Wie geht es weiter?

Es reicht nicht einfach nur zu leben – nur Rückschau zu halten – es muss auch eine Vorwärtsschau geben oder nicht? Ja, wir sind beileibe noch nicht fertig mit der Aufarbeitung. Wir wissen, dass da noch kein richtiger Bezug ist zu meinem Körper. Dass er immer noch meilenweit entfernt ist, von dem dass wir eine richtige Beziehung mit ihm haben – nach unserer Vorstellung. Mehr haben wir nicht – nur eine Ahnung davon, dass da noch mehr sein könnte, wie es aussehen könnte, wenn man in seinem Körper ganz zu Hause ist, er nicht mehr abgespalten ist, sich natürlich anfühlt. Irgendwie ist er immer im Weg dieser Körper, fühlt sich nicht wirklich heimisch an. Woher habe ich diese Vorstellung vom Einssein mit ihm? Gab es die schon mal? Als Kind vielleicht?

War es möglich den Körper jemals so zu spüren wie er ist – ganz einheitlich, sich nicht für ihn zu schämen, sich natürlich und frei zu bewegen – ihn zu spüren? Ich vermute eher nicht, denn mein Aussehen war von dem Satz geprägt: Du siehst aus wie dein Vater! Dieser Satz war eine Bombe, er war pure Ablehnung – denn meine Mutter hasste meinen Vater. Was hatte er ihr wohl angetan, dass sie ihn so hassen musste – wollte. War es ’nur‘ dass er schon während der Schwangerschaft mit anderen Frauen ‚rummachte‘? Oder war ich aus einer Vergewaltigung heraus entstanden? Vom Geburtstermin aus verglichen – zum Hochzeitstermin lief es auf eine Mussheirat hinaus. Habe ich diese Ablehnung meines Vater durch meine Mutter schon in der Schwangerschaft aufgesogen? In einer Zeit – wo man nur ein Zellhaufen ist? Fragen und keine Antworten.

Vermutungen bringen nicht wirklich weiter. Mein Körper sagt mir, dass er nicht frei ist. Mein Körper fühlt sich nicht passend an. Er fühlt sich so an, als gehöre er nicht zu mir. Er fühlt sich linkisch, klobig, zu schwer, zu ungelenk und außerdem passt er nicht zu meiner Seele. Meine Seele ist schön und rein! Mein Körper ist hässlich und muss ständig versteckt werden, weil ich nicht will, dass meine Gestalt gesehen wird. Ein unmögliches Unterfangen, weil meine Seele braucht den Kontakt zu anderen Menschen – nicht nur virtuellen – nein leib-haftigen. Ich umarme gerne andere Menschen, sie spüren –  lässt mich sie erkennen – auf einer anderen Ebene – da spüre ich besser ihr Sein, wenn ich sie auch umarmen kann. Ich bin beim umarmen sehr akribisch – ich umarme niemanden, den ich nicht mag – das geht bei mir nicht. Wenn ich von einer Person umarmt werde und das nicht verhindern kann, weil es unhöflich wäre ihn zurückzustoßen (oder ihm zu sagen – Nee, Dich umarme ich auf keinen Fall) – bin ich blitzschnell weg – innerlich. Bei Menschen, die ich vom Herzen und Sinn her umarme bin ich ganz da, spüre wie der andere sich anfühlt – nachgiebig – loslassend – sträubend – weich – verhärtet – hingebungsvoll …. ich spüre ob es wirklich eine ehrliche Umarmung ist – oder ob mein Gegenüber es nicht lange aushält – so eine Umarmung ist ja Nähe – und schon zur Hälfte wieder wegstrebt…. Und ich spüre wenn die Umarmung ganz echt ist, tief und verschmelzend. Es ist seltsam, dass dieser Körper gerne umarmt, vor allem da, wo ich merke, dass mein Gegenüber das jetzt braucht (und selber vielleicht noch ambivalent dazu ist) Komisch das spüre ich alles, obwohl ich meinen eigenen Körper gar nicht wirklich spüre – sonst.

Das Umarmen habe ich in Herrenalb gelernt – der psychosomatischen Klinik, in der ich viele Monate war – nach einem totalen Zusammenbruch auf der ganzen Linie. Ich war damals 29 Jahre alt. Nach anfänglichem Sträuben habe ich die Umarmungen dort (sie waren ein Therapiemittel scheint mir ) – konnte ich es irgendwann zulassen und sehr genießen – war ja völlig neu für mich. Außer beim Sex war ich niemanden nah – damals. Die Klinik wurde ziemlich schief angesehen, wegen dieser Umarmungstendenz. Überall – traf man Menschen an, die sich umarmten – in Zweier-, Dreier- bis 5 oder mehr Grüppchen. Wir standen ganz dicht zusammen und fühlten unsere Bäuche. Anfänglich dachte ich sogar, dass die alle spinnen. Aber als ich bereit war es zuzulassen war ich süchtig danach. Gleichzeitig war es in der Klinik verboten Sex miteinander zu haben (ist ja auch ein bewährtes Mittel für manche damit der wahren Nähe auszuweichen), man flog aus der Klinik wenn das geschah. Es ging dabei um das Erleben von Nähe – nicht um Sex.

Da hatte ich Glück, dass ich diese Nähe  so exzessiv kennenlernen durfte.

