass ich den schon vor längerer Zeit gelikt habe und mein löchriges Gedächtnis weiß es nicht mehr. (Wahrscheinlich geht es mir mit meinen eigenen Beiträgen auch so, beschämend – und wohl der Beweis, dass ich Viele bin – weiß der Teufel wer da liest und es nicht weitergibt)

Eine Freundin hat mal behauptet ich hätte 7 Mägen (ich bin in der Tat im Sternzeichen Stier geboren, also ein Wiederkäuer – möglicherweise habe ich das hier auch schon mal erwähnt und wieder vergessen 😉 ) und müsse alles immer 7 mal durchkauen. Da ist die Diagnose DIS doch mal auch hilfreich – sonst müsste man sich ja für debil halten.

Aber zurück zu dem 098-Beitrag von Sunrisa, der mich wohl noch länger beschäftigen wird (jetzt zum 2. Mal – wahrscheinlich 😉 ), was ich hier in diesem Beitrag gar nicht unterbringen kann. Sie schreibt darüber, dass reden im Helfersystem (vielleicht auch sonst?) nichts bringt. Das beunruhigt mich irgendwie, denn ich glaube immer noch daran, dass reden eine Entlastung ist oder auch den Sinn hat, sich verständlich zu machen. Und was ist dann mit all dem Reden in der Therapie????

Ich seh schon, das wird heute ein tagesfüllendes Programm.

 

5 Gedanken zu “Alte Gedanken – neue Gedanken

  1. Und die meisten Therapien setzen im Geist an, es wird ewig wiedergekäut was falsch läuft. Da beschäftigt sich nur der Verstand mit den Problemen. Es geht aber nicht dahin wo die meisten Ursachen liegen. Meist im Körper. Körpergedächtnis. Da helfen Körper orientierte Therapien, ich bin der Meinung dass sie ein bisschen anders greifen als das ständig hin und herwälzen von Gedanken-Kaskaden.

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  2. Das Reden ist für mich wichtig um Vertrauen aufbauen zu können. Ohne Vertrauen kann ich körperliche Nähe nicht zulassen, mich nicht auf eine körperorientierte Therapie einlassen.

    Pia.

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