Befreit?

Bin ich wirklich von den Traumen befreit? Kann man das je sein? Sind sie nun für immer weg? Ist das eine Illusion? Bleibt doch was hängen?

Ehrlich, ich weiß es nicht – ich weiß nur eins: Ich fühle mich soviel besser – positiver – ganzer – hoffnungsvoller – neugieriger – harmonischer – freudiger – mutiger – liebevoller – ausgeglichener und kann mit ganzem Herzen bejahen, dass es mir jetzt wunderbar gut geht. Jetzt – und auch schon eine ganze Weile.

Ich werde wohl immer stressanfälliger sein als Menschen ohne größere Traumaerlebnisse, ich werde wohl immer noch leichter im Innen zu kippen sein, wenn Vergangenheitserinnerungen auftauchen, mich ähnliches im Leben triggert. Aber ich weiß auch, dass ich stark bin und dass ich für Schicksalsschläge gut gerüstet bin. Ich fühle meine Stärke und Zuversicht. Und ich spüre keinen Zweifel mehr, dass ich nicht gewappnet bin gegen schlimmere Situation. Natürlich kann ich nicht in die Zukunft schauen, was da noch für mich bereit liegt, was da noch in meinem Leben Unbekanntes am Wegrand liegt, aber ich habe keine Angst mehr.

Ich habe mir soviel ‚Handwerkszeug‘ in den letzten Monaten erarbeitet – keine vorübergehenden Skills – sondern Methoden, die mich weiter begleiten werden, Hilfen die mich stärker und bewusster gemacht haben (und ich werde weiterwachsen und noch mehr lernen, was mich noch stärker macht). Ich halte jetzt mehr aus, das spüre ich deutlich. Ich habe Vertrauen in meine Kraft, in das, was ich auf meiner Lebensreise gelernt habe, bin bewusster geworden. Ich bin kein Alien mehr, ich fühle mich zugehörig zu den Menschen, denen ich tagein tagaus begegne. Fühle mich eingebunden und nützlich, werde gebraucht. Ja, und ich bin dankbar, dass ich aus meinem Sumpf mich habe befreien können, quasi mich selbst an den Haaren aus dem alten Morast – aus meiner falschen Identität gezogen habe. Etwas mir vorher unmöglich erscheinendes ist mir gelungen.

Statt meiner ständigen Hilferufe nach Befreiung vom Leid – ist an die Stelle große Dankbarkeit und Erleichterung getreten – so dass ich nun endlich da bin, wo ich hin wollte.

Der Aufwärtstrend in den letzten Monaten ist fast ohne Unterbrechung gelungen. Ich bin neugierig, wie ich mich bewähren werde, wenn auch mal nicht so sonnige Zeiten vor mir liegen. Aber ich zweifle nicht daran, dass ich sie bewältigen werde.

Das Festhalten meines Weges hier im Blog, hat dabei sehr geholfen besser zu sehen, was mich verändert hat, meinen Weg aus dem Leid zu finden.

2 Gedanken zu “Befreit?

  1. Vergangenheit ist vergangen – das ja, aber ihre Spuren sind weiter da. Der eigene Umgang mit diesen Spuren kann sich ändern und dementsprechend kann man vieles wesentlich besser ‚abfangen‘. Und das zeigt ja auch dein Werdegang.

    Tatsächlich wird man nie völlig frei sein von dem was man erlebt hat. Selbst wenn es keine erdrückende Last mehr ist – man hat ja keine Demenz, nur weil man einen anderen – ruhigeren, vernünftigeren, besseren – Weg gefunden hat und konsequent geht.

    Ich glaube aber auch, dass das gut so ist. Sonst würde man sich womöglich unvorsichtigerweise wieder in seine alten – über Jahrzehnte perfektionierten – Verhaltensweisen zurück begeben.

    Ich freue mich sehr für dich, dass du mittlerweile ein so gutes Sebst(wert)gefühl bekommen hast und so positiv nach vorne schaust.

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