Alles neu

Ich merke grad, dass eigentlich der neue Blog hauptsächlich aus Beiträgen besteht, in denen ich mein Leben neu aufrolle – es neu betrachte – neue Schlüsse ziehe – ihm neue Bewertungen gebe – vermehrt Sinn entdecke – und verstehe – auf eine andere Weise.

Die Tatsache, dass ich dies ganz öffentlich tue und nicht nur in meinem Tagebuch (das führe ich für intimere Dinge noch zusätzlich nebenbei) es mit den Lesern im www teile, verleiht diesen Erkenntnissen mehr Gewicht, macht sie bleibender, wichtiger, wahrer.  Ich glaube das Schreiben hier ist für mich ungemein wichtig – es sind keine flüchtigen Gedanken, die ganz schnell wieder verschwinden können, sie haben Bestand und ich stehe dazu, stelle mich dem was ich da Neues über mich erfahre. Übernehme Verantwortung für mich!

Jetzt kreise ich hier hauptsächlich auch um mich – aber anders als im Melinas Blog – jetzt ist es sinnvoll, konkret und konstruktiv, ja und auf ordnende Weise – ich bringe Ordnung in meine Vergangenheit. Bis zu meinem 17. Lebensjahr lebte ich ja nur unbewusst – war nicht fähig zu reflektieren und in meinen jungen Erwachsenenjahren stellte ich zwar auch viele Fragen, aber ich hatte keine Antworten und in den damaligen Therapien verstand ich auch nicht, was ich dort sollte. Ich konnte sie nicht wirklich nutzen, denn auch dort musste ich um mein Überleben kämpfen (dachte ich – ich war gefangen im Leid). Dort war ich auch in dem Gedanken gefangen, dass Hilfe nur von Außen kommen musste. Heute begreife ich, dass ich auch damals schon alles in mir hatte, was ich brauchte um zu entdecken, dass ich all die Fähigkeiten bereits in mir hatte, die mich vom Leid erlösen konnten.

Ich begriff so viele Jahrzehnte nicht, dass Leid eigentlich ein Hinweis ist, dass etwas ansteht zu verändern – nicht im Außen sondern im Inneren (manchmal auch im Außen). Dass ich fähig war es los zu lassen, dass nur ich selbst mich davon befreien konnte. Dass ich dazu durch eine neue Tür gehen musste – die ich scheute wie der Teufel das Weihwasser. Warum? Einzig und allein weil sie neu war, diese Tür – weil sie mir Angst machte – weil sie ungewohnt war – weil das was sich dahinter verbergen könnte, ich mit alten Fantasien belegt hatte, die furchterregend waren.

Trotz all der Psycho-Bücher, die ich gelesen hatte in meinem Leben – fiel der Groschen einfach nicht. Und jetzt im Rückblick erkenne ich erst, was ich mir selbst (zusätzlich) unnötig angetan habe – Lebenszeit mir selbst genommen habe – mir selbst Leid angetan habe – nur weil ich nicht begriff! Das ist traurig – echt – wirklich traurig. Und alles nur weil ich in der Vergangenheit fest hing. Zum Glück hing ich nicht immer darin fest, z.B. in den Zeiten, wo ich mich für andere verantwortlich fühlte (den Erziehungszeiten als ich meine Tochter groß zog, den Ehrenämtern, im Beruf…) So habe ich gottseidank nur viel Zeit verloren, als ich in den Therapien war, wo mich auf Schritt und Tritt das Leid verfolgte.

Natürlich waren diese Zeiten des Leidens nicht völlig umsonst…. ich brauchte sie offensichtlich, um zu lernen, um zu spüren was früher war, Lehren eben, gegen die ich mich erfolglos wehrte, sie nicht wahrhaben wollte – und wiederholte und wiederholte was ich aus meiner Kindheit kannte. Das Neue war so schwer zu begreifen, dass es das gibt, es war so schwer zu verstehen, dass es da jenseits meines Leids auch Freude gab, sogar für mich. Und das Neue machte eben Angst. Es war wirklich so, wie ich im letzten Beitrag von Mischa zitierte: „Leiden ist schöner – als Veränderung“

Aber eigentlich stimmt das gar nicht – denn wenn man dabei ist, sich zu verändern, dann ist es so erleichternd, so hilfreich und gibt soviel Mut…. Nur der Übergang, der Punkt des no return, den es zu überschreiten gilt, der ist wirklich schwer.

 

Warum leiden schöner ist….

Lieber Gott, wie lange muss ich noch leiden?“
Gott antwortete: „Solange du glaubst, es zu müssen.“

Den grünen Text habe ich im Blog (unten) von Mischa gelesen – bei meiner Recherche zum Thema Leid, die Sonrisa mit der Frage aufgeworfen hat: Wann wird aus Emotionen Leid? Dort habe ich auch einiges hinterlassen zum Thema Leid – bzw. kommentiert.

https://www.mischa-miltenberger.de/warum-leiden-schoener-ist-als-veraenderung/

DIE ENTSCHEIDUNG LIEGT BEI DIR

Du hast immer die Wahl und kannst dich immer dazu entscheiden, ob du leiden willst oder nicht.

