Ganz so einfach ist es nicht

Als ich den letzten Beitrag vorbereitet hatte, um ihn zwei Tage später zu planen und reinzustellen, hatte ich nachts Atembeschwerden. Ich wachte sogar von ihnen um 6 Uhr früh auf (eine Zeit, in der ich meist besonders tief schlafe, weil ich ja auch immer sehr spät ins Bett finde) und konnte wegen der Durchatembeschwerden nicht wieder einschlafen. Vor meinem geistigen Auge tauchten all meine vielen Jahre mit Rauchen auf (im jungen Erwachsenenalter) und die Vorstellung, jetzt davon die Rechnung präsentiert zu bekommen, stieg in mir auf…. Lungenkrebs und auch die Tante (mütterlicherseits), die mit 16 blutjungen Jahren an einem Blutsturz – anlässlich einer TBC – starb. Und natürlich auch mein Krankenhausaufenthalt vor 6 Jahren nach meiner Rücken-OP, wo sie mich mit Morphinen so vollgepumpt hatten, dass ich kurz vor einer Atemlähmung stand und nachts Sauerstoffzugaben brauchte. Ja, und all die folgenden Monate, als ich immer noch die schmerzlindernden Morphinpflaster erhielt und keiner begriff (einschließlich mir) warum mein Hals zuschwoll. Ebenso tauchte in diesen frühen Morgenstunden die Erinnerung auf, dass ich in der Beziehung mit meinem ersten Freund, nach den Streits jedesmal jappsend nach Luft, neben ihm lag und der Notarzt kommen musste. Und ich neige immer noch dazu bei unlösbaren Situationen und Stress in Atemnot zu geraten. Bin halt ein echter Psycho (wobei ich meine, dass meine Psyche eben als erstes reagiert).

All dies ging mir durch den Kopf während ich in der Noch-Dunkelheit, um die richtige Lage für eine freie Atmung rang.

Als ich dann das Schlafen für diese Nacht aufgab, aufstand und mich langsam beruhigte, gut durchlüftete und über all das nachdachte, kam mir der Gedanke, dass es wahr sein könnte, was ich gelesen hatte – dass die alten Muster kurz nach der Auflösung – sich noch einmal melden – bevor sie sich endgültig verabschieden. Eine Art Prüfung, die es zu bestehen gilt, ob man sich wirklich ernsthaft davon lösen will, sie hinter sich zu lassen.

Ja, alte Ängste und Glaubensätze, ich brauche euch nicht mehr – ich brauche eure Warnungen nicht mehr – ich passe jetzt selbst gut auf uns auf, ich danke euch für eure Dienste der Aufmerksamkeit – in all den Jahren.

Für meine nächste Physiotherapiestunde nehme ich mir vor daran zu arbeiten. Und eben fällt mir ein, dass ich ja derzeit schon seit 2 Wochen mit meiner Physiotherapeutin bereits an meiner Haltung arbeite, die den Brustkorb erweitert. (Sogar schon Hausaufgaben dazu bekomme und dran übe). Interessant!

2 Gedanken zu “Ganz so einfach ist es nicht

  1. Ja, die alten ‚Glaubenssätze‘ (oder auch eingeprägten Trauma-Erinnerungen) zeigen sich auf jeden Fall das ein oder andere Mal wieder… ob es irgendwann endgültig ist… keine Ahnung, aber ich persönlich gehe nicht davon aus… Ich glaube aber (und bisher aus eigener Erfahrung haben sie sich nicht nur einmal wieder gezeigt), dass wenn man seine Einstellung so wie du es aufzeigst ändert, es möglich ist eine so ‚positive‘ und ‚dankbare‘ Einstellung zu diesen Wieder-Erinnerungen zu haben – so wie du es nach dem Aufstehen dir erarbeitet hast. Und jedes Mal, wenn Sie wiederkommen, kannst du ihnen gegenüber genau so dankbar sein.

    Ich persönlich würde total an mir zweifeln, wenn ich davon ausgehe, dass sie nie wieder kommen und es dann plötzlich dich wieder tun. Dadurch, dass ich weiß, dass sie sich durchaus erneut in die Erinnerung schieben können, kann ich sie jedes mal nach recht kurzer Zeit für Konstruktives und zur Selbststärkung nutzen.

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    • Vielen Dank für den Hinweis – so – nun bin ich vorbereitet ;-). Ja, als Trauma – und negative Glaubenssatzgeschädigte, müssen wir sehr aufmerksam sein und nicht nachlassen – sonst gehts wieder rückwärts.

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