Andere wissen es manchmal besser

Ralf von „zeitzuleben.de“ schrieb in seinen täglichen Seiten vor kurzem:

Manchmal wissen andere besser, was wir brauchen, als wir selbst.

Zumindest die Menschen, die uns gut kennen und die uns wohlgesonnen sind.

Denn von außen hast du ja einen objektiveren und vernünftigen Blick auf das Leben der anderen. Ohne die irrationalen Einschränkungen und Verirrungen, die wir manchmal so im Kopf haben.

Deswegen macht es Sinn, ruhig einmal zu fragen:

„Sag mal … ich brauche deine Sicht von außen, weil wir ja alle unsere blinden Flecken haben. Was, glaubst du, brauche ich gerade am meisten, um mein Leben in Balance zu bringen? Oder um mein Leben noch besser und schöner zu machen?“

Eine schöne Frage für ein tiefes ehrliches Gespräch mit guten Freunden.

Ich wünsch dir, dass du viele Menschen um dich scharen kannst, die es gut mit dir meinen.

Wie wahr! Es ist ja wirklich so, dass wir Menschen uns oft nicht gern von jemanden sagen lassen wollen, was andere bemerken z.B. wenn wir uns das Leben ‚unnötig‘ schwer machen, wenn wir mit unserer Sicht vielleicht verbohrt, blind sind, Scheuklappen haben, Ausflüchte suchen, uneinsichtig festhalten  wollen…. Und es gibt ja auch genügend Stimmen von Leuten, die nur recht haben wollen – die nur einen Teil von unserem Leben erkennen können….die es vielleicht gar nicht gut meinen mit uns. Wie sollte man die unterscheiden? Gibt es da einen Weg zu differenzieren? Und ist da vielleicht nicht auch noch die Tatsache, dass unser Gehirn uns vorgaukeln will, dass der einfachste Weg, der beste ist und es doch ganz schön schwer und anstrengend ist einen anderen Weg, als den gewohnten zu gehen?

Das ist super, was der Ralf da sagt, aber wie sieht das in der Praxis aus? gestern war in seinem Newsletter gestanden:

Es gibt so ein paar Wurzelprobleme, die hinter 90 % all unserer Schmerzen im Leben stehen.

Ein schlechter Selbstwert ist so ein Wurzelproblem.

Oder wenn ich mein Leben und meine Schaffenskraft nicht organisiert bekomme (was so wichtig ist, um überhaupt Probleme lösen zu können).

Oder wenn ich meine Verantwortung für mein eigenes Leben nicht annehme.

Wenn du so ein Wurzelproblem bewältigst, lösen sich meistens ganz viele andere Probleme mit auf, oft beinahe auf magische Art und Weise.

Finde also lieber die Wurzel und setze da an, statt an den Symptomen herumzudoktern.

Ich wünsche dir ein gutes Gespür für den richtigen Ansatzpunkt.“

Die Wurzelprobleme scheinen genau die zu sein: Wir haben zu wenig Selbstwertgefühl, oft schlechte Organisation und Verantwortungsübernahmedefizite.

Nehmen wir nur mal die Organisation. Ich bin chaotisch organisiert. Ich mach manchmal (gottseidank nicht immer) nicht das Nächstliegende, das gerade ‚Nicht-so-Bequeme‘, das was zuerst zu machen wäre. Entweder ich erledige es zu schnell (und mit zu wenig Bedacht) weil ich es hinter mir haben möchte – weil es eben unangenehm ist, oder ich schiebe es auf den letzten Drücker (bzw. soweit nach hinten, bis es fast zu spät ist und ich mich dann überfordert fühle, wenn es unausweichlich geworden ist und die Zeit knapp wird. Beides beschert mir oft ein unbefriedigendes, fehlerhaftes Ergebnis – was ich durchaus verändern könnte, wenn ich mich besser organisieren würde.

Wo lernt man sowas eigentlich? Es wird (und wurde) einem ja nicht in die Wiege gelegt. Wahrscheinlich in einem „organisiertem“ Elternhaus bei organisierten Eltern. Ich will mich nicht rausreden. Gut ich hatte ein äußerst chaotisches Elternhaus und die Bezugspersonen waren auch besonders unorganisiert und brachten ihr Leben  mehr schlecht als recht auf die Reihe.

Also da sind wir beim Punkt Verantwortung übernehmen. Es hilft nicht zu wissen allein, woher so ein chaotischer Lebensstil kommt, sondern ob ich bereit bin diese mitbekommene Struktur zu verändern – in der Praxis.

Und um den dritten Punkt noch zu erwähnen – der schlechte Selbstwert – ist es nicht so, dass wenn ich mich besser organisiere (und damit auch bessere Ergebnisse erziele) sowie auch mehr Verantwortung für mein Leben übernehme – dass ich mich dann besser fühle und erfolgreicher bin – und somit mehr Selbstwert in mir fühle?

Natürlich finde ich 1000 Gründe warum mein Selbstwert (meine fürchterliche Kindheit, ‚böse‘ Menschen, üble Umstände…..) im Keller ist. Aber ab einem bestimmten Alter (wenn man erwachsen ist) ist man selbst verantwortlich für sein Leben und man kann sich nicht mehr herausreden. Kann man schon, aber dann wird das eigene Leben niemals besser.

Für mich sind so Andere (wie der Ralf mit seinen täglichen Anstößen) sehr wertvoll, mein Leben auf den Prüfstand zu stellen, und mich zu fragen, ob da nicht etwas dran ist an diesen wichtigen Aussagen und sie als Möglichkeit benutzen, nachzuspüren in unserem Inneren. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch (egal wie verkorkst er in der Kindheit wurde) so eine Instanz in sich hat (ganz leise), die ihn spüren lässt was richtig für einen Selbst ist und was falsch.

Leider hören wir immer nur auf die Stimme des Egos – das ist bequemer – und das EGO will ja immer dass alles so bleibt wie es ist. EGO/Verstand wollen immer die bequemste Lösung, die die er kennt und es hasst Weiterentwicklung.

 

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