  1. Du kannst die Situation verlassen
  2. Du kannst die Situation verändern
  3. Oder du kannst die Situation akzeptieren

Es kommt nicht darauf an, was dir widerfährt,
sondern wie du damit umgehst, was dir widerfährt,
denn nicht die Erfahrungen machen die Menschen,
sondern die Menschen machen sich selbst.

Wenn du das erkennst, übernimmst du Verantwortung für dein Leben. Und nur, wenn du die übernimmst, wirst du dem Leiden entkommen.

Ich weiß, dass das schwer ist und viel leichter gesagt, als getan. Aber eine Opferrolle anzunehmen und sich hilflos dem Leiden auszuliefern, weil alles andere Anstrengung bedeuten würde, ist nicht Sinn des Lebens. Du sollst glücklich sein. Also gehe auf die Suche nach der Ursache und löse das Leiden auf. Du bist fähig dazu. Du hast die Kraft dazu und keiner, außer dir, kann das für dich übernehmen.“

Als ich 2008 anfing meine Geschichten zu schreiben und diese Geschichten mir verrieten, mir Hinweise gaben, zu dem was ich als Kind erlebt hatte und merkte, dass Gefühltes in mir damals für mich gar nicht vorhanden war – fühlte ich es beim Schreiben und Lesen meiner Geschichten erst – das Leid, die Atmosphäre in der ich damals leben musste, die Verletzungen meiner Seele…. erst da. Seltsam! Es war mir nicht bewusst – ich war beschäftigt mit überleben.

Meine verletzten Gefühle verlagerte ich auf unsere vielen Haustiere, die geschlagen, gequält und vernachlässigt wurden, so brauchte ich meine nicht zu fühlen.

Die Tatsache, dass ich ein von meiner Mutter gehasstes Kind war, das den Teufel im Leib trug und deshalb täglich geschlagen werden musste, damit es gut wurde – berührte mich nicht, weil ich den Körperschmerz wunderbar abspalten konnte, mich auch körperlich gefühllos machen gelernt hatte. Und ich lebte nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Meine Gewissheit war, ich bin schlecht und es gab nichts was ich tun konnte um das zu ändern. Ich war frei! Ich konnte tun was ich wollte und ich tat es auch. Mein Zuhause war nicht das Haus, in dem ich lebte, sondern die Natur und die war heile. Für die erhob sich dort nicht die Frage ob ich schlecht war oder gut – ich war einfach nur. Ich fühlte mich nicht als Opfer. Vermutlich ist das der Grund für mein Selbstwirksamkeitsbestreben. [Erst mit meinen Therapien begann ich langsam zu reflektieren und bewusster zu werden – zu merken – wie schlimm es war, so aufzuwachsen. Und damit fing das Leid an.]

Ich war als Kind aber so klug, dass ich begriff, dass ich nur am Leben bleiben konnte, wenn ich Essen und Kleidung bekam, also musste ich in dieses Haus immer wieder zurück, floh aber jede freie Minute.

Kinder, um die sich niemand kümmert, die machen was sie wollen – werden normalerweise nicht so wie ich (in der Zeit als Erzieherin habe ich das später sehr genau gesehen) meist waren die Kinder schwer zu erziehen und wurden gewalttätig und später kriminell. Warum war das nicht meine ‚Karriere‘?

So schlecht die kath. Erziehung von der Schule und Kirche her auch war, sie hinterließ doch irgendwie auch positive Spuren. Und mein prägenster Glaubensatz: Ich bin hier um das Leid zu tilgen – war nicht nur die Aussage, dass ich als kleines Kind keine Erklärung für das viele Leid hatte, das ich zwar abgespalten hatte – aber doch auch erlebte und die Identifizierung mit dem Leid der Tiere – hat mich einen Sinn für mein Dasein finden lassen in den Religionslehren.

Die Auslagerung meines Leids, auf die Tiere mit denen ich täglich zu tun hatte, hat mir mein Mitgefühl gerettet und die heile Natur ebenso, mir eine wahre Welt gezeigt, mit der ich mich verbunden hatte.

Dass ich als Jugendliche oft nahe dran war, abzustürzen, z.B. in die Drogenwelt, mich aber immer wieder heraus schälte und immer wieder wohlwollende Menschen traf, nach dem Tod meiner Mutter (ich denke da an die erste Therapeutin, die ich mit 17 hatte, die mich aber doch mit ihrer lieben Art ganz sanft – mich im Spiel (wir spielten lange Zeit nur mit dem Psycho-Szenokasten) zu einem denkenden, fühlenden Wesen lenkte, war mein Glück. Es war also vom Schicksal gut gelenkt – denn wäre meine Mutter nicht gestorben, als ich 14 Jahre war – wer weiß – was dann aus mir geworden wäre. Im Grunde ist meine Mutter für mich letztlich gestorben.

 

Fragen stellen

anderen Fragen stellen, aber vor allem sich selbst. So wichtig – vorausgesetzt – wir wollen uns weiter entwickeln.

