Selbstwirksamkeit und wählen

Wir haben genug von all den Diagnosen – wir sind keine Diagnose sondern ein Mensch. Und ehrlich gesagt – mir haben nur Menschen geholfen – Therapien haben alles schlimmer gemacht (abhängig, bedürftig, und das Schwache und das Unabänderliche, das bekam immer mehr Gewicht und war ausschließlich im Fokus). Menschlichkeit und wahre Freunde sind das was wirklich hilft. Und der Glaube an sich selbst. Nicht so eine künstliche Situation mit dieser Hierarchie kann uns heilen. Menschen auf Augenhöhe und nicht Diagnosen heilen und die scheinbar so allwissenden Theras verbiegen nur unsere wahre Identität mit ihren Konzepten und Schubladen.

Ich habe in meinem Leben viel Schlimmes erlebt – vor allem in der Kindheit – und später habe ich es aus einem Nichtwissen heraus – weiter mir selbst angetan. Wiederholt was meine Eltern mir antaten – mich selber abgewertet – geglaubt ich sei wertlos – alles was an mir gut und richtig war nicht anerkannt – nicht glauben können, dass ich etwas wert bin, wie jeder andere….. dass ich doch auch berechtigt bin zu leben, konnte ich nicht glauben – und ich dachte in meinem jungen Erwachsenenalter so lange, dass ich erst geholfen kriegen muss, um mich heile zu fühlen, dass ich es nicht allein schaffen würde mich wert zu schätzen, dass ich erst so ticken muss wie alle anderen. Und ich glaubte den Therapeuten, dass wir sie brauchen und wir ohne sie vollkommen hilflos sind.

Und dabei war ich doch schon ein wertvoller Mensch, der soviel gut machte, der sich ernsthaft Mühe gab niemanden zu verletzen, ein gutes, ehrliches Leben zu leben – trotz all meiner Altlasten, die ich mit mir herum trug und immer noch z.T. trage. Ich entwickelte eine Stärke, stellte mich den Herausforderungen, verweilte nicht in dem Gedanken, ich müsse geschont werden weil…..  Ich habe mein Bestes gegeben und brauche keine Absolution von Therapeuten oder anderen Menschen – langsam ist es immer klarer vor meinen Augen, dass ich wirklich viel geleistet habe. 

Gut, meine harte Kindheit, hat meine Kraft gestählt, und wahrscheinlich bin ich von Haus aus jemand der mit sehr viel Energie geboren wurde – sicher hat nicht jeder soviel Überlebenskraft mitbekommen und trotz Trauma entwickeln können. Wir wurden von niemanden bemitleidet, keiner half uns – wir waren es eigentlich gewohnt uns selbst zu helfen, das macht stark.

Aber für uns steht inzwischen fest, an oberster Stelle steht die Selbstwirksamkeit (nochmal bestätigt durch die 3 letzten misslungenen Therapien – ich habe ja schon immer am meisten für mein Leben lernen können – durch mein „Trotzdemleben“). Das heißt nicht, dass wir nicht trotzdem von anderen Menschen (Freunden z.B.) bereit sind Hilfe anzunehmen, wenn sie grad angeboten wird, von jemanden, der es ehrlich meint (nicht wegen der Bezahlung) oder es sich ergibt. Wir werden uns aber nicht mehr auf irgendwelche Theorien und Angebote, von sog. (praxisuntermalten)  Fachleuten verlassen, sondern überall da lernen, wo sich Gelegenheiten dafür bieten – von allem und jedem, was wir als sinn- und wirkungsvoll erleben.

Das Leben bietet so viele Möglichkeiten sich zu erweitern und dazu zu lernen und es gibt so viele Wege, die durchaus auch hilfreich sein können und uns weiterbringen. Lange genug haben wir Fachleuten zugehört und auch partiell geglaubt und angenommen, dass sie klüger und erfahrener sind als wir selbst. Ich kenne ein paar Psychologen und Psychotherapeuten, die weit selbstUNwirksamer sind, mit anderen Worten sich selbst nicht helfen können, obwohl sie neutral gesehen unter besseren Umständen aufgewachsen sind – aber ich möchte nicht mit ihnen tauschen.

Wir sind Licht haben wir in der Geschichte von Donald Walsch gehört im vorletzten Beitrag und damit wir es in uns erkennen und vor allem erfahren können, brauchen wir die Dunkelheit. Unsere Vergangenheit ist dunkel gewesen, jetzt lassen wir uns gehen ins Licht – das wir auch sind.

Wir wollen uns immer weiter weg von den Schrecklichkeiten und Dramen aus der Vergangenheit entfernen, die in unserem Leben passiert sind – und nicht auch noch die restliche Zeit unseres Leben damit verbringen – hypnotisiert auf die ach so klugen theoretischen Erkenntnisse der Fachleute aus Psychologie mit allen ihren Zweigen nicht mehr verlassen (und falschen Diagnosen, die wir zuhauf bekommen haben).  Eigentlich sind wir froh, dass wir zuletzt auf so eine total unfähige Therapeutin gestoßen sind, das hat uns die Augen geöffnet.

Wir brauchen keine lebenslängliche Therapie um unsere Wunden zu lecken, wir verzichten auf die Anerkennung unserer Vergangenheitsverletzungen von Fremden, wir allein wissen was wir durchlitten haben, was wir geleistet haben, was wir wert sind, wie wir unser Leben gemeistert haben ohne endlose Therapiejahre und ewiges Perpetua mobilia Schmerz zu wiederholen und zu wiederholen. Genug ist genug!

Ja es ist schwer zu akzeptieren, dass wir trotz unseres schweren Lebens nicht eine Sonderbehandlung verdienen, anzunehmen, dass wir kein Mitgefühl dafür erhalten – so läuft das Leben eben nicht. Das Leben ist kein Paradies, man muss sich nur umschauen, keiner hat ein Leben ohne Enttäuschung und Schmerz und wenn man die Augen aufmacht geht es uns doch noch gut. Wir haben ein Dach über dem Kopf, zu essen, ein Bett, Freunde, Kraft und Mut…. – so viele haben nichts von all dem – ich will mich nicht beschweren sondern dankbar sein und denen was geben, die nicht das alles haben oder sich allein hilflos fühlen. Wir werden nicht glücklicher oder heiler, weil wir glauben die Therapie kann das machen. Nur wir selbst können das, indem wir die Gegebenheiten annehmen und uns anerkennen so wie wir sind, so wie wir geworden sind mit unseren Paketen auf dem Rücken.

Wir haben unsere Erfahrungen gemacht und genug durch unser Leben gelernt, um auf die Steigerungen im Schlimmen verzichten zu können und mal die Selbstwirksamkeit als wertvoll zu erachten, und sie würdigen. Wir richten nun den Blick so gut wir können auf das, was in uns heile geblieben oder geworden ist – das ist doch mal was anderes.

5 Gedanken zu “Selbstwirksamkeit und wählen

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