Wie gut dass ich in Rente bin

in meinen früheren Jahren, als ich meine Tochter großzog, in Arbeit stand, und mit dem Leben kämpfen musste, blieb wenig Zeit um mich um meine eigene Entwicklung zu kümmern. „Alles hat seine Zeit“ und das war wohl die Zeit zum Erfahrungen machen und jetzt ist die Zeit der Auswertung.

Gestern war viel los, so dass ich nicht weiter den Rest von Bessel van Kolks CD über das spannende „Neurofeedback“ hören und auswerten konnte, deshalb geht es weiter mit Brendons Onlinekurs, der auch über wertvolle Dinge spricht:

Als ich vorgestern die 8. Lektion von Brendon Burchard hörte – von dem kostenlosen Onlinekurs, der das Thema Loslassen hatte, ging mir parallel so viel durch den Kopf:

Manche in meinem neuen Blog „Pollys Leben ohne Therapie“, schrieben, dass sie glaubten, dass ich verbittert wäre, weil ich keine gute Therapeutin gefunden habe, und deshalb jetzt konventionelle Therapie ablehne für mich (aber das ganze Leben ist doch voll von Therapien, damit meine ich auch die vielen Trigger, die sind nämlich Hinweis, dass es noch was zu erkennen gibt).

Nein, es sollte so sein, weil es passt nicht zu mir wegen meines Drangs selbstwirksam zu sein. Von klein auf war ich ohne Unterstützung und musste mir eigene Wege des Überlebens suchen. Ich schrieb bereits ausführlich früher schon hier darüber. Und ich habe überlebt und wenn ich mir das Ergebnis jetzt meiner Bilanz anschaue, habe ich das wirklich gut gemacht. Sicher es wäre viel leichter gewesen, wenn ich mehr Hilfen bekommen hätte, beziehungsweise später auch hätte annehmen können. Aber hätte ich dieses Leben gewählt, wenn ich es leicht hätte haben wollen? Irgendwas hat mich bewogen, diese Eltern, dieses Umfeld, dieses Leben auszusuchen.(ich weiß so denken nicht viele Leute, mein Glaube ist nun mal auch ein Teil meiner Verantwortungsübernahme für dieses Leben) Ich wollte/ sollte wohl etwas lernen, was man vielleicht nur unter harten Bedingungen lernen kann.

Vieles in all den Jahren habe ich kennengelernt und verworfen – und jetzt greif ich so manches wieder auf und kann es nutzen. Damals war ich noch nicht bereit, noch nicht fähig den Wert darin zu erkennen. Heute weiß ich, dass es zum Teil daran lag, dass ich auf (in meinen Augen) etwas Besseres wartete – auf etwas Großes, was sich mit Pauken und Trompeten und Feuerwerken zeigte und mich aus meinem Elend erlöste (weil es mir doch zugestanden hätte, von klein auf). Und ich übersah, die vielen kleinen Dinge, die direkt vor meinen Augen auf dem Weg lagen und ich schon längst die Ausgangstüre hätte durchschreiten können, die mich frei gemacht hätte.

Dazu jetzt noch eine Metapher-Geschichte, die das sehr deutlich macht.

„Es regnet, tagein, tagaus. Das Wasser steigt und läuft in die Häuser. Martin M. lässt sich nicht evakuieren. Die Feuerwehr kommt mit ihren schwersten Fahrzeug angerückt, fährt unverrichteter Dinge wieder ab. Am nächsten Tag ist das ganze Erdgeschoss überflutet, ein Boot des Rettungsdienstes kommt, doch Martin M. lehnt ab. Am Tag darauf sitzt er auf dem First des Daches, das Wasser plätschert schon um seine Füße. Doch auch den Hubschrauber, der ihn retten will, schickt er weg. Am Morgen darauf ist nur noch eine riesige Wasserfläche zu sehen.

Martin M. ist auf den Weg zum Himmel. Dort angekommen beschwert er sich bei Gott: „Mein Leben lang hast du mir versprochen, mich zu retten. Ich habe Dir geglaubt, und jetzt das.“ Gott antwortet ihm: „Was hast du denn? Erst habe ich dir die Feuerwehr geschickt, dann das Boot vom Rettungsdienst und sogar noch den Hubschrauber…“

Aus ‚Metapher-Geschichten’ http://www.metaphern.de

 

 

 

2 Gedanken zu “Wie gut dass ich in Rente bin

  1. Ich finde das legitim ein Leben ohne Therapie zu wählen. Und ich halte auch nicht so viel von den jahrelangen unaufhörlichen Therapien. Man muss auch mal ohne leben, um zu schauen, was man gelernt hat. Aber viele verlernen genau das, trauen sich das nicht, wollen es nicht.

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  2. Das sind gute Gedanken. Ähnliches ging auch mir schon durch den Kopf. Ja, womöglich hat alles seinen Sinn. Damit meine ich nicht das, was uns angetan wurde, sondern das, wie wir damit umgehen, umgegangen sind. Wie wir unser Leben leben.
    Die Metapher-Geschichte ist schön 😉

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