Ich mache ja seit ca. 2 Jahren kostenlose Online-Seminare mit – eine wunderbare Art sich zu überprüfen, neuen Input zu kriegen, sich selbst zu fragen. Diese Seminare – die sonst ja echt viel Geld kosten (und sie werben mit diesen kostenlosen Seminaren auch für weitere Seminare, die dann schon ziemlich Geld kosten) – müssen ja auch von was leben und sich finanzieren – ebenso wie Therapeuten. Das Gute, wenn man dann ein weiteres Seminar bei diesen Leuten machen will, so kennt man sie schon und kauft die Katze nicht im Sack. Aber ich kann mir das nicht leisten und mir reichen diese kostenlosen Online-Seminare, die meist über einige Tage gehen und sehr interessante Themen bearbeiten – in punkto Wachstum – damit kann ich dann selber mir Fragen dazu stellen und mich ‚erweitern‘ und wenn ich die Tipps dort auch ausprobiere, kann ich vieles dazu lernen.

Zur Zeit ist es der Brendon Burchard, kann man auch über Youtube einiges von ihm sehen – und dort ging es um inneres Wachstum. Fragen stellen – so sagt er – ist ein phantastisches Mittel, um sich selbst näher zu kommen oder auch einen Weg zu erkunden – warum es vielleicht grad stockt und nicht weitergeht, wenn wir bspweise an einem Punkt sind, wo das Alte nicht mehr geht und das Neue noch nicht da ist.

Wenn man sich öffnet und nicht gleich nach den ersten Sätzen denkt: Kenn ich schon alles (und gleich alles verwirft) – dann sind da immer einige Tipps dabei, die sehr hilfreich sind, selbst wenn ich schon vieles ausprobiert habe. [Ich muss grad wieder an die eine Metaphergeschichte denken, wo der Meister dem Schüler beibringt leer zu werden, weil in ein volles Glas nichts Neues mehr reinpasst. Ich liebe diese Geschichte.]

Meine Fähigkeit aus allem Nutzen zu ziehen, und auch weil ich sehr neugierig bin und keine Angst habe, etwas auszuprobieren an mir selber – hat mir sicher auch in meiner Kindheit und im Leben schon sehr weitergeholfen.

Ich glaube inzwischen, dass ich diese Fähigkeit (aus nichts etwas zu machen und alles zu nutzen was hilfreich sein könnte) deshalb entwickeln konnte, weil ich schon sehr früh – vielleicht als Baby schon gemerkt habe, dass sich niemand um meine Bedürfnisse kümmert (das geschieht wahrscheinlich sehr leicht, wenn niemand auf die schreiende Not eines Babys reagiert, wenn es sich allein fühlt, wenn es hungrig ist, also sehr vernachlässigt wurde). Was ich aus meiner Erzieherausbildung und der Literatur zu diesem Thema weiß ist: Es bildet sich ja schon ab der Geburt eine Art Welterleben heraus und wenn ein Kind da sich selbst überlassen wird und wie in meinem Fall auch noch spürt, dass es unerwünscht ist und gehasst wird, dann bildet sich ziemlich wahrscheinlich der Abdruck in seiner Seele, dass niemand da ist und es für sich selber sorgen muss. (Übrigens auf solche Gedanken kommt man nur, wenn man sich Fragen stellt und solche Anregungen wie die von Brendon Burchard ernst nimmt

Das ist nicht nur Theorie. Denn ich bin zu einer Zeit geboren, wo es verpöhnt war, ein schreiendes Baby sofort hoch zunehmen, es zu beruhigen, es zu trösten. Es war üblich es lange schreien zu lassen (man glaubte, dass man es sonst verwöhne), bis es von selbst aufhörte und völlig erschöpft einschlief – mit dem Gefühl der Resignation wahrscheinlich und dem Eindruck, dass da niemand ist. Vielleicht ist das auch eine der Ursachen für den plötzlichen Kindstod – aus Resignation sterben sie dann – tödliche Resignation.

(Ich habe nicht resigniert – offensichtlich – denn sonst wäre ich nicht mehr da.)

Alles woran ich mich erinnern kann ist gespickt mit solchen Begebenheiten, dass ich als Kind unentwegt beschäftigt war damit, mir Lösungen auszudenken, wie ich überleben konnte. Diese Suche war hauptsächlich unabhängig von Menschen, bei denen suchte ich, wenn möglich immer das Weite. Von ihnen kam so gut wie nichts, was mir half, mein Leben zu bewältigen  im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass ich als Kind gar nicht bemerkte, dass ich litt, denn ich war viel zu viel beschäftigt damit, zu überleben.

Und alles hat eine Kehrseite – meine Kreativität, meine Liebe zur Natur und zu den Tieren halfen mir täglich zu überleben. Mein Mitgefühl bewahrte ich mir dadurch, weil ich es auslagerte auf die Tiere bei uns, die ebenso gequält, geschlagen, vernachlässigt, behandelt wurden wie ich. Mit ihnen konnte ich mich identifizieren, mit ihnen hatte ich Mitgefühl und versuchte ihnen ihr Leben zu erleichtern. Sie schenkten mir ihre Aufmerksamkeit und ich glaubte als Kind, dass sie mich verstanden, ich erzählte ihnen alle meine Sorgen und hatte Spaß mit ihnen. Überhaupt war es auch die Natur, in die ich jede freie Minute flüchtete (und sogar ein dreiviertel Jahr die Schule schwänzte (und keiner merkte es – im tiefsten Bayrischen Wald wo wir für ein Jahr hingezogen waren) für mich die Rettung. Die Natur war heile und zeigte mir, dass es neben all dem Schlimmen, auch eine noch intakte, gute Welt gab – sie war wirklicher für mich als die Welt in die ich hineingeboren worden war, die nur Schmerz und Angst oder Nichtbeachtung brachte.

