Schonungslose Betrachtungen

Das ist jetzt der letzte Bilanzierungsbeitrag (vorläufig – man sollte ja schon öfter mal im Leben anhalten und zurückschauen auf das, was man gelernt hat 🙂 – sonst übersieht man dieses Neue vielleicht sogar). Diese Rückschau war wirklich wichtig!!!

Dieser Beitrag ist der schonungsloseste Beitrag und fasst alles zusammen, was für mich wichtig ist auf meinem Weiterentwicklungsweg. Jemanden, der noch mittendrin steckt in Wiederholungen – wird er nicht gefallen. Aber die, die schon Neues, Anderes eingelassen haben und Entscheidungen in Richtung neues Leben getroffen, statt Weiter-Leiden – in ihrem altem System – werden den Beitrag zulassen können und vielleicht auch einiges wiedererkennen.

Ich weiß, dass mein Weg ein ziemlich ‚unverblümter‘, extremer und krasser Weg ist, der sicher nicht für jeden ist. Wir haben uns nicht geschont, wir haben mutig Neues ausprobiert, und uns nicht mehr von den alten, angstvollen Stimmen (Innenkinder) bremsen lassen. Wir haben neue Erfahrungen zugelassen, zitternd oft und mit dem Chaos der schreienden Innenstimmen, uns bewusst gemacht, dass ich als starke Person nur den Kindern in uns helfen kann, wenn ich nicht genauso hilflos und ängstlich reagiere. Sondern ihnen zeige, dass es doch – auch wenn sie es sich nicht vorstellen können, andere Möglichkeiten gibt, die uns nicht umbringen. Es ist es mein individueller Weg, der mir geholfen hat aus Wiederholungsschleifen herauszukommen. Für mich unschätzbar wertvoll.

Hätte ich Hilfe von anderen annehmen können – als ich noch Therapie machte? Ich bezweifle es. Diese Diagnose DIS/DDNOS vor ca. 5 Jahren hat (und natürlich auch der Unfall) mein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Die alte Sehnsucht war wieder erwacht, dass Hilfe von Außen (stellvertretend für die nie gekannte, nie erhaltene Liebe und fehlende Aufmerksamkeit und Hilfe als Kind) mich retten könnte, damit ich endlich das bekomme was mir zugestanden hätte – so wie jedem Kind. Verständnis von Außen war nicht zu erwarten – wie auch? Aber dennoch erwarteten wir es – schon seltsam – und wir bekamen es nie – weder in den Therapien noch damals. Wie kann man von Uno-Therapeuten z.Bsp. auch erwarten, dass sie Verständnis für Menschen haben die erwachsen sind oder gar schon alt und sich verhalten wie Kinder. Sowas kann vielleicht noch den Kindern in Therapie gegeben werden und selbst da mangelt es oft an Einfühlung.

In dieser verzweifelten Suche nach der Reparatur meiner Kindheit (und allem was mich damals leiden ließ) wollte ich nicht glauben, nicht einsehen, dass die Vergangenheit zwecks Heilewerden, niemals neu aufgelegt werden kann oder die Schmerzen von damals weggehen könnten. Ich war gefangen in der Illusion, dass alles schmerzhafte, quälende, verzweifelte Sein, endlich erlöst und ersetzt werden kann durch Aufmerksamkeit, Zuwendung, Verständnis von einem fremden Menschen (Therapeuten – gegen Bezahlung). Jedes Wort von jemand, der diese Ansicht, diesen Glauben nicht vertrat wurde zu jemande, der einfach nicht verstand, der doof war, oder er wurde gar zum Feind – musste bekämpft werden, denn es sah so aus, als wäre er gegen uns – gönne uns keine Heilung, oder war einfach unwissend.

In dieser Phase der Hoffnung auf Wiedergutmachung, Beseitigung unseres Leids durch jemand der bezahlt wurde, der ein Experte schien und sich für uns einsetzen müsste – weil er Bücher geschrieben, viel Geld in Ausbildung gesteckt hatte, der doch helfen müsste, der schon so viele Jahre Therapien mit Menschen dieser Art Störung gemacht hatte ….solche konnten nicht falsch liegen, sie würden uns doch wirklich helfen können/ müssen, – es stand uns doch zu… es konnte doch nicht sein, dass diese Koriphäen mit ihren Heilsversprechen alle falsch lagen. Sie mussten recht haben, man musste ihnen nur vertrauen und jeglichen Widerstand aufgeben, sie wussten doch was uns half – oder nicht?

