Jetzt ist der Körper dran

Ha, das ist lustig, denn über den Körper zu schreiben – statt ihn zu erleben ist wohl ein wenig schräg. Aber so werden wir versuchen uns anzunähern. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich mit dem Fondgeld weiter anfangen soll. Eigentlich wollte ich Shiatsu, aber mein erster Versuch ging in die Hose, weil die nicht über dem Fond bezahlt werden wollte. Wollte keine Rechnungen schreiben. Okay, war nicht die Richtige – offensichtlich. Ich versuch das gelassen zu sehen – so trennt sich schicksalmäßig die Spreu vom Weizen. Nun weiß ich nicht: war das ein Hinweis nicht Shiatsu zu machen oder war die Therapeutin nicht die richtige? Und hier ist die Scheu vor dem Wort Therapie auch noch sehr stark. Will mich nicht mehr abhängig machen auf meinem Selbstwirksamskurs. Aber Körpertherapie ist ja doch was anderes, nicht so was Verkopftes und auf der reinen Sprachebene.

Aber ich denke es steht an, schon allein wegen der Abspaltungen der Misshandlungen während fast 8 Jahren täglicher Prügel, die ich als Kind nicht mehr spürte, aber noch immer im meinen Körper sitzen. Aber ich frag mich schon, ob das gut gehen könnte, da ran zu gehen, denn würde das vielleicht heißen diese früheren Schmerzen dann im Heute spüren zu müssen – weil ich sie damals nicht spürte?

Zur Zeit höre ich eine sehr umfangreiche CD von Bessel van der Kolk „Der Körper als Speicher unserer Erfahrungen“ – Untertitel: Traumaspuren im Gehirn, Geist und Körper.

(Zur Zeit grad SSV bei Auditorium herabgesetzt – lohnt sich wirklich)

Ja so nähern wir uns an – erst im Gehirn. Ein Satz ist mir in guter Erinnerung geblieben vom ersten Drittel, das ich bereits gehört habe: „Psychiatrische Diagnosen sind im Grund gar keine Diagnosen, denn es ist zweifelhaft ob sie mit dem Inneren übereinstimmen.“ Und noch ein Satz von ihm machte mich nachdenklich: „Sprache ist eigentlich nicht darauf angelegt die Wahrheit zu sagen. Vielmehr wäre wichtig was wir nicht sagen.“

Als Bessel auf der CD sagte, dass Trauma Hilflosigkeit bedeutet und Traumatisierte nicht zielgerichtet sind, dachte ich, dass ich vielleicht wirklich einiges von meinem Trauma aufgelöst habe, denn ich bin sowohl zielgerichtet und ich fühle mich nicht mehr hilflos, sondern selbstwirksam – ich glaube, dass ich mir weiterhin selbst helfen kann, indem ich alles nutze was mir begegnet. Ich glaube inzwischen, dass meine Seele mich führen wird, dorthin wo ich hin soll, auch bezüglich meiner Vergangenheitsaufarbeitung. Und zwar unforciert und nach meinem Tempo und nicht wieder nahe am Suizid vorbei.  Bei Bessel hörte ich auch, dass Traumatisierte unter einem Mangel an Präsenz (im Jetzt) leiden. Hmmm. Aber das Interessante kommt erst noch (ich habe erst ein Drittel der CD gehört – sie ist 331 Minuten lang Mp3- Format) er sagt nämlich, dass er Wege aufzeichnen kann wie man aus den „Traumaschleifen“ rauskommt.

Ihr werdet noch davon lesen – hier.

 

Es ist ja nicht so….

dass jetzt wo ich keine Therapie mehr mache, alles eitel Sonnenschein ist.  Zwar bin ich erleichtert und sehe klar die Vorteile und spüre sie auch, dass jetzt nicht mehr alles so quälend ist, doch merke ich schon, dass die Baustelle ‚Körper‘ noch sehr unbearbeitet ist

Auch sind ja die körperlichen Attacken der Gewalt in der Kindheit, noch immer in meinem Körper und ich weiß nicht wie ich ihm da helfen kann. Ich stelle fest, dass ich wieder unachtsamer mit meinem Körper umgehe, zu Stürzen neige, mich verletze und nicht weiß woher die blauen Flecke oder Schrunden kommen, mich körperlich überfordere, Schmerzen einfach ignoriere – irgendwie mich von meinem Körper wieder mehr entferne. Ich denke da bräuchte ich auch eine Idee, wie ich ihm helfen kann. Körperlich ist ja auch in den Therapien nie was gewesen – reden immer nur reden und ich bin ja immer schon ein Kopf/Seelen-Füßler gewesen. Ein bisschen traurig bin ich da schon, dass ich noch immer nicht in meinem Körper zu Hause sein kann.

Leider gibt es da keine Solfeggio-Frequenz dafür.

Eben fällt mir auf beim Schreiben, dass ich schon wieder alles auf einmal will. Auch so eine Unart, die ich mir abgewöhnen muss – zu Hohe Ansprüche immer ….