Ist klassische Therapie ohne spirituelle Dimension?

Während der Monate der letzten 3 Therapieversuche fehlte mir die Spiritualität in meinem Leben. Ich war so beschäftigt damit die Zustände, die da aus der Vergangenheit empor kamen, zu überleben – zu bewältigen – mein gewohntes „Funktionieren“ in der Welt nicht völlig zu verlieren, dass eine Metaebene in meinen Gedanken keinen Platz mehr hatte. Geschweige denn auf meine innere Stimme hören konnte.

Ich hatte – außer in so schwierigen Krisenzeiten – eigentlich immer Zugang, zu etwas Sinnhaften – zu meinem Höheren Selbst – dem Gott in mir. In den Zeiten, in denen ich in Therapie war – verlor ich dieses.

Es ist nun erst 3 Wochen her, seit ich die letzte Therapie aufkündigte und seit ich wieder  „normal“ funktioniere und ich merke, dass ich auch wieder Zugang zu Sinn und meinem inneren Gott habe (jenseits irgendwelcher Religionen) und einiges sich wieder fügt.

Ein Kennzeichen dafür, dass ich mich wieder angeschlossen fühle an meinen inneren Gott, mein höheres Selbst, – dass sich wieder Dinge ereignen – die ich wie ‚hingelegt‘ für mich empfinde, als sollten sie so sein, sie ergeben plötzlich einen Sinn, im Rückblick. Auch jene Dinge, die der erneute gescheiterte Therapieversuch, für mich erbrachte.

Ich fühle mich wieder angebunden an eine sinngebende Welt, jenseits der Verzweiflung, die mir Therapieversuche – trotz des Scheiterns – jedesmal einbrachten.

Wahrscheinlich kann man ohne Sinn in seinem Leben nicht überleben, jedenfalls ich nicht, da kommt die Verzweiflung über mich – ODER man verzweifelt an dieser Welt und wird abgrundtief böse und will zerstören.

Ich erinnere mich an eine Krise, in der es mir sehr schlecht ging (vor ca. 20 Jahren) und ich bemerkte, dass ich in dieser Verzweiflungssituation meinen Gott verlor und mich grenzenlose Wut packte. Dabei dachte ich, und ich war mir ganz sicher, dass wenn ich dauerhaft meinen Gott verlieren würde, dass ich auch jeglichen Sinn im Leben verlieren würde und sehr böse und destruktiv werden würde.

Meine Diagnose DIS beinhaltet auch, dass ich viele Innens habe, die mit Gott nichts am Hut haben – meinen Innenbeschützern ist Gott fremd – obwohl sie gute Absichten haben. Und ich habe auch Innenanteile, die ständig ein schlechtes Gewissen haben und glauben, dass sie schlecht oder gar böse sind (das sind mit Sicherheit Reste aus meiner katholischen Erziehung in Bayern) . Doch ich glaube auch, dass die Heilung von unserem System darin liegt und nur geschehen kann – wenn wir, unser grausames Schicksal von Geburt an, annehmen und ihm einen Sinn abringen, einen Sinn darin erkennen können

4 Gedanken zu “Ist klassische Therapie ohne spirituelle Dimension?

  1. Für mich würde Therapie auch keinen Sinn machen, wenn ich dabei nicht mit der spirituellen Dimension in meinem Leben verbunden bleiben könnte.
    Dein Therapie-Suche-Weg klingt hart. Hart, erkennen zu müssen, dass da nie die ‚richtige‘ (passende) Therapie dabei war. Eine große Herausforderung, diese scheinbare? Lücke mit etwas anderem, sinnvollen zu füllen und sich nicht als beschädigt, unfähig zu laybeln.
    Ich ’sehe‘ dein Mühen/Ringen und fühle Achtung davor.

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