Pläne und Gegenbewegungen

Heute bekam ich einen Spruch von dem Newsletter „ZeitzuLeben“, der so passend ist grad für unsere Situation und dem was grad bei mir vorherrscht. Ich teile ihn gern mit Euch:

„Wenn du die Götter zum Lachen bringen willst, erzähl ihnen von deinen Plänen.

Ja, mit Plänen ist es so eine Sache.

Erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt.

Aber Pläne haben ihre Berechtigung.

Nicht, um unsere Zukunft vorwegzunehmen.

Sondern um unseren Verstand zu benutzen. Um die Dinge zu durchdenken. Um es unwahrscheinlicher zu machen, unsere Fehler zu wiederholen.

Ein Plan dient dazu, unser Denken und Handeln auf einen Punkt auszurichten.

Und solange du deinen Plan nicht mit der Wirklichkeit verwechselst, ist alles gut.“

Genau dieses Thema war es, was mich so verletzlich machte.  Das Gespräch am Vortag, bevor der Einbruch kam, mit meinen beiden Freunden im Garten (die mir immer viel halfen in Notzeiten). Wir sprachen über gute Planung, damit man im Alter dann eben nicht auf Hilfe angewiesen ist. Das kratzte enorm an meinem Stolz und gleichzeitig an der Tatsache, dass wenn ich nicht diese kleine Rente hätte, auch nicht von anderen Hilfe bräuchte, dann könnte ich mir Hilfe einkaufen (was bei mir unterschwellig so ankam, als hätte ich nicht genug vorgesorgt und geplant und dann müssten sie mir auch nicht helfen). Und wir sprachen auch darüber, dass meine Tochter genau so wäre (zuviel Ehrenamtliche Dinge, die sie macht, statt sich aufs gut Verdienen zu konzentrieren, um später eine bessere Rente zu bekommen als ich und auch auf fremde Hilfe angewiesen zu sein) und ich ihr das sozusagen vorgelebt habe, dass man Geld nicht für so wichtig hält. Bei dem Gespräch hielt ich noch kraftvoll dagegen, dass es größere Werte gibt, um die man streben sollte, als Geld und fast hätte ich ihnen noch vor den Latz geknallt, dass sie wohl wenig Gottvertrauen besäßen. Erst einen Tag später kam das dann in mir hoch – meine Interpretationen (ich bin eine schlechte Mutter, schlechtes Beispiel, hätte besser einen reichen Mann geheiratet – hätte ich besser vorgesorgt, mehr Geld verdient, kein Kind bekommen, die ganzen Zweifel… dann würden sie mir nicht helfen müssen etc.) Schleichend nistete sich dieses alte Versagensprogramm wieder ein.

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Meine neuen Sichtweisen sind wunderbar – aber es gibt in mir auch eine Gegenkraft, die will, dass alles beim Alten bleibt…. Es gibt welche in mir, die Angst vor Veränderung haben…. welche, die (noch) nicht an die Möglichkeit glauben können, dass sich etwas zum Guten verändern könnte…. Und welche, die das Neue regelrecht sabotieren.

Solche Gegenkräfte kommen besonders heftig auf, wenn wir auf einem guten Weg sind. Gute, neue Wege verunsichern ganz schön und die Tendenz uns gleich wieder zu zeigen, dass das Neue nicht besser ist, ist dann besonders groß, wenn grad was bahnbrechend Anderes bei uns geschieht. Der Sog der alten Gefühle (und Worte wie: das klappt eh nicht, wirst schon sehen, kann gar nicht sein, war immer so, alles Illusion, kann gar nicht wahr sein….) ist stark und wir kreieren uns gleich die alten Bedingungen wieder, die uns in der Hoffnungslosigkeit festhalten.

Es ist echt ein Kraftakt uns dagegen zu stemmen, die alten Lebensweisen sind so eingemeiselt und erfordern nicht nur Kraft sondern auch höchste Aufmerksamkeit in welchen neuen Kleidern sie sich zeigen, um uns zu täuschen, damit am Ende steht: „Siehste… habs dir doch gleich gesagt… geht nicht… kann nicht sein…. etc“. Aber wir wissen nun mehr und es ist nicht mehr so leicht uns zu täuschen. Wir können jetzt besser spüren und unterscheiden, was stimmig ist und im Einklang mit dem Neuen – auch wenn es sich oft noch anfühlt, dass es sowieso nicht gelingen wird.

Unsere Hartnäckigkeit hilft uns da sehr – wir besitzen eine Ressource und die heißt Sturheit – wir sind fähig nicht gleich aufzugeben, den neuen Weg durchzuhalten. Seit wir uns entschieden haben, den Rest unseres Lebens nicht mit ständigen, alten Wiederholungen zu verbringen, ist uns diese Ressource sehr hilfreich. Ja und natürlich auch unsere neues Bewusstsein und dass wir begriffen haben, dass uns die Wiederholungen nur immer wieder in den alten Verzweiflungen festhalten wollen.

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