Es gab in dieser Zeit viele Menschen, die uns wohlgesonnen waren und gute Sachen sagten, die uns die Augen hätten öffnen können…. wir verwarfen alle… Es waren doch nur einfache Menschen, ohne therapeutische Ausbildung, was konnten die schon verstehen, die hatten ja keine Ahnung und sollten still sein.

Nein, damals hatten jahrelang keine klugen Menschen, keine nahen Menschen eine Chance, dass ich es auch nur erwägt hätte zu prüfen, was daran vielleicht stimmen könnte (sie glaubten zu wissen, was sie gar nicht wissen konnten, weil sie es nicht selbst erlebt hatten, keine so Schreckenskindheit hatten….so dachte ich). Ich war ein DISler (und passte mich dieser Szene völlig an) und es gab nur einen Ausweg – Therapie! Ich war doch besonders geschädigt, durch Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung und wer weiß, vielleicht hatte ich sogar einen rituellen Missbrauch erlebt (wie einige im Blog das für mich mutmaßten) – eine seltene Programmierung, die niemand außer besonders ausgebildete Therapeuten überhaupt knacken konnten. Und ich fand immer mehr Einzelheiten von Grausamkeiten, an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte, aber jetzt plötzlich ganz klar waren, ich musste sie nur anders betrachten, ich hatte sie verdrängt, verdisst … – woher sollten sonst solche Erinnerungen und Zustände kommen.

Ich ging regelrecht auf die Suche im Innern, was da noch Schlimmes war in meiner Kindheit – was erklärte warum ich mich schnitt, mich so verrückt fühlte, mich andere so seltsam fanden, mich wie ein Alien fühlte…. Wer suchet der findet. Oh ja, ich fand jede Menge, Nadeln im Heuhaufen – alles konnte irgendwie verdreht werden. Die Spinne an der Wand löste Todesangst aus, der kleinste blaue Fleck an meinem Körper wurde zu einem Geheimnis, das mir jemand angetan hatte und ich verdrängen, verdissen musste. Sonst jemand, der seinen Körper eher nicht beachtete, vermutete hinter jedem Halskratzen, einen früheren Mordanschlag, bei dem ich gewürgt wurde, jede Erkältung hatte einen Grund warum ich nicht mehr atmen konnte und brachte Ängste hervor, die ich vorher nie beachtet hätte.

Alles wurde bedeutungsvoll und hatte Bezug zu meinen Schrecklichkeiten in der Vergangenheit. Eigentlich war nichts mehr an mir normal. Ich hielt nur noch Ausschau nach dem, was mich früher so geschädigt hatte, dass ich kaum überleben konnte. Jetzt war ich wichtig, jetzt war ich im Fokus von dem einzigen Menschen (Mutterersatz) der mich retten konnte, der mit mir fühlte (was niemand in meiner Kindheit tat) mich endlich so anerkannte wie ich war: ein Häuflein Elend voll Schmerzen und Ängste, in völliger Hilflosigkeit – wie damals als Kind. Und es bestätigte mich so sehr, dass so viele in der Blogwelt ähnliches (ähnliche Schmerzen, ähnliche Verzweiflung und Ausweglosigkeit….) fühlten und es tat gut, denn es tröstete, man tröstete sich gegenseitig, bekam Mut zugesprochen (den Zustand aufrecht zu erhalten), man beteiligte sich an der Hierarchie: Schlimm – schlimmer – am schlimmsten – am allerschlimmsten…. Wir bliesen alle ins gleiche Schmerzhorn (je mehr Schrecklichkeiten, desto mehr likes und tröstende Kommentare). Wenn jemand einen anderen Weg ging oder in Erwägung zog (z.B. für Täter/Eltern Verständnis zeigte, sie nicht gnadenlos verbannte und alleinige Schuld zuwies oder gar ein spirituelles Weltbild oder Gott miteinbezog) so wurde man ausgegrenzt, zum Aussenseiter in den eigenen Reihen, wurde zum Störfaktor. Der einzige Weg war nun mal Therapie.