So ein Aufwachsen kann einem Fähigkeiten beibringen, die zu sehr Brauchbaren führt und Selbstwirksamkeitsgefühle und Kreativität wachsen lässt. Beides besitze ich immer noch und hilft mir vieles gut und immer besser zu bewältigen. Meine Neugier und mein Mut tun und taten das Übrige, um in dieser Welt nicht unterzugehen und immer die beste Lösung zu finden.

Und auch hier dieser Beitrag kam nur deshalb zustande, weil ich mir z.Bsp.: die Frage gestellt habe: Was waren die Dinge, die mich als Kind und auch später überleben ließen, mich zu dem gemacht haben, die ich heute bin. Solche Fragen lassen uns im Rückblick ganz deutlich erkennen, welche Ressourcen in uns verborgen sind. Es wird uns dadurch bewusst was wir für Stärken haben und wie wir sie einsetzen können in der Zukunft.

Überall rund um uns bieten sich so viele Möglichkeiten oder wie Deepak Chopra es ausdrückte:

„Das Universum  folgt keinem festen Plan. Sobald du eine Entscheidung triffst, arbeitet es damit. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur eine Vielfalt von Möglichkeiten, die sich mit jedem Gedanken, jedem Gefühl und jeder Tat verändern“…..

Und solche Entscheidungen kann sogar schon ein Baby (unbewusst) fällen – z.Bsp. die, dass es für sich selbst sorgen muss – weil kein anderer da ist, der dies tut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wind des Verzeihens

„Jean de la Bruyère sagte einmal: „Man kommt in der Freundschaft nicht weit, wenn man nicht bereit ist, kleine Fehler zu verzeihen.“ Auch die folgende Kurzgeschichte zeigt, warum Verzeihen unter Freunden so wichtig ist.

„Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es jedoch zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.
Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: „Heute hat mich mein bester Freund geschlagen“
Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen nach kurzer Zeit zu einer Oase. Dort beschlossen die beiden, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb plötzlich im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Sekunde.
Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: „Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet“
Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich verletzt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?“
Der andere Freund antwortete:
„Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein verewigen, damit kein Wind es jemals auslöschen kann“
Eine wunderschöne Metaphergeschichte!

Die Metaebene

Ja, es ist schwierig zu erkennen, an welcher Stelle man sich in seinem Lebens-Lauf gerade befindet – ob er noch zielführend ist, wenn man sich ständig so getrieben fühlt, sich keine Zeit nimmt dafür auch mal auf eine Metaebene zu gehen, denn dann fällt es schwer zu erkennen, wenn man sich verirrt hat. Der junge Mann, in dem grad eingefügten Link – ein 8minütiges Video auf Youtube, erklärt so schön in seinem leichten bayrischem Slang, warum es so nötig ist ab und zu auf eine Metaebene zu gehen (auf eine höhere Sichtebene) um zu schauen was sich in eigenen Leben gerade abspielt. Weiterlesen

Bereit sein

Vor einigen Tagen fand ich diese wunderbare Übung im Netz und probierte sie auch gleich aus:

Die Steine-Loslass-Übung

Themen die dich schwer machen symbolisch als Steine loslassen.
Hier geht es um den Aspekt der Themen die uns, unser Leben und unseren Körper im übertragenen Sinne schwermachen. Wir wollen ja leichter sein.
Mit der folgenden Steine-Loslass-Übung senden wir an unser Unterbewusstsein einen starken Impuls, eine Botschaft, dass wir etwas Schweres in unseren Leben loslassen wollen. Hier die genaue Anleitung:

  1. Wähle als erstes ein Thema aus, welches in irgend einer Form dein Leben schwer macht oder sozusagen schwer auf dir lastet. Wähle dasjenige Thema aus, welches dir am „Schwersten“ erscheint.
  2. Nun besteht deine nächste Aufgabe darin einen schweren Stein zu finden, der symbolisch dieses Thema repräsentieren soll. Es kann ein Stein aus deiner Wohnung sein, aus deinem Garten, jedenfalls möglichst aus deiner näheren Umgebung.
  3. Wenn du einen Stein ausgewählt hast, so reinige ihn falls notwendig und schreibe dann mit einem Filzschreiber oder Permanentmarker dein ausgewähltes Thema auf diesen Stein. (Als Stichwort oder halt klein schreiben, so dass es drauf passt.)
  4. In den nächsten 3 Nächten legst du diesen Stein in dein Bett. Und zwar, wenn du das Gefühl hast, dieses Thema sitzt bei dir besonders im Bauch, dann lege den Stein im Bauchbereich in dein Bett. Wenn du das Gefühl hast dieses Thema sitzt dir besonders im Kopf, dann im Kopfkissenbereich, usw,
  5. Nach diesen 3 Nächten kommt dann das eigentliche Loslass-Ritual mit dem Stein. Du suchst dir nun in der Natur eine schöne Stelle für diesen Stein. Ideal kann zum Beispiel ein Fluss oder ein Bach sein, ein See oder du vergräbst ihn eventuell sogar. Es geht also einfach darum, deinem Unterbewusstsein zu zeigen, dass du dieses Thema (symbolisiert durch den Stein) loslassen möchtest. Das ist der rituelle Zweck, warum du den Stein der Natur übergibst.

