Fragen stellen

anderen Fragen stellen, aber vor allem sich selbst. So wichtig – vorausgesetzt – wir wollen uns weiter entwickeln.

Ich mache ja seit ca. 2 Jahren kostenlose Online-Seminare mit – eine wunderbare Art sich zu überprüfen, neuen Input zu kriegen, sich selbst zu fragen. Diese Seminare – die sonst ja echt viel Geld kosten (und sie werben mit diesen kostenlosen Seminaren auch für weitere Seminare, die dann schon ziemlich Geld kosten) – müssen ja auch von was leben und sich finanzieren – ebenso wie Therapeuten. Das Gute, wenn man dann ein weiteres Seminar bei diesen Leuten machen will, so kennt man sie schon und kauft die Katze nicht im Sack. Aber ich kann mir das nicht leisten und mir reichen diese kostenlosen Online-Seminare, die meist über einige Tage gehen und sehr interessante Themen bearbeiten – in punkto Wachstum – damit kann ich dann selber mir Fragen dazu stellen und mich ‚erweitern‘ und wenn ich die Tipps dort auch ausprobiere, kann ich vieles dazu lernen.

Zur Zeit ist es der Brendon Burchard, kann man auch über Youtube einiges von ihm sehen – und dort ging es um inneres Wachstum. Fragen stellen – so sagt er – ist ein phantastisches Mittel, um sich selbst näher zu kommen oder auch einen Weg zu erkunden – warum es vielleicht grad stockt und nicht weitergeht, wenn wir bspweise an einem Punkt sind, wo das Alte nicht mehr geht und das Neue noch nicht da ist.

Wenn man sich öffnet und nicht gleich nach den ersten Sätzen denkt: Kenn ich schon alles (und gleich alles verwirft) – dann sind da immer einige Tipps dabei, die sehr hilfreich sind, selbst wenn ich schon vieles ausprobiert habe. [Ich muss grad wieder an die eine Metaphergeschichte denken, wo der Meister dem Schüler beibringt leer zu werden, weil in ein volles Glas nichts Neues mehr reinpasst. Ich liebe diese Geschichte.]

Meine Fähigkeit aus allem Nutzen zu ziehen, und auch weil ich sehr neugierig bin und keine Angst habe, etwas auszuprobieren an mir selber – hat mir sicher auch in meiner Kindheit und im Leben schon sehr weitergeholfen.

Ich glaube inzwischen, dass ich diese Fähigkeit (aus nichts etwas zu machen und alles zu nutzen was hilfreich sein könnte) deshalb entwickeln konnte, weil ich schon sehr früh – vielleicht als Baby schon gemerkt habe, dass sich niemand um meine Bedürfnisse kümmert (das geschieht wahrscheinlich sehr leicht, wenn niemand auf die schreiende Not eines Babys reagiert, wenn es sich allein fühlt, wenn es hungrig ist, also sehr vernachlässigt wurde). Was ich aus meiner Erzieherausbildung und der Literatur zu diesem Thema weiß ist: Es bildet sich ja schon ab der Geburt eine Art Welterleben heraus und wenn ein Kind da sich selbst überlassen wird und wie in meinem Fall auch noch spürt, dass es unerwünscht ist und gehasst wird, dann bildet sich ziemlich wahrscheinlich der Abdruck in seiner Seele, dass niemand da ist und es für sich selber sorgen muss. (Übrigens auf solche Gedanken kommt man nur, wenn man sich Fragen stellt und solche Anregungen wie die von Brendon Burchard ernst nimmt

Das ist nicht nur Theorie. Denn ich bin zu einer Zeit geboren, wo es verpöhnt war, ein schreiendes Baby sofort hoch zunehmen, es zu beruhigen, es zu trösten. Es war üblich es lange schreien zu lassen (man glaubte, dass man es sonst verwöhne), bis es von selbst aufhörte und völlig erschöpft einschlief – mit dem Gefühl der Resignation wahrscheinlich und dem Eindruck, dass da niemand ist. Vielleicht ist das auch eine der Ursachen für den plötzlichen Kindstod – aus Resignation sterben sie dann – tödliche Resignation.

(Ich habe nicht resigniert – offensichtlich – denn sonst wäre ich nicht mehr da.)

Alles woran ich mich erinnern kann ist gespickt mit solchen Begebenheiten, dass ich als Kind unentwegt beschäftigt war damit, mir Lösungen auszudenken, wie ich überleben konnte. Diese Suche war hauptsächlich unabhängig von Menschen, bei denen suchte ich, wenn möglich immer das Weite. Von ihnen kam so gut wie nichts, was mir half, mein Leben zu bewältigen  im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass ich als Kind gar nicht bemerkte, dass ich litt, denn ich war viel zu viel beschäftigt damit, zu überleben.

Und alles hat eine Kehrseite – meine Kreativität, meine Liebe zur Natur und zu den Tieren halfen mir täglich zu überleben. Mein Mitgefühl bewahrte ich mir dadurch, weil ich es auslagerte auf die Tiere bei uns, die ebenso gequält, geschlagen, vernachlässigt, behandelt wurden wie ich. Mit ihnen konnte ich mich identifizieren, mit ihnen hatte ich Mitgefühl und versuchte ihnen ihr Leben zu erleichtern. Sie schenkten mir ihre Aufmerksamkeit und ich glaubte als Kind, dass sie mich verstanden, ich erzählte ihnen alle meine Sorgen und hatte Spaß mit ihnen. Überhaupt war es auch die Natur, in die ich jede freie Minute flüchtete (und sogar ein dreiviertel Jahr die Schule schwänzte (und keiner merkte es – im tiefsten Bayrischen Wald wo wir für ein Jahr hingezogen waren) für mich die Rettung. Die Natur war heile und zeigte mir, dass es neben all dem Schlimmen, auch eine noch intakte, gute Welt gab – sie war wirklicher für mich als die Welt in die ich hineingeboren worden war, die nur Schmerz und Angst oder Nichtbeachtung brachte.

So ein Aufwachsen kann einem Fähigkeiten beibringen, die zu sehr Brauchbaren führt und Selbstwirksamkeitsgefühle und Kreativität wachsen lässt. Beides besitze ich immer noch und hilft mir vieles gut und immer besser zu bewältigen. Meine Neugier und mein Mut tun und taten das Übrige, um in dieser Welt nicht unterzugehen und immer die beste Lösung zu finden.

Und auch hier dieser Beitrag kam nur deshalb zustande, weil ich mir z.Bsp.: die Frage gestellt habe: Was waren die Dinge, die mich als Kind und auch später überleben ließen, mich zu dem gemacht haben, die ich heute bin. Solche Fragen lassen uns im Rückblick ganz deutlich erkennen, welche Ressourcen in uns verborgen sind. Es wird uns dadurch bewusst was wir für Stärken haben und wie wir sie einsetzen können in der Zukunft.

Überall rund um uns bieten sich so viele Möglichkeiten oder wie Deepak Chopra es ausdrückte:

„Das Universum  folgt keinem festen Plan. Sobald du eine Entscheidung triffst, arbeitet es damit. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur eine Vielfalt von Möglichkeiten, die sich mit jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Tat verändern“…..

Und solche Entscheidungen kann sogar schon ein Baby (unbewusst) fällen – z.Bsp. die, dass es für sich selbst sorgen muss – weil kein anderer da ist, der dies tut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Fragen stellen

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