Tja, leider funktionierte das nicht, jedenfalls nicht bei mir. Vielleicht war ich doch gesünder als so manch andere DISler, hatte noch Anteile in mir, die sich nicht vollständig abhängig machen wollten. Gottseidank war es so. All die Enttäuschung von und durch diese „Allmachtspersonen“ brachten es zu Tage, dass all das Wühlen in vergangenen Schmerzen es nicht wert war – mich wieder zu einem Wesen zu machen, dass völlig hilflos allem ausgesetzt ist, wie damals in der Kindheit (alles für Brosamen von bezahltem Mitgefühl einmal 50 Min. die Woche). Wir waren erwachsen und konnten handeln. Es war gut, dass ich zu stolz war (noch ein Quentchen Hochachtung von mir gerettet hatte) um mich nicht hinunter in die Abwärtsspirale fallen zu lassen. Es war gut, dass ich schließlich merkte, dass ich für mich der einzige Experte sein konnte, der einzige, der mich so gut kannte (meine Lebensgeschichte, meine Gefühle, meine Ideen, meine Kreativität).

Ich glaube für die DIS-Szene bin ich ein Verräter aus den eigenen Reihen. Aber es geht nicht um deren Leben – sondern um meines. Wir haben Schlimmes erlebt, das steht zweifelsfrei fest – sogar nachgewiesen durch Verwandte und damalige Nachbarn und Polizeianzeigen. (Es wird nicht ohne Grund der Mutter das Erziehungsrecht genommen und ein amtlicher Vormund eingesetzt, das war zu meiner Zeit als ich Kind war noch sehr selten, schließlich gab es da auch noch das Recht seine Kinder zu verprügeln) Zwar wusste niemand etwas vom Missbrauch (wie auch, der ist im Verborgenen passiert und Jahrzehnte war er sogar in mir verborgen) Das reicht, mehr brauchen wir nicht wissen, mehr brauchen wir nicht suchen, wir brauchen nicht noch mehr Beweise – es war schlimm genug.

Aber wir sind nicht allein auf der Welt – soviel schreckliche Sachen passieren Kindern jeden Tag, heute noch, in allen Ländern der Welt, und sie bekommen keine Aufmerksamkeit, sie leiden still und sterben still, von niemanden beachtet. Wir sind nichts besonderes, unser Leid ist nur einmalig für uns – es gibt so viel Leid – das von niemanden gesehen, beachtet oder wahrgenommen wird. Widmen wir uns lieber dem nicht beachteten Leid in unserem Umfeld. Helfen wir da ein wenig Leid zu lindern wo wir können. Statt stetig unsere Wunden zu lecken.

9 Gedanken zu “Schonungslose Betrachtungen

  1. Eines vorab: Ich empfinde dich nicht als Verräter. Der Blick jedes Einzelnen ist zu seiner bestimmten Zeit jeweils ein anderer. Das was ein Multi für sich empfindet und als Weg sieht, ändert sich, wenn er bereit ist, (s)einen Weg zu gehen und nicht nur auf der Stelle stehen bleiben zu wollen. Und im Nachgang mag dann der eigene Blick aufgrund des eigenen neuen Verständnisses komplett korrigiert werden müssen. Ich finde wichtig, dass man den Gedanken, den die Fachleute in Spiel bringen nicht außer acht lässt: „Für den Betroffenen ist es so […]“.

    Allerdings halte ich es auch nicht für eine Szene – vielmehr ist es ein loser Austausch von sehr unterschiedlichen Menschen mit einer ähnlichen Diagnose. Und da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Egal ob ich den persönlich richtig oder falsch finde, habe ich zu respektieren, dass der andere diesen Weg wählt.

    Das ist im Übrigen bei jeder Diagnose, jedem Lebensstil und jeder persönlichen Entscheidung so. Tausende von Krebspatienten sind in Selbsthilfegruppen organisiert. Da sind ganz viele dabei, die einen klassischen Behandlungsweg wählen; sicher eine große Anzahl, die alternative Wege gehen und wieder andere, die sich entschieden haben sich gar nicht behandeln zu lassen. Welcher Weg ist da der richtige oder der bessere? Keiner – es ist eine persönliche Entscheidung. Egal wie vernünftig ich die eine oder andere finde.