Ja, ich weiß – manche halten sowas für völlig meschugge…. aber ich weiß um die symbolische Wirkung. Selbst Huber und Co. haben solche Übungen entwickelt. Ich erinnere mich an eine Imagination- sie ist ganz ähnlich wie diese hier (Päckchenübung) und dennoch konnte ich sie in der Phase, in der es mir noch sehr schlecht ging nicht machen. Ich sollte damals auch imaginäre Päckchen loslassen – etwas was ich nicht mehr brauche. Es hatte nicht funktioniert, ich konnte nichts – auch nicht eine Minute lang in den ausgedachten Abfalleimer tun. Ich hatte die Vorstellung, dass ich auf nichts verzichten konnte – weil ich alles brauchte um zu überleben – jedenfalls so schien es mir.

Vor einigen Tagen habe ich diese Übung gemacht – ich dachte mir ein Thema aus (es hatte sich aus meiner letzten systemische Aufstellungsarbeit so ergeben – es war die Schwere in meinem Leben, mein Hang alles so schwer zu nehmen), das ich gerne loslassen wollte – schon lange. Was ich damals in der Imagination nicht schaffte, gelang mir mit einem tatsächlichen Stein besser umzusetzen. Es machte sogar Spaß und ich fühl mich schon viel leichter.

Auf allen Ebenen muss man arbeiten und etwas für sich tun, wenn man etwas verändern will.

Ja, man muss bereit sein! Sonst geht es nicht.

 

 

Neue Sichtweisen

Vorgestern habe ich endlich meine neue Brille machen lassen. Seit 2 Jahren schieb ich es schon vor mir her. Es wurde festgestellt, dass ich schon längst eine brauchte, dass meine Fernsicht sich ziemlich verschlechtert hat.

Für mich gibt es keine Zufälle, sondern nur das was mir zufällt, das was ich resonanzmäßig anziehe, womit ich noch (aus welchen Gründen auch immer) in Resonanz gehe. Und das womit ich mich noch beschäftigen muss, weil es wichtig ist – noch zu erledigen ist, was ich noch betrachten soll, um weiter zu wachsen.

Für mich also ein Grund das genau anzuschauen. In der Nahsicht hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert. Lange hatte ich gezögert und es immer wieder hinausgeschoben – keine Ahnung warum – doch ich habe durchaus eine Ahnung ;).

Es war wirklich eine Überraschung, als ich durch die neue Fernbrille – zur Probe- zum ersten Mal sah – was ich alles sah? Mein Gott! Wirklich! Jetzt kann ich Menschen auf der anderen Straßenseite erkennen, die mir oft solche Rückmeldungen gaben wie: „Du kennst auch keinen mehr auf der Straße“. Wirklich interessant, dass ich ausgerechnet jetzt zum Optiker ging – wie gesagt, ich glaube nicht an Zufälle. Irgendwie erscheint es mir als Ausdruck, dass ich nun mehr an der Welt draußen interessiert bin, sich mein Sichtkreis erweitert hat.

Passt sehr zu meiner jetzigen Situation. Wie innen so außen – heißt es doch.

 

Es war sehr nötig Rückschau zu halten

eine Zusammenfassung zu machen, der letzten Jahre. Vielleicht ermöglichte hauptsächlich genau das überhaupt, dass ich einen neuen Weg gehen konnte.

Auch bin ich überzeugt, dass diese Reaktionen von anderen DISlern, auf meine neue Sichtweise z.B. im Beitrag ‚Schonungslose Betrachtungen‘ – sehr notwendig waren, bestätigte es mir doch, dass man alte Bande manchmal sehr klarsichtig lösen muss, bevor Neues überhaupt entstehen kann. Das Alte radikal hinter sich lassen ist sicher ein guter Weg, um ungestört den neuen Weg gehen zu können. Dennoch glaube ich, dass wir in einer Rückschau alles sammeln und mitnehmen müssen – was uns aus dem alten Weg hilfreich war, damit wir nicht blind den neuen Weg gehen. Die Essenz aus unserer ganzen Geschichte, alles was wir an Wissen und Fähigkeiten gesammelt haben, hilft uns auf dem neuen Weg.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es eine Gesetzmäßigkeit gibt, die da sagt, dass man – wenn man neue Wege geht – vom Schicksal nochmal geprüft wird – ob es einem wirklich damit ernst ist und es einen nochmal herausfordert – das Alte. Ja, man braucht Mut und Standfestigkeit, um neue Wege zu beschreiten – sich nicht vor lauter Angst in die Hosen zu machen, sich nicht beirren zu lassen von Menschen, die einen angreifen, weil man einen anderen Weg geht, nur weil er anders ist. Vielleicht ist da auch ein Stück Neid dabei, und der unsichtbare Vorwurf „ja, die ist mutig, ich bin es (noch) nicht“ – „ich bin noch nicht so weit, kann nicht“… und so ein Spiegel kann ganz schön weh tun, den will man vielleicht nicht sehen und deshalb muss er bekämpft werden? Ich habe keine andere Erklärung warum man sonst derart angegriffen wird, wenn man auf dem eigenen Blog sich schonungslos seinen früheren Fehlern stellt und von diesen Erfahrungen berichtet.

