JOMO – FOMO

Folgendes las ich heute im Internet und fand den Gedanken recht interessant:

„Kennst du JOMO? Das Akronym steht für „The Joy of Missing Out“, die neue Freude am Verpassen. Sie ist der Gegenentwurf zur Sorge, dass man relevante Ereignisse jeglicher Art versäumen könnte, sei es ein Treffen mit Freunden, bei dem man nicht dabei ist, oder eine Mitteilung auf den diversen Social Media-Plattformen, die einem entgeht. Passenderweise wird dieses Verhalten als FOMO, „The Fear of Missing Out“ erklärt…….“

Das gefällt mir: Der Gegenentwurf zur Sorge… schön! Solches könnte den Menschen gut tun, die ständig an ihrem Handy kleben, alle 2 Minuten drauf schauen ob sie eine neue Nachricht bekommen haben- statt sich aufs aktuelle Leben einzulassen.

Gestern sah ich eine junge Mutter im Bus, sie hatte ein Kleinkind im Kinderwagen dabei und sie redete in das Handy – ununterbrochen. Während das Kind quengelte – beachtete sie es nicht – beendete das Gespräch und checkte ihre Nachrichten und wählte erneut einen Gesprächspartner. Inzwischen quengelte das Kind weiter, streckte seine Händchen suchend und auffordernd nach seiner Mutter aus, die es nicht beachtete. Die Kleine wurde lauter, schmiss den Schnuller weit weg, die Mutter merkte es nicht einmal. Aber das Kind schrie nun lauter, die Mutter machte „schschsch“ und legte ihre freie Hand teilnahmslos in den Wagen – das Kind nahm die Hand und schmiegte sein Gesichtchen daran, die Mutter telefonierte weiter ohne das Kind zu beachten, da biss das Kind in die Mutterhand. Die Mutter schrie das Kind an, und telefonierte weiter, als wäre nichts geschehen. Nun weinte das Kind wimmernd vor sich hin bis die Mutter schließlich ausstieg – immer noch weiter telefonierend. Es hatte aufgegeben.

Solche jungen Mütter sehe ich immer öfter mit ihren nicht beachteten Kinder und ich mache mir Sorgen um diese Handy-Generation. Ich kann nicht anders FOMO zieht bei mir ein, weil ich so intensiv wahrnahm wie sich dieses Kind fühlte – das Gefühl von Vernachlässigung kennen wir so gut und wissen, was für einen Schaden das anrichtet.

 

 

7 Gedanken zu “JOMO – FOMO

  1. Mir zog sich gerade alles zusammen, als ich Deine Schilderung las. Ich verstehe diese Menschen nicht, sehe sie selber auch täglich, überall. Kaum ein Elter hat noch Aufmerksamkeit für sein Kind und viele Menschen haben keine Aufmerksamkeit mehr für ihre Begleitschaft. Sie hängen am Telefon oder an irgendeinem Gerät, scheinbar ohne Pause und Ende. Sie achten nicht auf ihre Umgebung, sie hören sie nicht, sie nehmen sie wahrscheinlich kaum mehr wahr. Ich darf nicht zulange darüber nachdenken, denn diese Entwicklung macht mir wirklich auch Sorgen. Abgesehen davon, dass mich vor allem ignorante Verkehrsteilnehmer fast täglich ärgern, indem sie unachtsam, verstöpselt und desinteressiert die Strassen und Gehsteige unsicher machen. Wenn was passiert, hängt jeder, aber nicht der, der den Umstand verursacht hat. Das Strassenverkehrsrecht müsste man in Anbetracht dieser kurlturellen Veränderungen vielleicht mal überarbeiten…

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    • Ja, wenn der neue Blog nur Therapie behandeln würde…. wäre ich auch fernab – der neue Blog lässt aber auch das ganze Leben zu als Thema und ist eine wirkliche Erweiterung – Ja, das glaub ich, dass das gut tut, nach all der Zeit wo es meist um Therapie ging. Du bist jetzt im vollen Leben gelandet 😉

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      • Mein Blog hat nie nur Therapie behandelt. Das ist nicht das Ziel und war es ja niemals. Nicht umsonst heißt der Blog „lebendig werden …..“ Das war das Ziel. Das fände ich auch wirklich sehr uninteressant. ….. Und ich weiß nicht, was das volle Leben sein soll. Wir sehen uns dort noch nicht. Aber sicher mehr, als vor zwei oder drei Jahren. 😉 Wir kommen dem finalen Blogthema also näher. ….. Mal sehen wann er in „lebendig leben trotz schwerer sexualisierter Gewalt in der Kindheit“ umbenannt wird. ….. Gute Anregung von dir, die dein Kommentar bei uns ausgelöst hat. 😊🎶🐱

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