    Ich freue mich aber, dass du für dich einen Weg gefunden hast, der dir wesentlich mehr bringt als Wege, die halt nicht deine sind. So wie ich auch einen anderen Weg für mich gewählt habe und sich mein Blick auf mein eigenes Ich im Laufe der Jahre völlig verändert und weiterentwickelt hat.

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    • Also ich schreibe eine Antwort für alle, die bislang geschrieben haben: Nochmal, ich habe von MIR geschrieben, es war MEINE Bilanzziehung – ich habe extra geschrieben, dass mein Weg sicher nicht für jeden geeignet wäre… und ich habe auch geschrieben – zusammengefasst – wie ich noch vor einem Jahr dachte, wie ich fühlte – nichts anderes und ich schieße gegen niemand (denn dann müsste ich ja auf mich selber schießen Benita). Warum mir der Gedanke kam, dass andere mich für einen Verräter halten in der DIS-Welt? (die hier schrieben), war, dass ich aus dem ausgestiegen bin und nicht mehr mitmache, was ich damals ganz ähnlich empfand, all das was ich selbst gedacht, gefühlt, geschrieben habe. Und ja, ich will dorthin nie mehr zurück – ICH – ich lehne es ab da nochmal hineinzugehen – ich will und wollte nicht mehr leiden (hatte die Schnauze eben voll vom ewigen Leiden, das schon langsam meine Natur wurde). Es war ein radikaler Schnitt, ein radikaler Weg, den ich klar vor mir gesehen habe. Und ich konnte auch nicht mehr erkennen, dass mir noch jemand von früher auf meinen neuen Weg folgte, (nur noch vereinzelt bekam ich noch Kommentare). Was ich auch so bewertete, dass man an meinem Weg auch nicht weiter interessiert war. Es ist also einfach ein weiterer Bilanzbeitrag und MEINE neue Sicht der Dinge, die ich jetzt zum Glück nicht mehr mit meiner alten Sichtweise teilen muss. Ein radikaler Schnitt hierzu finde ich unerlässlich wenn eine völlige Kehrtwende notwendig ist. Ich habe mich verändert.
      Und nochmal: Ich schreibe von mir und der Einordnung meiner Erfahrungen mit mir selbst, dazu brauchte ich aber die früheren Erfahrungen, um mich damit auseinander setzen zu können. Aber ich habe auch schon öfter mal gehört, dass man, wenn man die Sicht im Blog und seinen gewohnten Lesern ändert, dass man dann angegriffen wird. Das war mir klar, als ich diesen Beitrag raus gab. Und Sonrisa, ich brauche mich nicht als Verräter fühlen, wenn ich zu einer anderen Sicht der Dinge komme. Danke für die Erinnerung. Wer auch immer hier liest – vergesst nicht, ich schreibe über mich, meine Erfahrungen. Das Thema Dis hat mich jetzt 5 Jahre seit der Diagnosestellung beschäftigt und ich habe mich nun davon gelöst, weil es mich nicht wirklich weiter brachte. Ich habe vor diesem Beitrag auch nur über all die Dinge geschrieben, die ich für hilfreich hielt außerhalb von der DIS-Szene (damit meine ich die Menschen, mit denen ich vorher durchaus Gleiches teilte, jetzt aber sehe, dass es mich in die Irre führte. Das habe ich korrigiert. Nicht mehr und nicht weniger!

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  2. Echt? Empfindest du das so? Für mich nicht: Für mich hast du viel ausprobiert und gehst nun den Weg bewusst ohne professionelle Hilfe. Eine Möglichkeit und um nichts schlechter als mit Profi-Hilfe, sofern du dein wohl dabei im Auge hast. Aber das kann man meiner Meinung nach eh nicht outsourcen. Warum siehst du dich als verräterin? Lg s

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  3. Wenn wir nur wüssten, wer diese DIS-Szene sein soll, die du so ablehnst und ja auch vorführst. Melinas/Pollys, ich frage mich, wer bist du entscheiden zu können, was für die anderen gut ist und was sie alles falsch machen? Von dem was du auf den Blogs liest meinst du darauf schließen zu dürfen bzw. können?

