Die richtigen Fragen?

Zur Zeit geht es in den DIS und Co. Blogs um das Thema, was sie nicht können….. Darauf habe ich bei einem sogar den Tipp als Kommentar geschrieben: vielleicht mal schreiben was man alles kann?

Nur zum Vergleich (und zum „Spaß“) beschäftige ich mich mal mit allem (was übrigens einige schreiben was sie können und ich nicht) was ich nicht kann, bzw. nicht können will, weil es mir einiges abfordert:

Zum Zahnarzt gehen (bin schon über 2 Jahre nicht gewesen, hab zum Glück immer nur Zahnstein, weil ich meine Zähne ordentlich pflege, und da gibt es recherchierte Mittelchen, die den Zahnstein helfen fernzuhalten). Ich tue mir arg schwer um rechtlich mir zustehende Mittelchen einzufordern (z.B. alle 3 Wochen zum Physiotherapieschein abholen, immer die selben Sprüche: Aber Sie sind doch erst vor 3 Wochen da gewesen…. (Dabei bin ich außerhalb des Regelfalls wegen meines Unfalls.) Auch den Wohngeldantrag stellen – kostet mich unglaubliche Überwindung, überhaupt das Betteln bei den Ämtern, sich bürokratisch immer wieder aufs Neue „nackig“ machen. Manchmal verzichte ich lieber auf mir Zustehendes, obwohl ich es bräuchte, weil meine Rente so klein ist und kein versorgender Ehemann da ist. Also für mich kämpfen geht irgendwie gar nicht.

Zu Ärzten gehe ich so gut wie nie – Vorsorgeuntersuchungen auch nicht – zum Frauenarzt war ich seit der Schwangerschaft nicht mehr – das ist der Horror – überhaupt meide ich die Ärzte wo ich kann. Den KG-Schein hol ich bei der Vorzimmermamsell ab. Für mich kämpfen mag ich nicht – da kommen bei dem blöden Gewäsch der machthungrigen BeamtInnen z.B. immer meine Verteidiger raus, das ist nicht lustig – für beide Seiten. Alles was Stress macht versuche ich zu vermeiden – geht ja jetzt im Rentenalter immer besser. Man sagt einfach man ist schwach und krank und schon klappts – glaubt einem jeder.

Doch viele Jahrzehnte habe ich alles gemacht was eine Mutter eben tun muss – für andere konnte ich schon immer gut kämpfen – für mich nie. Ich weiß nicht wie viele tausende Tage ich mich mit Grauen in die Arbeit geschleppt habe, völlig ausgepowert, krank, in schlechtes Arbeitsklima, morgens um 4 in den Frühdienst oder halb tot wieder um 6 Uhr morgens nach Hause. Und da habe ich auch gekämpft für uns alle für bessere oder gegen unhaltbare Arbeitsbedingungen, für Schwächere, die sich nie wehrten… eine endlose Liste. Aber für mich ist mir die Mühe immer noch nicht wert zu kämpfen – leider habe ich das noch nicht gelernt.

Ja, ich kann immer noch nicht um etwas bitten, fällt mir extrem schwer, aber ich überwinde mich, denn alle Menschen sind irgendwann aufeinander angewiesen, ich bezahle lieber, will niemand etwas schuldig sein, lieber nicht bitten. Ja, das kann ich immer noch nicht.

Nein, ich will nicht länger suchen – dort wo ich noch viele Sachen finden könnte, was ich immer noch nicht kann. Ich will den Fokus auf das richten, was ich inzwischen recht gut kann, vielleicht nicht perfekt, aber gut und ausreichend und noch haben wir Zeit auch noch etwas dazu zu lernen, etwas Neues auszuprobieren und mich mutig in neuen Situationen zu bewähren – mich messen ob ich stärker bin als meine Angst und meine Trägheit.

 

4 Gedanken zu “Die richtigen Fragen?

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