Es beschäftigt mich immer noch sehr, weshalb die Schilderung darüber – neue Wege, Verbesserungen – Wege aus dem Leid – über Befreiung – sich für manche so bedrohlich anfühlen. Damit meine ich ja auch meine Haltung, als ich selbst noch keinen Ausweg sah, mich noch in diesem Dilemma zwischen Leid und Verzweiflung befand. Dennoch hätte/habe ich mit Begeisterung in Blogs gelesen, in denen sie von ihren Erfahrungen geschrieben haben/hätten, wo sie schilderten, wie sich sich mit eigenen Bemühungen befreien. Ja, es gibt wenig Berichte zu diesem Thema. Auch deshalb schreibe ich hier! 

Möglicherweise habe ich gar keine DIS und Co., ich bin zwar Viele, aber vielleicht jenseits der Diagnose – habe mich oft nicht in die Schilderung von Experten und Co. finden können. Eine Unterwürfigkeit für mich nie in Frage kam, keine Anpassung gewollt. Meine Wehrhaftigkeit gegen fremde Beeinflussung war immer im Untergrund da, ich wollte immer mein Leben eigenständig gestalten – selbst nach meinem Unfall (wo ich körperlich völlig wehrlos war) habe ich mich gegen Bevormundung gewehrt. Vielleicht kommt das, weil ich schon immer von Kindesbeinen an allein für mein Überleben sorgen musste, (weil ich immer allein war) und jegliche Zuwendung von Menschen für mich eher etwas Schlimmes war.

Gerettet hat mir mein Überleben wahrscheinlich nur, weil mich die Natur (in der ich jede freie Minute flüchtete) in ihre Arme genommen hat. Dort fühlte ich mich geborgen, geliebt, und heile, konnte einfach sein. Von ihr wurde ich reich beschenkt, von ihr lernte ich alles was wichtig war, von ihr bekam ich die Liebe, die ich brauchte. Von ihr lernte ich, dass es eine wunderbare Welt jenseits der grausamen Menschenwelt gab – die wahre Welt, die mich rettete. Und deshalb wurde oder fühlte ich mich immer krank, wenn ich die Menschenwelt (die ich als Kind erfahren hatte) heilen wollte. Ich lebte in einer völligen Spaltung – die heile Welt und die kranke Menschenwelt und es half mir wahrscheinlich sehr nicht verrückt zu werden, weil diese heile Naturwelt für mich immer die wahre Welt war.

Mein neuer Weg scheint zu sein, sich langsam den Menschen anzunähern, zu lernen, dass nicht alle Menschen so sind, wie die aus meiner Kindheit. Nicht zuerst das Trennende zu sehen und zulassen, dass mich auch mit ‚feinen‘ Menschen etwas verbindet, denen man trauen kann, die einem nicht weh tun, die einen sogar lieben können, sympatisch finden, die einem selber ähneln, die wohlwollend sind, die es gut meinen mit einem. Wo man sich nicht nur mit Leidenden umgeben muss, weil man sich nur da verbunden fühlt – im Leid.

Eine neue Begeisterung hat sich breitgemacht, diese neue Welt, diese neue Art und Weise die Menschen wahrzunehmen und zu erkunden.

Die „Stubbser“ des Lebens

Vor einer Woche hatte ich diesen Beitrag geschrieben, aber er passt eigentlich immer:

und Ralf zitierte dazu auf https://zeitzuleben.de/daily-mail/?ck_subscriber_id=523095540

Das Leben hat die Tendenz, uns ab uns zu eine zu knallen.

Manchmal ist es nur eine leichte Backpfeife.

Manchmal aber ein mieser Schlag in die Magengrube.

Diese schmerzhaften Lektionen bekommst du im Leben umsonst.

Und die, die ihre Seele ein bisschen abgehärtet haben und an ihrer Gelassenheit und ihrem Optimismus gearbeitet haben, die können dann besser damit umgehen.

Ja, der Schmerz gehört zum Leben dazu und oft musst du nicht extra etwas dafür tun, er kommt frei Haus und von alleine.

Mit deinem Lebensglück ist das anders. Da ist Aktivität und Initiative gefragt.

Denn das Glück – so sagt es der Volksmund – ist mit den Tüchtigen. Und mit den Mutigen.

Ich wünsch dir heute viel Glück. Und ein dickes aber weiches Fell.

Ralf

Und ganz kostenlos können wir das bekommen – ist das nicht schön?

Jeden Tag ein weiser Hinweis! An manchen Tagen passen diese von mir abonnierten Hinweise – wie die Faust aufs Auge.

Und heute dachte ich: Ja, genau, wir bekommen diese Hinweise ganz umsonst vom Leben – so schön. Hinweise damit wir lernen, weiterwachsen können – wenn wir das wollen. Und ich glaube wir bekommen sie – selbst wenn sie uns schmerzhaft an etwas erinnern – aus Liebe – von einer höheren, weisen, wohlwollenden Stelle – die uns damit sanft (oder auch weniger sanft) den Weg zeigt – uns ein wenig schubbst – wenn uns der Mut verlassen hat, wenn wir ewig auf der gleichen Stelle rumkämpfen, wenn wir vergessen haben warum wir hier sind…..

