Niemand ist schuld!

Vor ein paar Tagen bekam ich mal wieder eine Mail von Dami Charf – ich habe mich da vor Jahren schon eingetragen und bekomme regelmäßig Einladungen zu kostenlosen Online-webinaren – ich finde sie immer noch interessant – obwohl ich aus den Traumageschichten eigentlich rausgewachsen bin. In dieser Mail – siehe unten – also von unten nach oben lesen, stand dieses Schreiben mit dem Link zu einem weiteren Onlinewebinar. Dort wurde ich mit Melina angesprochen, mir ist völlig klar, dass auch aller anderen interessierten mit ihren Vornamen angesprochen werden, die eingeladen wurden.

Dennoch drückte ich spontan auf antworten und schrieb (noch gedanklich im gelesenen Text im Bezug auf den untenstehenden Text und dem Hinweis mit dem Link und wo es auch um Schuld ging) :

Niemand hat schuld!

Ich erwartete keine Antwort, doch sie kam tatsächlich in Form dieser beiden Emojis. Diese Übereinstimmung hat mich sehr erfreut. Ja, wenn wir das erst mal verstanden haben, ist viel gewonnen.

👍🌻

Hier habe ich den ganzen Text aus der email kopiert.

Am Sa., 3. Okt. 2020 um 10:34 Uhr schrieb Melina B. <m-hilger@web.de>:

👍🌻

Liebe Dami,

niemand ist schuld!
Am 03.10.2020 um 09:03 schrieb Dami Charf:


Hast du einen Wunsch an mich?

Hallo Melina,

traumatische Erfahrungen machen einsam.
Sie können unser Leben manchmal von einer Minute auf die andere verändern oder sie sind ein Gift, dass wir über Jahre als Kinder verabreicht bekommen. 
Trauma hinterlässt Spuren. Unsere Wahrnehmung der Welt verändert sich für immer. Wir fallen aus dem Gefühl von Sicherheit und Kontrolle und erleben Chaos und Schmerz.

Logisch wäre, dass Menschen, die Angst haben, Mitgefühl und Empathie von anderen bekommen. Dies ist aber oft nicht der Fall – im Gegenteil.

Ich habe mich lange gefragt, warum es so schwer zu sein scheint, empathisch und verständnisvoll mit Menschen umzugehen, die unter traumatischen Erfahrungen leiden. Meiner Meinung nach liegt dies vor allem an zwei Dingen:

  1. Wenn ich mich von dir abgrenze und innerlich sage, dass mir das nicht passieren würde und du irgendwie vielleicht doch selbst schuld bist, dann kann ich mich in Sicherheit wiegen. Ich muss mich nicht damit auseinandersetzen, dass mir selbst auch schreckliche Dinge passieren könnten. Nach dem Motto: Ich wäre auch nie so rumgelaufen.
  2. Schmerz bei anderen zu sehen, aktiviert den eigenen Schmerz. Viele Menschen möchten sich aber nicht mit ihren Schmerzen und Verletzungen auseinandersetzen und schieben ihn innerlich weit weg. Dann kann ich oftmals aber auch nicht mit dem Schmerz anderer umgehen, weil ich diesen abwehren muss.

In diesem Video spreche ich über die Dynamik, warum traumatisierte Menschen oft keine Empathie erfahren. Über diesen Link kannst du dir das Video anschauen: https://traumaheilung.de/warum-wir-keine-hilfe-bekommen

Ich wünsche dir noch schöne Herbsttage!


Herzliche Grüße
Dami

8 Gedanken zu “Niemand ist schuld!

      • Ich kann sie dir beantworten: geno wollte witzig sein, indem er ’neimand‘ personifizierte.
        Man muß nicht jede UnArt von Humor verstehen und wenn jemand wichtige Erkenntnisschritte deines Weges belächelt, DARF man/frau ihn doch gar nicht ernst nehmen (?) … als Antwort ein „PROST“ zu schreiben, wäre bestimmt zulässig – nur stellte sich für mich die Frage, ob genos Synapsen, mittlerweile offenbar dauerwohlbenebelt durch spanischen Rotwein, effektive Schaltungen zu einer restintellektuellen Erkenntnisebene vornehmen könnten 😉

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      • Nun, für mich war die Frage ja klar und für mich war auch klar, dass das Ergebnis zu dieser Aussage nicht leicht zu schlucken ist (hihi – mit Alki vielleicht schon hinunter zu schlucken) Hinter dieser Aussage liegt viel Bewusstseinsarbeit um sie letztlich als Gegeben zu erkennen. Und ich bin mir eigentlich schon ziemlich sicher, dass Geno, das nur humoristisch aufgefasst hat 😉 Aber bei Dir seh ich durchaus Chancen, dass Du den wahrhaften Sinn einer solchen Aussage zu würdigen weiß…. schließlich bist Du ein Seemann und da sind doch sicher auch meditative stille Augenblicke drin, die man verbringt indem man auf das Meer blickt und über so einiges Tiefsinniges nachdenkt.
        Trotz Genos Geständnis, dass er den Alkohol gern zuspricht – und viel Humor hat, schreibt er auch manchmal wirklich gute Sachen – wenn auch zynisch.

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      • Aja, dann isses klar zwischen euch …
        Ich selbst habe geno als unangenehmes und auch hinterhältiges Großmaul kennenlernen müssen und dachte, er wäre bereits über jenem Punkt von „Humor“ angekommen, den nur mehr Menschen mit sehr flachem Horizont als witzig bezeichnen.
        Also alles gut.

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