Neue Lektion

Nach meinem kürzlichem Einbruch in alte Seinsgefühle, ist eigentlich etwas Wunderschönes passiert. Zu erleben, wie diese Freunde reagierten- die ihn mitbekamen und (z.T. auch diesen Absturz unwissend und ganz sicher ungewollt durch ein paar Worte ausgelöst hatten und der Tatsache des selbstverständlichen Helfens –  sprich Abhängigkeit von blöden Umständen) war ein sehr intensives, tiefes Erlebnis für mich. Ihr Verständnis und die Akzeptierung meines etwas aufgeweichten seelischen Zustand  war im Nachhinein so was von hilfreich. Mir war ja nix anderes übrig geblieben als mich zu zeigen, um nicht völlig unverständlich irre dazustehen (nah an Tränen z.Bsp.) weil ja für diese hilfreichen Freunde gar kein Grund zu erkennen war, was mit mir los war. Ich öffnete mich und konnte so was von deutlich spüren – wie vorsichtig und verständnisvoll und nah sie mir rückten – durch ihr da sein – ohne zu urteilen und ohne Versuche mir meine unnötige Sicht- und Fühlweise auszureden oder mich abbringen zu wollen von den nicht zur Situation passenden Gefühlen. Keine Kritik, war zu hören, nur das ein wenig schnoddrige, scherzhafte: „Haste heut Nacht wohl schlecht geschlafen“ und nach dem öffenenden Gespräch mit meinen Erklärungen, dann das ruhige, niederschwellige Beruhigungsangebot: „Ich sag Dir schon wenn es mir zuviel wird, da kannste Dich drauf verlassen“. Und die Freundin, die mir von ähnlichen Gefühlen, die sie auch schon öfter hatte, erzählte und mir mitteilte, dass wir gar nicht so unterschiedlich wären und mich von der besonders ‚irren‘, übersensiblen“ Reaktion in die Realität zurückholte. Damit verwandelte sich plötzlich alles in einen Normalzustand – und da war plötzlich nicht mehr dieses Gefühl von, ich bin so verrückt, so krank…. nein – sondern in einen völlig menschlich normalen Zustand, der Schwäche, den man in bestimmten Situationen halt hat.

Das ist wirklich schwer zu erklären…. aber es war eine so wichtige Erfahrung für mich, die ich auf diese Weise noch nie erlebt hatte. Und das Tollste war – ich spürte die Freundschaft zwischen uns noch tiefer, die Verbundenheit verstärkte sich mit diesen beiden Menschen – noch mehr – UND ich konnte es annehmen. Wow!

Ich bin so dankbar für dieses Geschenk – das Geschenk spüren, erleben zu dürfen, dass ich schwach – nicht gleich krank bin, nicht gleich irre, nicht unnormal, nicht mehr dazugehörig – nein ganz normal war – und es schwang ganz deutlich mit dieses: Hey, das ist ganz normal, das kann jedem mal passieren.

Das war echt neu! Und es war kein großes Drama im Außen – es waren klitzekleine Veränderungen in meiner Wahrnehmung und des Annehmenkönnens meiner selbst.

 

 

5 Gedanken zu “Neue Lektion

    • Wir kennen uns schon viele Jahre, aber die neue Intensität, ist erst möglich – seit ich mich verändere und mich öffne. Es scheint so, als könne man den Wert von Menschen erst so richtig aufnehmen, wenn bei uns selbst es zugelassen werden kann. Irgendwie ist das traurig, denn dann wenn wir die Hilfen besonders bräuchten – sind wir nicht offen genug um sie wirklich schätzen und sie in uns aufnehmen zu können.

      Liken

    • Ja Benita, schön dass Du es verstanden hast, wie wichtig auch solche kleinen Dinge und ein Stück Neues ist. Keine Dramen sind mehr notwendig zum weiterwachsen. Es sind die „scheinbar“ kleinen Unterschiede (neue Wahrnehmungen, neues Hinschauen, neues Fühlen…. , die Veränderung anzeigen. 💝🌻💐

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