Altes vs. Neues

Ich habe vor 2 Tagen mal wieder in die alten Blogs von früher reingeschaut, von denen von DIS und Co. aus der Zeit als ich die Diagnose erhalten hatte und mich zugehörig fühlte, als ich dort noch viel Trost bekam als es mir so schlecht ging – weil nichts mehr funktionierte (damals bekam ich für diesen selbstdestruktiven Leidensweg auch noch viele Likes und Kommentare und ich finde es immer noch komisch, dass ich für meinen neuen konstruktiven, positiven Weg im neuen Blog kaum Likes oder Kommentare bekomme, inzwischen denke ich auch, dass diese Tröstungen in den Kommentaren wie eine Bestätigung sind, um weiter im Leid zu verharren). Als ich in diesen Beiträgen las, wurde mir ganz heiß und als ich meinen Blutdruck maß, weil ich auch noch Kopfschmerzen bekam, war er ziemlich erhöht. In der Nacht darauf konnte ich nicht schlafen und ich merkte, dass ich krank wurde, ich musste ständig nießen und husten. Am nächsten Tag war diese Erkältung, mit Husten, Rotz und Halsbeschwerden voll aufgeblüht. Ob da ein Zusammenhang war?

Ich schaue ja in die alten DISblogs nur noch selten rein, aber manchmal muss ich einfach mal nachschauen, wie es den „alten Freunden“ geht, weil ich mich sorge um sie. Aber dann merke ich jedes Mal, dass sie nur weiter ihre ausweglosen Runden drehen. Das regt mich auf und macht mich traurig. Auch wenn ich weiß, dass sie durch diese Phase durchmüssen um zu begreifen, dass sie nicht für ewig in diesem gruseligen Netz gefangen sind, dass es durchaus Auswege daraus gibt – wohl weniger durch Therapie (oder nur wenn es ein wissender guter Therapeut ist und sich nicht selbst verwickelt). Aber es gibt alternative Möglichkeiten aus diesem Schreckens-Karussell auszusteigen.

Wenn ich tatsächlich deshalb krank geworden bin, weil das Lesen dieser alten Blogs meine Immunkraft derart geschwächt hat, so dass ich angreifbar war, dann zeigt mir das doch, wie krankmachend dieses Denken von früher ist und wie sehr mein jetziges Sein, durch diese Inhalte geschwächt werden und etwas in mir das keinesfalls mehr will und sich gegen diese toxischen Gedanken wehrt.

Ehrlich gesagt vermeide ich es sogar in meinem eigenen früheren Blog zu DIS-Zeiten zu lesen, denn ein bisschen schäme ich mich sogar für meine Verirrungen und die Blindheit von damals. Ja, Gedanken können wirklich zerstörerisch sein und sogar in den Selbstmord führen. Aber es gehörte eine Weile zu meinem Weg, damit ich endlich begreifen konnte, dass ich selbst die Quelle meiner Kraft bin und sie nicht länger ausschließlich im Außen suchen muss – weil in uns sehr viel Gutes, Konstruktives, Heiles schlummert, dass durch die Kindheitstraumen nur verhindert wurde, dass wir es entdecken konnten. Der heile Teil in uns, führte uns heraus und diesem weisen Teil in uns vertrauen wir auch weiter.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.