    Warum musst du dich permanent an jenen abreagieren, die in deinen Augen sowieso alles falsch machen, weil sie noch in Therapie sind und sogar über Erlebtes schreiben? Weshalb kannst du nicht einfach glücklich sein dass du den für dich richtigen Weg gefunden hast und die anderen ihren für sich richtigen Weg gehen oder suchen lassen? …… Jetzt einmal ehrlich, wir schätzen dich, sonst würden wir nicht immer wieder lesen und auch heute hier nicht kommentieren, aber so wichtig bist du nicht, dass ich mir Gedanken machen würde, ob Melinas/Pollys eine Ketzerin ist, weil sie gegen Therapie ist und ihren anderen Weg geht. Wir freuen uns für dich, wenn dieser Weg dir gut tut, das ist alles! Es wäre sehr schön, wenn du uns gegenüber, die wir auch Therapie machen, auch so empfinden könntest.

    Wohlwollende Grüße
    „Benita“

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    • oh… wir gehen auch in Therapie und schreiben in unserem blog über vieles… und unseren weg… ich bin gerade überrascht über euren kommerntar weil wir herauslesen, das euch der eintrag von pollys verärgert hat. wir haben allerdings gar keinen angriff seitens der pollys wahrgenommen … auch kein vorführen oder ablehnen… :O ich frage mich gerade, wieso das so ist…

      ich kann euren ärger voll verstehen. aber ich glaube pollys wollten gar niemanden angreifen sondern nur IHREN Weg mitteilen und das was für SIE daraus resultiert… ist… (war das jetzt ein logischer satz?).. keine Ahnung 😀 … ich finde eigentlich sogar ziemlich mutig von pollys, so selbstreflektiert (so hart! selbstreflektiert) darüber nachzudenken.

      manchmal denken wir, das sollten wir auch tun… (Wir wurden aber auch extrem von einer Therapeutin beeinflusst im letzten jahr… alles was wir taten/denken/fühlten war von tätern gemacht, wir hatten laut ihr KEINEN freien willen… alle Verletzungen waren ausschließlich vom täterkontakt,— denn menschen mit rg können sich nicht einfach mal stoßen)… das waren Sachen, die uns furchtbar wütend gemacht haben. Als wären wir wegen unserer geschichte nicht trotzedm noch eine eigenständige Person mit echten gefühlen und Gedanken etc.

      als wir uns von helfern abgekapselt haben, haben wir auch echt Sachen von anderen betroffenen lesen dürfen, über die wir mächtig schlucken mussten. es tat weh, weil so wie sie schrieben, wir für sie bloß eine Ausgeburt der Täterkreise sind. als wären wir ein durch und durch programmiertes objekt ohne eigene Gedanken Gefühle… blabla (siehe oben)… dass aber ein abkapseln von helferkreisen ganz gewiss auch eine freie (gesunde) Entscheidung sein kann, das haben nicht viele verstehen können.

      wir verurteilen NIEMANDEN der in Therapie geht (weil wir ja jetzt dann auch eine anfangen, was aber echt der größte zufall der Weltgeschichte ist, dass wir auf die thera gestoßen sind). wir finden absolut jeden weg so richtig, wie er für den betroffenen am besten ist…

      ich glaube, dass pollys da auch so denkt. ich glaube nicht, dass sie betroffene die hilfe von Therapie in Anspruch nehmen als „schwach“ oder so empfindet oder sie vorführt… (zumindest habe ich mich jetzt nicht so gefühlt – und ich zähle mich auch zu den leuten, die sich bei helfern Unterstützung suchen) … oder habe ich da beim lesen irgendwas „wegdissoziiert?“ (:D wenn man uns „angreift“ hören wir das meistens gar nicht – deswegen kann man mit uns auch nur so schlecht streit oder Diskussionen anfangen 😀 )

      versteh mich nicht falsch, ich kann euren ärger totaaaaal verstehen…. aber ich glaube, pollys hat das wirklich nicht so gemeint (ohne jetzt irgendjemanden in schutz nehmen zu wollen)… sondern hat eher ihren eigenen weg sehr hart selbstreflektiert

      ganz liebe grüße

      Gefällt 2 Personen

      • Ich antworte Dir noch über email – die Angriffsemails habe ich hier nicht mehr abgebildet…. Dies ist ein konstruktiver Blog – hier werden nur noch konstruktive Beiträge zugelassen (konstruktive Kritik eingeschlossen)