Echtleben

Unlängst las ich auf einem Blog, dem ich sehr gerne folge – weil er so gehaltvoll und so nah an meiner Denke ist: „…mehr Echtleben und weniger virtuelles Scheinsozialleben…“

Wie wunderbar, denn es passt so gut grad in mein ’neues‘ Leben – ohne Therapie. Die Blogwelt ist nun mal virtuell und eben nicht wirklich echt – darf nicht zur Welt werden, die uns festhält in alten Seinsweisen. Das heißt ja nicht, dass die Blogwelt nicht durchaus ein hilfreiches Mittel ist für Dazulernen, für den Austausch, für das Festhalten des Momentes (zum nachlesen für später und damit auch reflektieren). Doch ausruhen darauf dürfen wir uns nicht und vor allem nicht wenn sie uns im alten Denken und Handeln festhält.

Es gehört wohl jetzt zu meiner Weiterentwicklung, dass das echte Leben jetzt mehr Gewicht bekommt. Und da passiert was ganz wunderbares. Ich bekomme stetig Rückmeldungen und Spiegelungen in meinem Echtleben, dass ich doch ganz normal bin. Dass ich nur eine von vielen bin, die ähnliche Probleme hat wie viele andere auf meinem Lebens- und Erfahrungslevel. Das ist eigentlich lustig, denn nachdem ich aufgegeben habe, so werden zu wollen wie die anderen – weil ich es eh nie schaffen konnte – (so dachte ich), und mich versöhnt habe mit dem Gedanken, dass es sowieso gut ist, wenn man anders ist als die Masse, kommt jetzt ganz von alleine, dass ich dazugehöre. Das Leben ist schon komisch, ich muss an den Text von Andre Hellers Lied denken: „…. das Leben ist eine Lehre, die man bekommt, wenn man sie nicht mehr gebrauchen kann….“ (So interpretierte und empfand ich diesen Liedtext immer).

Nein, ich kann das sehr wohl noch gebrauchen und es sogar genießen.

Oh, es ist schön – dazu zu gehören – nicht immer anders zu sein, zu wirken, zu glauben dass man es ist….. Es fühlt sich gut an – so menschlich – nicht mehr alienmäßig. Hätte ich nie gedacht.

Und ich mach mir natürlich Gedanken darüber, dass es nun so anders ist. Wie ist es gekommen? Was ist passiert, dass ich nun solche Erlebnisse habe, wo so etwas geschieht und ich es sogar in mich reingelassen habe – es glauben und spüren kann, dass es so ist? War es einfach die Tatsache, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, nicht mehr auf Hilfe von Außen zu warten? War es das Erleben, dass ich endlich erkennen konnte, dass ich stark genug bin (und schon immer war und es mir nur nicht zutraute, ohne Therapie weiter zu kommen?) War der Grund vielleicht, dass ich begriff, dass es jetzt endlich genug war,  mit der ständigen Wiederholung von alten Schmerz und alten Verletzungen? Hatte ich mir nur eingebildet, dass ich nicht dazu gehörte? War es einfach vielleicht, die Hinwendung zu einem anderen Focus, der Neues in den Blick nahm? War es einfach nur meine Entscheidung alles anders zu machen? War das Fass des Leids nun endlich randvoll? War ich es leid immer meine alten Wunden zu lecken? Oder haben die Solfeggio-Frequenzen geholfen alte Blockaden zu lösen? Was war passiert? Vielleicht war es alles zusammen: der Wille raus aus dem Leid zu wollen, Neues auszuprobieren, die Entscheidung alte Haltungen hinter mir zu lassen, nicht mehr so weiter zu machen wie bisher!

Eigentlich glaube ich, dass ich einen Trugschluss im Gehirn hatte – ich GLAUBTE – nein ich hatte verinnerlicht (per uralter Glaubenssätze), dass ich anders bin, nicht hierher gehöre. Habe auf die alten Stimmen meiner destruktiven Kindheit gehört, nichts dagegen gesetzt, sie geglaubt und danach gelebt, sie reingelassen, ihnen Macht gegeben und ihnen gefolgt und sie in mir ständig wiederholt (Du bist nichts wert, du kannst nichts, du bist Müll, gehörst nicht hierher usw. eine Art negativer Gehirnwäsche)

Also ich weiß nicht wie es passiert ist, dass diese Glaubenssätze nun nicht mehr wirksam sind, dass es mir jetzt möglich ist etwas anderes zu glauben und vor allem zu spüren – mich zugehörig – gar nicht mehr so unterschiedlich zu fühlen. (Natürlich mich nur  zu denen zugehörig fühle, die auch auf einem Weg des Wachstums sind, nicht auf dem ewig wiederholenden alten oder in die destruktive Richtung gehenden Weg – zu denen fühle ich mich natürlich nicht zugehörig, z.B. den Welt- und Klimazerstörern, AFD, Hetzern, Egoisten….z.B.)

Seit einiger Zeit schon spiegelt mir mein Draußen – mein echtes Leben, immer mehr, dass ich doch ganz normal bin, kein besonders gestörter Mensch, keiner der nicht richtig tickt, sondern einer der ähnliche oder gleiche Erfahrungen macht wie manche Nebenfrau oder -mann und damit ringt, auf konstruktive Weise, sein menschliches Schicksal anzunehmen –  sondern, dass man ganz normal ist und kein Alien mehr.