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  4. Liebe Leute, mit einigen von Euch habe ich 2 Jahre lang mich ausgetauscht und viele von Euch sind mir ans Herz gewachsen und ich habe wirklich nix – gar nix – gegen Euren Weg, gegen Euren Therapieweg, ich greife auch niemanden an…. Ich weiß es ist schwierig, dieses Thema, aber es ist mir wirklich wichtig, dass ich authentisch bleibe mit MEINEM Weg (nirgendwo werdet Ihr – (wenn ihr in dem Blogbeitrag ernsthaft ohne Euch gleich angegriffen zu fühlen – lest) – finden, dass ich Euren Weg falsch oder nicht richtig oder s.ä. geschrieben habe – ich schreibe nur meine Sichtweise und beschreibe im Bilanzierungs-Prozeß lediglich wie ich mich gefühlt habe, zu welchen Erkenntnissen ich für mich gekommen bin und warum ich durch diese Erkenntnisse jetzt etwas anderes Leben will und werde. Ihr könnt mir noch 1000 Mal vorwerfen – ich würde Euch und Euren Weg angreifen – es ist nicht so – es ist Eure Interpretation, Eurer Gefühl, dass Ihr angegriffen werdet (kennen wir auch alles). Geht Euren Weg wie Ihr ihn gehen wollt und müsst und wenn Ihr meine Art des Austiegs aus dem Alten als Angriff seht – ich kann es nicht ändern. Es liegt an Euch mir zu glauben oder nicht. Es ist alles gesagt dazu, was es dazu zu sagen gibt.
    Da noch weitere Kommentare gekommen sind, die was ähnliches schreiben – ich bin es leid mich zu wiederholen. Die Wahrheit ist die Wahrheit und ich stehe zu meiner und ihr müsst zu Eurer stehen.

    Gefällt 1 Person

  5. Ich muss unsereins & me ABSOLUT recht geben in dem, was er schreibt: „Und da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Egal ob ich den persönlich richtig oder falsch finde, habe ich zu respektieren, dass der andere diesen Weg wählt.“
    Denn genau DAS habe ich mir auch gedacht, als ich euch gelesen hab. in vielem erkennen wir uns ja auch wieder, was ihr schreibt (wir schrieben euch mal dazu ne Mail, weil als Kommentar wäre das zu lang). Und wir finden überhaupt nicht, dass ihr Verräter seid oder sonst was.

    Wir respektieren den Weg von JEDEM einzelnen Menschen, egal wer ihn wie gehen möchte. Das einzige, was wir gar nicht tolerieren (können?), ist wenn ein Mensch in Selbstmitleid versinkt und immer über dieselben Sachen klagt, ohne etwas aktiv daran zu ändern. Da gibt es für uns keine Ausreden.

    Aber sich selbst zu helfen – egal auf welchem weg – ist doch der Hauptgrund. Die SELBSTHILFE! Das ist es ja auch, wenn man Therapie macht. Therapie soll ja keine „Fremdhilfe“ sein. Sondern auch lediglich ein … keine Ahnung… Leitfaden? Eine Unterstützung? Warum sollte man die nicht auch in anderen Dingen finden können?

    Kann doch allen egal sein, wie man seinen eigenen „Genesungsweg“ geht (solange dabei andere nicht zu Schaden kommen), wenn es dem Betroffenen selbst dabei gut geht!

    Ich finde euch toll und ihr habt echt meinen größten Respekt vor so viel harter Selbstreflektion und Eingeständnis. Das bedeutet nämlich echt Mut.

    Ganz liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

  6. Pingback: Sich von unliebsamen Gewohnheiten trennen | Pollys Leben ohne Therapie

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